globale°: Luna Al-Mousli und Rasha Abbas

Doppellesung aus Luna Al-Mouslis „Als Oma, Gott und Britney sich im Wohnzimmer trafen“ und Rasha Abbas‘ „Eine Zusammenfassung von allem, was war“ (übersetzt von Sandra Hetzl)

Ost und West, Damaskus und Wien: Von diesem Mit- und Nebeneinander erzählt Luna al-Mousli, die in einer Welt groß geworden ist, in der der Ruf des Muezzin ebenso vertraut ist wie die neusten Hits von Britney Spears. Eingewoben in ihren Lebensteppich sind von klein auf die Muster des Islam, die sich bunt und fröhlich mischen mit jenen eines Alltags „bei uns“. Luna Al-Mousli plaudert und sprudelt und erinnert sich: an ihre chaotische Großfamilie mit sechs verrückten Tanten, an Reisen nach Mekka, erste Auftritte als „Girl Group“ oder an den Gebetspyjama ihrer Oma.

Foto: Marie-Christin Gollner-Schmid

Luna Al-Mousli, geboren 1990 in Melk, aufgewachsen in Damaskus, lebt und arbeitet heute als Autorin und Grafik Designerin in Wien. Dort studierte sie Grafik Design an der Universität für Angewandte Kunst. Als Schülerin war sie Stipendiatin des START-Stipendienprogramms, heute engagiert sie sich selbst im Bereich Bildung und Integration, wie beispielsweise im Projekt „TANMU – Lernhilfe für jugendliche Flüchtlinge“.


Diese Erzählungen bezeugen die Unabgeschlossenheit von Krisenerfahrung. Zeitschleifen und russische Raketen über Freibädern, paranoide Teenager, Checkpoints und abgelegene Hotels. Drogentrips, Kinoproduktionen für Diktatoren und Exilanten in WG-Zimmern – in den Erzählungen flackern die Bilder der alten und neuen Heimat grell auf. Diese starken Erzählungen bezeugen die Unabgeschlossenheit von Krisenerfahrung. Sie sind in traumhaften, videospielartigen Welten angesiedelt, aber auch im staubigen Gelbgrau nahöstlicher Ländlichkeit, in tropischen Sumpflandschaften, in endlosen Eiswüsten oder in Max Liebermanns Villa. Und sie lassen überall das zarte, warme Leben durchschimmern. Die Texte wurden von Sandra Hetzl übersetzt, die in Beirut und Berlin lebt.

Foto: Privat

Rasha Abbas ist eine syrische Journalistin und Autorin. Sie lebt seit 2015 in Deutschland und in den Niederlanden. 2008 veröffentlichte sie die Kurzgeschichten Adam hasst das Fernsehen und wurde dafür beim Damascus Capital of Arab Culture Festival ausgezeichnet.


Moderation: Katrin Krämer
Eintritt frei
In Kooperation mit der Arbeitnehmerkammer Bremen

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 01.11.2018
20:00

Ort
Arbeitnehmerkammer

Kategorie(n)