Schulhausroman: Buchpremiere!

Schulhausroman_Einladungskarte_außen_endMan braucht kein Abitur um Autor zu werden: Mit regelmäßigen Schreibaufgaben der Profiautorinnen Jutta Reichelt (Schreib-Coach an der Ernst-Reuter-Schule in Bremerhaven) und Betty Kolodzy (Autorin in der Oberschule im Park), konnten Schülerinnen und Schüler beim Projekt „Bremer Schulhausroman“ ihr erstes eigenes Buch verfassen, das Anfang Juni im Schünemann Verlag in Bremen erscheint. Weder die soziale Herkunft noch gute Deutschnoten spielen eine Rolle – wichtig ist allein das gemeinsame Bemühen um eine „gute Story“.

An diesem Abend lesen beide Schulklassen erstmals vor öffentlichem Publikum.
Für den groovigen Sound sorgen die Beatboxer Mister Given und Mauzer.

8a_Klassenfoto_800_72_zugeschnittenDie Schulklasse 8A der Oberschule im Park schreibt über das Miteinander verschiedener Kulturen und über Freundschaft und Solidarität. Das Buch ist eine Liebeserklärung an ihr buntes Gröpelingen.

 

Die Buchpremiere findet am 13.06. um 18:00 Uhr in der Zentralbibliothek in Bremen statt.

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10L_Klassenfoto_800_72_zugeschnittenDie Schulklasse 10L der Oberschule am Ernst-Reuter-Platz hat mit der Autorin Jutta Reichelt den Roman „Die dunklen Stufen zur Jugend“ geschrieben. Dies ist die Geschichte von fünf unterschiedlichen Jungendlichen, die beschließen, eine Clique zu werden und einem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Die Buchpremiere findet am 15.06. um 18:00 Uhr im Kulturzentrum Pferdestall Bremerhaven statt.

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Bremer Schulhausromane kurz vor dem Endspurt

DSC_0127_72In der Oberschule im Park und in der Ernst Reuter Oberschule in Bremerhaven wird eifrig geschrieben und noch schnell letzte Hand an stilistische Feinheiten gelegt: Die Schulhausromane stehen kurz vor ihrer Vollendung. Die Klasse 8A schreibt ihren ersten eigenen Roman, der im Bremen Westen spielt. Schriftstellerin Betty Kolodzy arbeitet als Schreibcoach für die Oslebshauser Jugendlichen. Mit an ihrer Seite ist Deutschlehrerin Maja Reinhart, die regelmäßig die  Schreibaufgaben der Autorin im Unterricht betreut. In dem Roman geht es um die Romanze von Ayse und Adrian, und um die kulturellen Konflikte der Figuren. Acht Mal hat Betty Kolodzy nun die Schulklasse besucht und zwischendurch gab es sogar hohen Besuch aus Presse, Politik und Wirtschaft. Schirmherrin Alexia Sieling zeigte sich beeindruckt von DSC_0111_72der Kreativität im Klassenraum und Schülerin Laura erklärt den erwachsenen Gästen, dass man sich in die Fguren hineinversetzen muss, damit einem guten Ideen kommen. Das Ende des Romans wird noch nicht verraten. „Ein Happy End wäre natürlich schön“, gesteht Laura. Mal sehen, ob es passt.

In der Oberschule am Ernst-Reuter-Platz ist Schriftstellerin Jutta Reichelt seit Oktober in dem Klassenraum der 10L ganz oben unter dem Dach der Schule zu Besuch. „Geheimnisse im Schulkeller“ lautet hier der Arbeitstitel des Projekts. Schülerin Emina würde sich ein Buch mit einer vergleichbaren Handlung jederzeit auch im Buchhandel kaufen. Zehntklässler Fo ist noch nicht überzeugt. Ihm ist die DSC_0297_72Handlung „noch zu Mystery“. Für Schreib-Coach Jutta Reichelt ist es wichtig, dass die beteiligten Schüler erstmal einfach drauflos schreiben und erst später an den Texten feilen. Viele der Jugendlichen haben einen Migrationshintergrund und vorher noch nie Erfahrungen mit kreativem Schreiben gesammelt. Klassenlehrerin Sabine Lehmann, Schulleiterin Nicole Wind und Oberschulrätin Anke Detering sind ebenso neugierig, was für einen Roman sie am Ende in den Händen halten werden.

