Hertha, Wilhelm und Maria – Geschichten aus der Pflege, Erzählungen 2011

Vom 31.07.2013 in

Darf man über die seltsamen Eingebungen alter Menschen schmunzeln – gar lachen? Ja, ganz unbedingt meint Inken Steen und bricht damit ein Tabu. Sie erzählt Amüsantes und Anekdotisches aus dem Alltag der ambulanten Pflege. Ihre Helden sind die mal leichter mal schwerer an Demenz erkrankten Alten. Wie Hertha, die den Pflegerichter mit souveräner Geistesgegenwart verblüfft, wie Wilhelm, der eine letzte große Liebe erlebt und wie Maria, die von einem Kind noch etwas über das Leben lernt. Sie alle sind auf die Unterstützung von Pflegern angewiesen, die ihnen helfen, ihren Alltag zu hause zu meistern. Partner und Kinder betrachten ihre gebrechlichen Angehörigen zumeist aus der Perspektive des Verfalls, sehen allein, was sie nicht mehr können und vor allem, wer sie nicht mehr sind. Die Pfleger hingegen treffen auf Persönlichkeiten, die sie erst kennenlernen und die sie respektieren. So ergeht es auch den Lesern dieser Geschichten. Sie begegnen Raschid, Doris und Waltraud unvoreingenommen. Dabei entdecken sie, wie die alten Menschen sich bei aller Hilfsbedürftigkeit doch selbst behaupten und den Leser mit ihren Erlebnissen nachdenklich stimmen und erheitern.