„Samizdat“ im GULAG. Eine schwarze Literaturgeschichte.

Seit dem 4. November zeigt das Haus der Wissenschaft die Ausstellung „Samizdat“ im GULAG. Eine schwarze Literaturgeschichte.

03_lhb_samizdatIn den literarischen Werken, die Alexander Solschenizyn, Jewgenija Ginsburg und Warlam Schalamow nach ihrer Lagerzeit über den GULAG verfassten, finden sich viele Erinnerungen daran, wie in den Gefängnissen und Lagern die Rückbesinnung auf Gedichte und ganze Romane für einige der Verhafteten und Deportieren der letzte Überlebenshalt wurde.

Foto: Band mit Gedichten von Aleksander Blok. Auf dem Vorsatz ein Porträt Bloks. Inta. 1950er Jahre. © Sammlung MEMORIAL Moskau

Im Archiv von MEMORIAL Moskau wurden diese „Samizdats“, die „selbstverfertigten Niederschriften“ aus dem GULAG und aus der Verbannung aufbewahrt, darunter Bände mit fragilen Zigarettenpapier-Seiten, ein schmales Album mit einem Birkenrinden-Umschlag, daumennagelgroße Gebetbücher, Gedichtbände und vieles mehr. Außerhalb Russlands war die Existenz dieser Sammlungsstücke bislang kaum bekannt. Im Haus der Wissenschaft sind diese bis zum 14. Januar 2017 zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Die neu erarbeitete Begleitbroschüre enthält zahlreiche Abbildungen und dokumentiert die Entstehensumstände einiger der im GULAG angefertigten Niederschriften und informiert, soweit möglich, über die Verfasserbiographien, die von MEMORIAL Moskau aufwendig recherchiert wurden. Die Ausstellung ist eine Gemeinschaftsproduktion des Literaturhauses Berlin mit MEMORIAL Moskau.

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