„Europa erfindet die Zigeuner – Eine Geschichte von Faszination und Verachtung“

europaerfindet

Lesung und Gespräch mit Klaus-Michael Bogdal.

Geborene Diebe und Lügner, Gefährten des Satans, Waldmenschen, unzähmbare Wilde, eine Bande von Asozialen … Dies sind nur einige der Zuschreibungen, mit denen die Romvölker Europas in den letzten 600 Jahren ausgegrenzt wurden. Wie es möglich wurde, dass jahrhundertealter Hass in einem Spannungsverhältnis von Faszination und Verachtung sich bis heute halten konnte, zeigt Klaus-Michael Bogdal zum ersten Mal im europäischen Vergleich. Der Autor weist nach, wie die Europäer zum verachteten Volk am unteren Ende der Gesellschaftsskala stets die größtmögliche Distanz suchten. Keine der unterschiedlichen Gesellschafts- und Machtordnungen, in denen sie lebten, ließ und lässt eine endgültige Ankunft in Europa zu. Ohne einen schützenden Ort sind sie seit ihrer Einwanderung vor 600 Jahren ständigen Verfolgungen und Ausgrenzungen ausgesetzt: in den Imaginationen der Kunst und in der politischen Realität.

Klaus-Michael Bogdal, geboren 1948, ist Professor für Germanistische Literaturwissenschaft an der Universität Bielefeld mit Schwerpunkt Neue deutsche Literatur. Für sein Buch Europa erfindet die Zigeuner erhielt er 2013 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.

Begrüßung: Barbara Lison (Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung)

Moderation: Katrin Krämer (Nordwestradio)

Büchertisch: Ostertor Buchhandlung

Eine Veranstaltung der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung in Kooperation mit der Stadtbibliothek Bremen und der Bremer Volkshochschule.

Eintritt: 6€ / erm. 4€

Die Veranstaltung findet im Wall-Saal statt.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 17.01.2014
19:00

Ort
Stadtbibliothek Bremen - Zentralbibliothek

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