Romanhafte Erzählung, 2009
1. Auflage / Neudruck 2010
Ludwigsfelder Verlagshaus
104 S.
Titelbild "Minotaurus erwartet sein Schicksal" (Gert Schröter)
ISBN: 978-3-933022-57-8
13,80 €
versandkostenfrei zu bestellen direkt beim Verlag unter e-mail:
verlagshaus@gmx.de oder auch in allen Buchhandlungen über das Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) aber nicht über amazon.
Kurzbeschreibung:
Die Kälte ihres Handrückens war es, "die ihn anzog, zeigte sie doch ihre Angst, über die er sie auf dem Vorhof halten konnte. Dass Begehren nur Brücke, Weg und Steg zu jenem ersehnten Innenreich der Liebe sein kann, ahnt Sergej in seinen helleren Sphären eines ansonsten massiv durch Angst verdunkelten Seins ebenso wie sein Gegenüber, Alba. Beide versuchen mit quer gelegten Lanzen durch die schmale Pforte in den paradiesischen Bergfried zu gelangen, beide stocken bereits im Kreuzgang des Vorhofs unter ihrer biographischen Last, beide kennen nicht die Löseworte, die den Weg nach oben hin freigeben.
Kerstin Fischer variiert sprachlich und analytisch auf ebenso souveräne Weise, wie in ihrer ersten großen Erzählung "Das Gewächshaus", das Thema von weiblicher Hingabe und narzisstischem Verharren, das sie unter das Motto aus Thomas Manns "Zauberberg" gestellt hat, wonach alle Krankheit verwandelte Liebe sei. Eine literarisch hoch gefasste Fallstudie, die tief unter die Oberfläche der Geschlechter greift und die darüber ausgebreiteten Worthüllsen illusionsfrei aussondert.
Leseprobe:
"Er wusste, dass Alba ihn sehen wollte, und er brannte vor Liebe, aber die dicken Matten wie aus rotem Gummi, die ihn umhüllten, konnte er nicht durchdringen. Er hätte sie zerschneiden müssen, doch all seine Messer waren zu stumpf. Ein feiner Riss durchzog ihn, aus dem heraus es weinte. Albas Tränen schienen daraus zu rinnen. Und er fiel in ein hohes Fieber, an dem seine tiefe Liebe abermals erkrankte.
Sergej und sein Schatten. Er fürchtete ihn, seinen Schatten, fürchtete ihn selbst am meisten, spürte wie er sich mehr und mehr um Albas Hals legte. Und er stand bewegungslos daneben und vermochte nichts dagegen zu tun. Und er fühlte jenes rote Feuerband in seinem Bauch, das ihn brennend schnürte..."