Horror Vacui, Roman 2005

Vom 21.05.2005 in

Der Südpol, der letzte und tödliche Traum vom Ende der Erde – inzwischen läßt er sich buchen, pauschal, all-inclusive, wie der Everest, wie so viele andere Extreme und Grenzerfahrungen. Für 50000 Dollar, auf Skiern, in zwei Monaten durch das Eis der Antarktis. Vier Leute machen sich auf diesen Weg, begleitet von zwei professionellen Führern. Der ultimative Selbstfindungstrip. Wenn man denn genug Selbst besitzt, um fündig zu werden.In der vollkommenen Abwesenheit von allem, die auf dem Polarplateau herrscht, und unter zunehmenden körperlichen Strapazen, werden die Abenteuertouristen zurückgeworfen auf sich selbst. Und müssen herausfinden, daß ihnen letztlich nicht genug Substanz innewohnt, die sie der Leere des Eises und der Leere ihres eigenen Lebens entgegenzusetzen haben. Persönlichkeit und Teamgeist verfallen rapide, in Kälte und Blizzard droht die Situation zu eskalieren. Aber es fehlt jegliche Alternative, als weiterzulaufen, vier heillose, traurige Gralsritter im Limbus des Eises, auf einen Südpol zu, der seinen Sinn lange verloren hat und von dem Robert Falcon Scott in seinem Tagebuch schrieb „Great God, this is an awful place“.