Wilhelm Genazino liest aus seinem Werk

Genazino_23_MR.inddGenazino_23959_MR.indd

Kein anderer Schriftsteller ist imstande, die Absurdität unseres Alltags so unabänderlich
und detailgetreu zu beschreiben wie Wilhelm Genazino. Das Unabänderliche durchzieht
sein Gesamtwerk geradezu unerbittlich. „Genazinos Romanfiguren sind prekär (mit sich
selbst) Beschäftigte. Zu einem einigermaßen befriedigenden Leben sind sie nur provisorisch
in der Lage. Mag auch das Romanwerk Genazinos sehr handlungsarm sein – groß
ist die innere Hektik der Figuren.“ (Frankfurter Rundschau). Dabei kultivieren all seine
Figuren extreme Marotten bis zur Peinlichkeit. In der Begründung der Jury zum Georg-
Büchner-Preis 2004 heißt es dazu: „Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung
verleiht den Georg-Büchner-Preis 2004 Wilhelm Genazino, dem unbändigen Komödianten
mit der barmherzigen Seele, der unsere Zeit belauscht und ausspäht, um sie im
Alltag unscheinbarer Einzelner zu spiegeln, detailversessen, eigensinnig und in
wunderbar musikalischer Prosa.“
Wilhelm Genazino wird aus seinen Romanen: „Die Liebe zur Einfalt“ und „Wenn wir
Tiere wären“ lesen. Zu Letzterem merkt er selbst in einem Interview an: „Ich habe meine
Figur jetzt durch alle möglichen Welten hindurchgeschickt (…) in meinem vorletzten
Roman war er in der psychiatrischen Klinik, in ‚Wenn wir Tiere wären’ sitzt er im
Gefängnis. Was soll jetzt noch kommen? Das sind die beiden tiefsten bürgerlichen
Möglichkeiten der Entgleisung, die Sache ist jetzt auf die Spitze getrieben. (…) Ich
schließe nicht aus, dass ‚Wenn wir Tiere wären’ mein letztes Buch ist.“ (Cicero, 2011)

Eröffnung: Dr. Beate Porombka

Musikalische Grußworte: Der Bach-Chor Bremerhaven unter der Leitung von Rui Ferreira

Eintritt: 8€

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 16.02.2014
17:00

Ort
Volkshochschule Bremerhaven

Kategorie(n)