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»Kolumbus und die Folgen: Eine Neue Welt entdeckt, die Alte Welt mit Syphilis angesteckt«

www_VA_14-02-12_Dermatologie_526Ein Vortrag von Prof. Friedrich A. Bahmer im Rahmen der Reihe Dermatologie in Literatur & Kunst.

Die Syphilis, die wohl durch Soldaten des Kolumbus, von Italien ausgehend, ab dem Ende des 15. Jahrhunderts in Europa verbreitet wurde, hat reichlich Spuren in der Dichtung hinterlassen. Diese „italienische“ Krankheit, in der Dichtung auch prosaisch als „Amors vergifteter Pfeil“ bezeichnet, spielte in der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts eine wichtige Rolle, litten doch Dichter wie N. Lenau, C. Baudelaire, G. de Maupassant und Musiker wie F. Schubert und N. Paganini an der Syphilis. Aber auch selbst nicht an Syphilis erkrankte Dichter wie Th. Mann und G. Benn thematisierten diese Krankheit. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entzündete sich am Werk des als genial geltenden F. Nietzsche eine heftige Diskussion, ob die Progressive Paralyse, eine Spätform der Syphilis des Gehirns, mit einer besonderen künstlerischen Kreativität einhergehe oder nicht. Mit der Entdeckung des Syphiliserregers und erneut mit der Einführung des Penizillins zur Behandlung der Krankheit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte die Syphilis als literarisches Motiv ausgedient. – In seiner Multimedia-Präsentation versucht der Dermatologe Professor Bahmer, die Bedeutung dieser stigmatisierenden Krankheit für die Künstler zu erhellen und den Spuren der Syphilis in Literatur, Musik und Film nachzugehen.

Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung findet in der Krimibibliothek im 2. Obergeschoss statt.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 05.03.2014
18:00

Ort
Stadtbibliothek Bremen - Zentralbibliothek

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