Verband Deutscher Schriftsteller in ver.di - Landesverband Niedersachsen/Bremen

Verband Deutscher Schriftsteller in ver.di – Landesverband Niedersachsen/Bremen

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Bis weit in die sechziger Jahre hinein prägte der „arme Poet“ das Literatenbild in der Öffentlichkeit: Kunst ist Berufung. Kunst fragt nicht nach Geld. Und schon gar nicht nach Rente. Eventuelle Zweifel räumten die Tantiemen weniger Bestsellerautoren aus, die die Boulevardpresse andächtig nachzählte.

Erst mit der Gründung des VS begann sich das öffentliche Verständnis zu wandeln. Seither konnten mit Unterstützung der Gewerkschaft (IG Medien, ver.di) einige entscheidende Verbesserungen für die soziale Lage der Autorinnen und Autoren durchgesetzt werden: Der VS trug maßgeblich zum Zustandekommen des Künstlersozialversicherungsgesetzes bei, das die gesetzliche Sozialversicherung für KünstlerInnen und PublizistInnen öffnete. Die Verlage zahlen dabei einen „Arbeitgeberanteil“ zur Kranken- und Rentenversicherung ihrer Autoren.

Die Gründung des VS

Im Jahre 1968 wurde auf der Jahresversammlung der Bundesvereinigung der Schriftsteller Dieter Lattmann zum neuen Präsidenten gewählt, er bereitete den Zusammenschluß der zehn regionalen Schriftstellerverbände, des Verbands deutscher Übersetzer und des Verbands deutscher Kritiker zu einem Gesamtverband vor. Das Ergebnis dieses Zusammenschlusses ist der heutige VS, der am 8. Juli 1969 in Köln zunächst als „Verband deutscher Schriftsteller e. V.“ gegründet wurde. Die Abkürzung VS wurde als Unterscheidung zur damaligen Studentenorganisation VDS gewählt. Mitglieder des Gründungsvorstands waren Dieter Lattmann (Vorsitzender), Thaddäus Troll (Stellvertreter) sowie Ingeborg Drewitz, Helmut M. Braem, Eberhard Horst, Justitiar Professor Dr. Wilhelm Nordemann und Geschäftsführer Wilhelm Damwert. Heinrich Böll nannte das Ziel: „Ich schlage vor, daß wir die Bescheidenheit und den Idealismus einmal für eine Weile an unsere Sozialpartner delegieren: an Verleger, Chefredakteure und Intendanten“, sagte Böll 1969 in Köln.

Was frühere Standesorganisationen nicht geschafft hatten, sollte die „Einigkeit der Einzelgänger“ (Heinrich Böll) verwirklichen. Schon 1970 machte Martin Walser namens des VS erste Vorschläge für die Gründung einer „IG Kultur“. Als ersten Schritt zu diesem Ziel faßte der VS 1973 den Beschluß, sich der IG Druck und Papier anzuschließen. Erst 1989 wurde die IG Medien als Mitgliedergewerkschaft vollendet: durch Zusammenschluß der Gewerkschaft Kunst und ihrer Verbände mit der IG Druck und Papier. Im März 2001 erfolgte der Zusammenschluß von IG Medien und weiteren vier Gewerkschaften (DAG, DPG, HBV und ÖTV) zu ver.di, der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft. Mit der Devise „Gemeinsam sind wir stärker“ möchte ver.di besser auf die unterschiedlichen Erfordernisse der Menschen in einer schnell wandelnden Kommunikations- und Informationsgesellschaft reagieren.

1989, 20 Jahre nach seiner Gründung, brachte der VS rund 2.400 Lyrikerinnen und Theaterstückeschreiber, Romanciers und Übersetzerinnen, Erzählerinnen und Sachbuchautoren, Hörspielautorinnen, Essayisten und Drehbuchautoren in die IG Medien ein. Bei der Absicherung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Autorinnen und Autoren, bei der Verbesserung der Literatur- und Kulturförderung, bei der Entwicklung von Programmen zur Nachwuchsförderung und zur fachlichen Qualifizierung von Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzern, und nicht zuletzt in der Vorsorge für Krankheit und Alter ist der VS heute auf Seiten der literarischen Urheber der einzig professionelle Interessenvertreter.

Im Jahr 1991 gewann der VS ca. 600 Mitglieder aus der DDR dazu, die einzeln in den VS eintraten. Der erste gesamtdeutsche Kongreß des Verbands deutscher Schriftsteller in Travemünde konnte somit 3.200 Mitglieder aufweisen. Der Aufwärtstrend der Mitgliederentwicklung hielt und hält an. Stand 2001: ca. 4000 Mitglieder, davon 3000 Autorinnen und Autoren sowie 1000 Übersetzerinnen und Übersetzer. Vorausgegangen waren im Jahr 1990 und 1991 zahlreiche Diskussionsveranstaltungen, Foren, Seminare und Autorentreffen in beiden Teilen Deutschlands.

1991 wurde während des Travemünder VS-Kongresses eine VS-Geschichtskommission gewählt, die sich der Aufarbeitung der Geschichte beider Verbände widmete. Die VS Geschichtskommission hat zwei Publikationen herausgebracht, „Die Biermann- Ausbürgerung und die Schriftsteller“ Köln, 1994, und „Verfeindete Einzelgänger“, Berlin, 1997.

Ansprechpartner:
Lutz Kokemüller

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