Der Bremer Schulhausroman nimmt Gestalt an

In der Zeit seit Bas Böttchers letztem Besuch in der Klasse 9 a) der Gesamtschule West ist viel Kreativität, Fleiß und Herzblut geflossen – die Schreibhefte der Schüler, in denen Ideen zu DSC_7915literarischen Charakteren wie Günther oder Beyona festgehalten werden, sind prall gefüllt. Der Schulhausroman nimmt mehr und mehr Gestalt an, davon ist auch Alina überzeugt:“Ich finde das Projekt total spannend und würde es jedem, der mich fragt, weiterempfehlen.“ Slam-Poet und Schreibcoach Bas Böttcher weiß, dass das Geschichtenschreiben alles andere als leicht ist und hat den jungen Schulhausromanautoren daher einige Profi-Tipps mit auf den Weg gegeben. Ihm gehe es vorallem darum, herauszufinden, mit welchen Themen sich die junge Generation beschäftige und die daraus entstehenden Gedanken nicht zu lektorieren, sondern ihnen lediglich einen roten Faden zu verleihen, als „fliegender Lektor“ wie er sagt. Diese Gedanken seien roh, ehrlich und provokant – ja, manchmal übertreffe die Phantasie der Schüler sogar die eines Autors. Das Model Beyona, welches aufgrund eines gebrochenen Fußes nicht mehr auf den Laufsteg kann, und der Hartz 5 Empfänger Eddie, der so faul ist, dass er nicht mal mit seinem eigenen Hund Gassi geht. Um die Charaktere weiter zu entwickeln hat Bas Böttcher einige Tricks auf Lager. So stelle er bestimmte Fragen über Günni, Beyona, Earl und deren Freunde, welche die Schüler dazu animierten, ihren Figuren eine gewissen Tiefe zu verleihen.
DSC_7950Die Schüler fühlen sich sichtlich wohl beim Schreiben und lassen ihrer Kreativität freien Lauf. Die ersten Begegnungen mit dem Kreativen Schreiben kommen gut an, sie könnten mit Bas Böttcher gut phantasieren, die Athmosphäre sei locker, einfach schön, so einer der Schüler.
Für Bas Böttcher habe das Projekt nicht nur einen pädagogisches Hintergrund, sondern bedeute auch eine Menge Spaß. Er lasse sich gerne von den kreativen Ideen der jungen Autoren überraschen und reagiere spontan auf neue Einfälle. Fördern wolle er vorallem die Begeisterung für Sprache, fürs Dichten und Erfinden und für das geschriebene und gesprochene IMG_4960Wort. Wo das Projekt hinführen wird, das wisse er selber noch nicht genau. Dass es aber ein besonderer Roman wird, darüber sind sich alle einig.

Der nächste gemeinsame Workshop findet am 18. März statt. Die Schreibphase des ersten Bremer Schulhausromans geht in den Endspurt, bevor er beim Schünemann Verlag Bremen in den Druck geht.

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Text: Julia Widmer
Fotos: Daniel Tepe

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