Mahmood Falaki: „Tödliche Fremde“

 Bremer Buchpremiere

Zum Roman: „Wo beseitigt man in Hamburg eine Leiche?“ Das ist nur eine von vielen Fragen, die den Protagonisten Nima, einen 43-jährigen Hamburger Lehrer beschäftigen. Um ihn herum scheinen alle nicht mehr ganz bei Trost zu sein. Sein Kumpel Heiko will, dass er mit seiner Frau schläft. Sein Freund Bardia, ein geflüchteter mittelloser iranischer Dichter, verwickelt sich in Rauschgiftgeschichten und einen Mordfall. Um diesem Irrsinn zu entfliehen, bricht er zu einer Reise in sein Herkunftsland auf, den Iran. Seit der politisch begründeten Flucht seiner Eltern vor 33 Jahren, hat Nima das Land nicht mehr betreten. Erst im Frühjahr 2017 entscheidet er sich, seine Wurzeln zu erkunden, der eigenen Identität nachzuspüren. Im Iran erlebt er nicht nur einen Kulturschock, sondern auch Korruption, Unterdrückung und Behördenwillkür. Mit Nimas Augen blickt auch der Leser in das wahre Gesicht eines autoritär-religiösen Systems, das die Menschen zwingt, merkwürdige Wege zu finden, um die islamischen Gesetze zu umgehen und der Repression auszuweichen.

Vor dem Hintergrund des permanenten Integrationsprozess eines Menschen mit Migrationshintergrund, der Auseinandersetzung mit der deutschen Kultur und der wachsenden Tendenz der Gesellschaft zum Rechtspopulismus seit dem Jahr der „Flüchtlingskrise“ 2015, wirft Mahmood Falaki in seinem neuen Roman Fragen nach kultureller Identität, Freundschaft und dem unwegsamen Streben nach persönlichem Glück auf. Falaki zieht den Leser mit seinen lebendigen, authentischen Schilderungen in eine Welt, die dem Wahnsinn oft gefährlich nahe kommt, wobei er bei aller Ernsthaftigkeit niemals seinen kühlen Humor verliert.

Foto: Sujet Verlag

Mahmood Falaki wurde 1951 im Norden Persiens geboren. Im Iran studierte er zunächst Chemie und Bibliothekswissenschaft. Während der Schah-Zeit wurde er wegen seiner politisch-literarischen Aktivitäten zu drei Jahren Haft verurteilt. Nach der Übernahme der Herrschaft durch die Mullahs musste er das Land verlassen. Seit 1983 lebt er in Deutschland und seit 1986 in Hamburg. Er absolvierte sein Studium der Germanistik und Iranistik an der Universität Hamburg. Er wurde über „Goethe-Hafis” zum Doktor phil. promoviert. Seine literarische Arbeit umfasst Lyrik, Erzählungen, Romane und Literaturkritik, wovon bisher 22 Bücher vorliegen.

Bisher von dem Autor im Sujet Verlag erschienen: Die Schatten (2003), Carolas andere Tode (2009), Klang aus Ferne und Felsen (2013), Ich bin Ausländer und das ist auch gut so (2014) und in Zusammenarbeit mit Karin Afshar: Wir sprechen Persisch 1 (2014) und Wir sprechen Persisch 2 (2015).


Bremer BuchPremiere – eine gemeinsame Veranstaltungsreihevon Bremer Literaturkontor und Stadtbibliothek Bremen.

In Kooperation mit dem Sujet Verlag.

Eintritt frei

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 06.06.2018
19:00

Ort
Villa Ichon

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