Bremer Literaturpreis 2018: Preisträgerlesung

Thomas Lehr liest aus seinem im Hanser Verlag erschienenen Roman „Schlafende Sonne“, für den er den Bremer Literaturpreis 2018 erhält und Förderpreisträgerin Laura Freudenthaler stellt ihr Romandebüt „Die Königin schweigt“ vor, das im Droschl Verlag in Wien erschienen ist:

Ein Jahrhundert Deutschland – an einem Tag im Sommer 2011: Rudolf Zacharias reist nach Berlin. Dort will der Dokumentarfilmer die Vernissage seiner früheren Studentin Milena Sonntag besuchen. Thomas Lehrs Roman spielt an einem Sommertag des Jahres 2011 – und zugleich in einem ganzen Jahrhundert. Denn in ihrer Ausstellung zieht Milena nicht nur eine künstlerische Lebensbilanz, sondern die ihrer Zeit. Mit sprachlicher Kraft werden historische Katastrophen neben die privaten Verwicklungen dreier Menschen gestellt, führen die Spuren von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs bis ins heutige Berlin. Thomas Lehr entwickelt in seinem Roman ein überwältigendes Fresko dieses deutschen Jahrhunderts: tragisch, komisch, grotesk, und immer wieder ganz persönlich und intim.

Foto: Lilli Kern

Thomas Lehr, 1957 in Speyer geboren, studierte zunächst Biochemie, bevor er sich ganz der Schriftstellerei zuwandte. Für sein umfangreiches Werk erhielt er zahlreiche Preise, zuletzt den Berliner Literaturpreis (2011), den Marie-Luise Kaschnitz-Preis (2012) und den Joseph Breitbach-Preis (2015). Sein letzter Roman „Schlafende Sonne“ (2017) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Thomas Lehr lebt in Berlin.    >> mehr zum Autor


Den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2018 erhält Laura Freudenthaler für ihren im Literaturverlag Droschl erschienenen Debüt-Roman „Die Königin schweigt“. Der Förderpreis in Höhe von 6.000 Euro wird seit 2005 von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanziert.

Zum Buch: Fanny, die »Königin«, ist eine vom Schicksal immer wieder hart getroffene Frau, die ihren Lebensabend alleine verbringt und über alles Vergangene schweigt. Auch das Tagebuch auf ihrem Nachtkästchen, ein Geschenk ihrer Enkelin, lässt Fanny unberührt liegen, statt es Seite für Seite mit den Tragödien des Erlebten zu füllen. Doch in Tagträumen und schlaflosen Nächten kann sie sich der Erinnerungen nicht erwehren, und so zieht ihr ganzes Leben in aufwühlenden Bildern an ihr vorbei: Wir begleiten Fanny durch alle Lebensphasen, beginnend mit der Kindheit auf dem elterlichen Hof in den 1930er-Jahren bis nahe an ihren Tod. Verdichtet, klar und in ergreifenden Momentaufnahmen erzählen diese Erinnerungsfragmente, wie Fanny zu einer unnahbaren und stolzen Frau geworden ist. Es ist eine von großer Menschenkenntnis und hoher Sensibilität durchdrungene Figurenzeichnung, die das bemerkenswerte literarische Können einer jungen Autorin zeigt.

Foto: Marianne Andrea Borowiec

Laura Freudenthaler, geboren 1984 in Salzburg, studierte Germanistik, Philosophie und Gender Studies. Die Erzählungen „Der Schädel von Madeleine. Paargeschichten“ erschienen 2014. „Die Königin schweigt“ ist ihr Debüt-Roman. Laura Freudenthaler lebt in Wien.    >> mehr zur Autorin


Moderation: Lothar Müller
Eine Veranstaltung der Rudolf-Alexander-Schröder Stiftung.
Die Lesung findet im Kleinen Saal der Glocke statt.
Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 28.01.2018
18:00

Ort
Konzerthaus Glocke

Kategorie(n)