Ludwigshöhe, Roman 2008

Vom 27.08.2013 in

In seinem Roman Ludwigshöhe entwirft Hans Pleschinski ein großes, grotesk-melancholisches Bild der Gegenwart. Die drei Geschwister Berg machen ein vertracktes Erbe. Ihr Onkel bedenkt sie mit gewaltigen Vermögenswerten, allem voran mit einer Villa am Starnberger See. Aber er macht ihnen eine Auflage: Sie müssen dieses Haus als Hort und Zufluchtsort für Lebensmüde betreiben und ihnen auch das eine oder andere nützliche Utensil bereithalten; nicht nur rechtlich eine Gratwanderung. Voller Skrupel eröffnen die Geschwister ihr Hospiz an der Ludwigshöhe für eine stetig wachsende Zahl von Finalisten. Während der Keller des Hauses mit praktischen Kühltruhen gefüllt wird, machen die Moribunden fast gar keine Anstalten mehr, ihrem dunklen Drang zu folgen. Die alte Villa erlebt ein Fest des Lebens, wie es als frisches, zeitgemäßes Panorama in solch brillant-unterhaltsamer Form nur dieser Schriftsteller inszenieren kann.