Das Einsame Begräbnis: Geschichten und Gedichte zu vergessenen Leben

Vom 04.04.2019 in

Jedes Jahr wird eine große Anzahl Menschen begraben, ohne dass irgendjemand davon Notiz nimmt. Beim Projekt „Das einsame Begräbnis“ schreiben renommierte Autorinnen und Autoren für Menschen, die vereinsamt gestorben sind, anhand einer Recherche ein persönliches Gedicht und tragen dieses während des Begräbnisses vor – weil sie daran glauben, dass niemand einfach so begraben werden darf. Es ist ein letzter Gruß an Menschen, deren Leben zumeist aus der Bahn geriet.
Dichter sind weder Sozialarbeiter noch Sterbebegleiter, aber sie können die Aufmerksamkeit für den Tod einsamer Menschen verändern. Indem Gedichte entstehen, die die Existenz eines Menschen bekräftigen. Das einsame Begräbnis ist ein literarisches und soziales Projekt, das von der Idee einer solidarischen Gemeinschaft ausgeht, in der wir Verantwortung füreinander haben, über den Tod hinaus. Die Gedichte und Reportagen berühren, weil sie anhand von Extremsituationen menschlichen Lebens und Sterbens grundsätzliche Fragen aufwerfen, aber auch, weil sie am Umbruch einer Sterbe- und Bestattungskultur stehen, die häufig nicht mehr auf den traditionellen Säulen Familienzusammenhang und Kirche ruhen kann.