Lesetipp im Juli:

Chris Ware: »Jimmy Corrigan – der klügste Junge der Welt«

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von Sabine Stiehler – Geschäftsleiterin des Logbuchladens in Bremen
Foto: Peter Hellmann

Jimmy ist in Wirklichkeit ein einsamer, emotional gestörter Aussenseiter Ende 30, der täglich mit seiner Mutter telefoniert. Inhaltlich spannt die Geschichte dabei den Bogen von Jimmys Vorfahren am Ende des 19. Jahrhunderts zu seiner eigenen Gegenwart in Chicago, in der sein Vater nach langer Zeit wieder Kontakt zu ihm aufnimmt. Dieser meisterhafte, ungeheuer komplexe Bildroman bewegt sich visuell eigenständig zwischen Winsor McCay (Little Nemo) und Edward Hopper und ist »ein Jahrhundertcomic«, wie Die Welt passend formulierte. Chris Ware beherrscht die Kunst komplexe Zusammenhänge auf einzelne Bilder und Zeichen zu reduzieren wie kaum ein anderer. Seine Graphic Novel erschien bereits 1999 im Original und ist jetzt erstmals auch auf deutsch erhältlich. Der Verlag legt im Herbst auch seine mit Preise überhäuften »Building Stories« nach, die sich aber auch in der lieferbaren Originalausgabe hervorragend lesen/anschauen/erfahren lassen.

Chris Ware:
„Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt“
Reprodukt, 2013, 39 €

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