In 180 Tagen um die Welt: Das Logbuch des Herrn Johann Gottlieb Fichtl , Roman 2009

Vom 31.07.2013 in

„Fonsä, Veit, Wolfi, Zenz! Wenn ich’s nicht mit eignen Augen gesehen hätte, ich würde’s schier selber nicht glauben.“ Wer eine Reise auf dem besten aller Kreuzfahrtschiffe macht, der hat etwas zu erzählen; wer sie als einfacher Finanzbeamter aus dem bayerischen Oberviechtach antritt, den ein Lottogewinn an Bord geführt hat, der kommt aus dem Staunen so schnell nicht mehr heraus: Johann Gottlieb Fichtl, von seiner Tippgemeinschaft mit Motivkrawatten und einem „Aldi-Smoking“ aus dem Fundus des Bürgermeisteramtes für seine Reise ausgestattet, macht sich auf, die Welt im allgemeinen und – vom Penthousedeck bis hinunter in die Pumpensümpfe – die der Europa im besonderen zu erkunden.
In 184 Shortcuts berichtet er vom aberwitzigen Fünf-Sterne-Plus-Alltag an Bord und seinen nicht minder (aber-)witzigen Erlebnissen an Land: von Kapitänsdinner, Kaviar-Gala und Äquatortaufe, von der Meise, die im Haarnest einer Weltreisenden lebt, den Kielschweinen, die heimlich unter Deck gemästet werden (um dann beim „Bayerischen Frühschoppen“ mit allem Pomp verwurstet und verbraten zu werden), von der regelmäßigen Verklappung der Bordkunst, die in den Bojenbemalkursen des Bojenbemalkursleiters entsteht, von der Einnordung des Kapitänsstuhls in Tasmanien, einem unglaublichen Sprung von der Sydney Harbour Bridge und jenem legendären Konzert der Siebzehn Tenöre, bei dem das goldne Ohr des Klavierstimmers davonfliegt.