Diderots Katze, Gedichtband 1978

Vom 01.04.2015 in

„Diderots Katze“ hat diskursive poetische Klugheit in seinem literarischen Beziehungsreichtum, seiner Beweglichkeit und schönen verbalen Gelenkigkeit, die bis zum verbalen Übermut geht oder doch jenen geistigen Spielraum in Worte fasst, der in deutschen Gedichten so rasch (und fast schon regelmäßig) zu kurz kommt. Hier leuchtet der intellektuelle Einfall, hier sieht man dem Prozess seines Werdens zu, im Verlaufe mitunter geräumiger Gedichte, in denen zugleich etwas sinnlich und höchst dialektisch, äußerst gescheit, zum Vorschein kommt: Sprache, die sich beobachten lässt, die sich solche Beobachtbarkeit wünscht, ja, geradezu von ihr lebt, ohne dabei ins Kokettieren mit dem erwünschten gescheiten, literarisch mit vielen Wassern gewaschenen Leser zu geraten.“ Karl Krolow