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Martin Busch: Deutschland, Deutschland ohne alles

Warum Europas größte Wirtschaftsmacht ein sozialer Pflegefall ist

ohne_allesMartin Busch stellt sein neues Buch vor. Der Latte to go im Life to go. Die Menschen zappen sich durchs Leben. Die ganze Welt in der Hosentasche, ist jeder sein Lieblings-Autor und die einzige akzeptierte Autorität. Weil mittlerweile jeder meint, seine Sicht auf die Dinge sei die richtige und alle anderen müssten sie kennen, wird der Umgang mit den Zeitgenossen gnadenlos, die Aggressivität steigt spürbar. On- und Offline. Wir haben 80 Millionen Partikularinteressen in allen Lebenslagen. Integration? Es gibt mehr Vereinzelung als jemals zuvor. Single-Wohnungen sind der häufigste Haushalts-Typ in Deutschland. Politik, Wirtschaft und Medien haben eine Ethik der Quantität etabliert, die das Gegenteil von Zusammenhalt ist. Loses Mundwerk, lose Beziehungen. Viele Kinder wissen nicht mehr, woran sie bei ihren Eltern sind und die wissen nicht mehr, woran sie bei ihrem Arbeitgeber sind. Prekäre Jobs werden zur Regel, aber weiterhin atypisch genannt. Schulen und Straßen werden nicht saniert, Schwimmbäder geschlossen, Polizei und Kliniken sind überlastet. Unsere Entscheidungsträger schauen nur noch über den Tellerrand, pochen darauf, dass andere ihre Hausaufgaben machen und ignorieren, dass in diversen Kontexten die eigene Versetzung gefährdet ist. Das Volk, das zunehmend Gründe hat, unzufrieden zu sein, wird mittels suggerierter Nähe weit entfernt stattfindender Katastrophen narkotisiert. Hauptsache, alle haben schnelles Internet!

„Deutschland, Deutschland ohne alles“ – ein pointiertes links-konservatives Plädoyer, das die entscheidenden Defizite benennt und Vorschläge unterbreitet, wie das halb-leere Glas wieder aufgefüllt werden kann.

Einführung: Prof. Dr. Rudolf Hickel.


Die Veranstaltung findet in der Krimibibliothek statt.

Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 07.09.2016
18:00

Ort
Stadtbibliothek Bremen - Zentralbibliothek

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