Krähenherz

Vom 20.08.1999 in

Moorgräben / die um mein Leben / gezogen sind“, heißt es in Inge Bucks Bremen-Zyklus. Nicht um Begrenztheit oder Verbundensein mit einem Ort oder einer Landschaft geht es. Worte wie „Reise“, „Besuch“ oder „Zurückgekehrt“ deuten an, wie sehr alles in Bewegung bleibt. Der Blick auf die bekannte Umgebung, auf die Stadt ist kein schwelgerischer. Wie eine Landkarte funktioniert „Krähenherz“, wie eine imaginierte Landkarte.

Eine andere Abteilung versammelt Gedichte, die um das Aufscheinen des Vergangenen in der Gegenwart kreisen. Es ist eine bestimmte, eine deutsche Vergangenheit. „Jetzt wachsen Bäume / entlang der Lagerstraße“, heißt es da. Die Natur erobert den Ort zurück, der heißt „Stammlager I“. Bucks Gedichte nähern sich einer Leerstelle, etwas Verschwundenem. Ein anderer Blick, andere Wege des Erinnerns.