In sperriger Lebenswelt, Gedichte 2005

Vom 23.04.2013 in

Für Jutta Dornheim ist Lyrik eine von mehreren Arten der Beschäftigung mit Sprache, Kunst, Philosophie. Die Gedichte der gelernten Kulturwissenschaftlerin und Hölderlinbeeinflußten sind sowohl kunst- und naturlyrischer als auch politischer und zeitkritischer Art. – „Feine Pinkel // Blechzeuge-Blasen / Schmierseifen-Phrasen / veratmete Luft / geplättete Reifen / die Sagen, die Lügen / die Regenbogen / die Blaulicht pfeifen / die Regenpfeifer / die nach Folianten greifen…“ – Die Autorin, die in Leipzig Ernst Bloch gehört und bei Hans Mayer Germanistik studiert hat, bedient sich der Sprache in oftmals dialektischer, in jedem Falle vielfältiger Weise. Ihre Lyrik variiert in der Form, die Verse sind teils frei, teils gebunden, die Gedichte sind zuweilen sparsam, gelegentlich ausführlich, konkret und bildhaft, nie allzu themenverliebt, dabei gebildet und intellektuell in dem Maße, das Poesie verträgt. „In sperriger Lebenswelt“ zeigt, wie ein philosophischer Blick auf die Dinge der Lyrik zugute kommen kann. – „auch wenn wir meinen / stein vom fels zu sein: / uns ganz und gar / im ganzen zu vereinen / läßt uns das wahre ganze / absichtslos allein“