Freudling, Annette



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Vita
1970 geboren, aufgewachsen in Wilhelmshaven. 1990/91 Auslandjahr in Birmingham, Alabama. 1991-1998 Magisterstudium in Bremen (Kulturwissenschaft, Germanistik, Anglistik). Seit 2002 Redakteurin bei einer Lokalzeitung in den Landkreisen Rotenburg/Wümme und Verden. Seit 2004 Mitglied der Hamburger Autorengruppe jetzt! (www.autorengruppe-jetzt.de). 2005 erste Veröffentlichungen, Gewinnerin des Literaturpreises "800 Jahre Krimifieber" der Kulturinitiative Sottrum.

 
Veröffentlichungen (Auswahl)
Blindgänger
Bremen-Krimi, 2005

Schardt Verlag, Oldenburg

168 S.

ISBN-13: 978-3898412001

12,80 €

"Hintersinniges Erstlingswerk einer norddeutschen Journalistin (Jahrgang 1970), 'Heimatkrimi' mit viel Lokalkolorit aus der Hansestadt (…) Köstliche Charakteristik der Bremer ehemaligen Reformuniversität, frische Schreibe, interessantes Personal, ernstes Thema: empfehlenswert, nicht nur für Nordlichter."

Angela Graf, Einkaufszentrale deutsche Bibliotheken, Tübingen

Troja und die tödlichen Pralinen
In: 800 Jahre Krimifieber Sottrum, 2005

Kulturinitiative Sottrum (Hrsg.)

102 S.

ISBN 3-9810466-4-7

9,- €

(…) Ich will nicht hier sein. Ich, definiert als Troja Quartz, 39 Jahre, 169 Zentimeter, 71 Kilogramm, Polizistin. Hier, definiert als 53 Grad, sieben Minuten nördlicher Breite, neun Grad 13 Minuten östlicher Länge: die Koordinaten meiner Kindheit. Ein Ort namens Sottrum, Landkreis Rotenburg, Niedersachsen. Der Stempel unter meinem Abiturszeugnis war noch nicht trocken, als ich bereits einen Sicherheitsabstand zwischen mich und diese Position gebracht habe. Bei 52 Grad 31 Minuten nördlicher Breite und 13 Grad 24 Minuten östlicher Länge bin ich aus dem Bus gestiegen. Es war Sommer, und Berlin lag im Smog. Seitdem atme ich freier. (…)

Eine von den Jungs
IN: netzgeschichten 6, Sven Trautwein (Hrsg.), 2005

Verlag: yedermann, Riemerling

97 S.

ISBN 3-935269-28-5

9,80 Euro

(…) Aufwachen, lauschen auf die Körpermitte. Nicht mehr im grünen Bereich, also alles in Ordnung.
Montagmorgenaugenschlitze. Dahinter, zu meinem eigenen Erstaunen, die Detailanfertigung meiner ersten Krankmeldung. Fernmündliche Weitergabe, ohne nachzudenken. Auch ohne Blitzeinschlag, Erdbeben oder ähnliche Nebenwirkungen.
Verschnaufen. In meinem Kopf Mendelssohn. Das Sopransolo: Ich bin allein, wer wird mir Tröster und Helfer sein? Badezimmerwärts. Kahldüsterner Flur, Altpapierwucherungen... Ich bin allein, ich bin allein! Handtuchhaufen... Ich irre ohne Pfad, in dunkler Nacht! Wasser schließt mich in die Arme. Arme! Wie lang ist das her? Das Morgenlicht war ihnen peinlich, den Armen.
Blicklos am Spiegel vorbei. Erst beim ersten Zeitungsstapel mache ich kehrt und stelle mich meinem maskulin verunglückten Äußerem im Glas. Wann ist der nächste Sperrmülltermin? (…)

Literaturhaus Bremen