Anfang Juni werden beide Bücher im Carl Schünemann Verlag erscheinen. Am Dienstag, den 13. Juni um 18:00 Uhr werden die Schulhausromane im Rahmen einer großen öffentlichen Buchpremiere im Wall-Saal in der Zentralbibliothek vorgestellt. Am Donnerstag, den 15. Juni werden beide Werke ebnefalls um 18.00 Uhr im Bremerhavener Kulturzenrum Pferdestall ihre Premiere feiern.

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Aktuelles zum Schulhausroman

Montagmorgen, 09:45 Uhr in der Schule am Ernst-Reuter-Platz in Bremerhaven. Die Klasse 10L der Oberschule bekommt Besuch von Autorin Jutta Reichelt für den vierten Schulhausroman-Workshop. Die Klassenlehrerin Sabine Lehmann eröffnet die Stunde. Danach übernimmt die Autorin Jutta Reichelt das Programm. Jetzt ist die Schülergruppe konzentriert und aufmerksam dabei. Jutta Reichelt schreibt zunächst die Namen der Romanfiguren an das Whiteboard. Till, Hakan, Venicia, Jennifer und Phillip sind die Hauptakteure in der Geschichte der 10L. Jutta Reichelt gibt außerdem einen ersten Satz vor „Heute Nacht habe ich von dem verdammten Keller geträumt. Es fing ganz harmlos an…“ – Die Schüler notieren sich den Satz während die Schreibtrainerin die erste Aufgabe stellt. Heute sollen alle Schüler, ausnahmslos, diesen Satz weiterführen in einem zehnminütigen Schreibprojekt, direkt zu Beginn der Stunde. Große Aufregung herrscht im Klassenzimmer, Zwischenrufe wie „Wie meinen Sie das, wir alle?“ oder „Zehn Minuten nur? Das ist ja nichts!“ tönt es durch den Raum. Die Autorin beharrt jedoch auf Ihrer Übung, „Ihr werdet sehen, wie viel jeder Einzelne von euch in nur  zehn Minuten schaffen kann. Fangt einfach an und schreibt irgendetwas, egal was – mal schauen wohin es euch führt!“.


10 L – Schule am Ernst-Reuter-Platz Bremerhaven – Leitung: Jutta Reichelt

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dsc_0199Es folgt eine konzentrierte Stille. Jedes Kratzen auf dem Papier, Ablegen der Stifte und eventuelles Seufzen ist hörbar. Zwischendurch schaut die Direktorin der Schule vorbei und begrüßt die Gäste, selbst das bringt die Schüler nicht aus der Fassung, doch gibt Jutta Reichelt am Ende der zehn Minuten noch einmal ein paar Minuten als Bonus obendrauf. Dann ist jedoch Schluss, sie verlangt die beschriebenen Blätter und, trotz einiger halblauter Proteste („das ist noch nicht gut genug“/“Ich brauche noch mehr Zeit“), sammelt sie von jedem Schüler ein. Direkt danach geht sie auf die bisher produzierten Texte ein, die sie seit dem letzten Workshop per E-Mail erreicht haben.


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Verschiedene Szenen aus dem Roman, die von unterschiedlichen Gruppen oder auch einzelnen Schülern erarbeitet wurden und letztlich zusammengeführt werden. Die ersten lesen ihre Arbeiten vor, Mal mehr Mal weniger schüchtern, doch alle dürfen in respektvoller Stille ihre Worte vortragen und bekommen positives Feedback von Jutta Reichelt und ihren Mitschülern. Eine Gruppe, bestehend aus drei Mädchen, hat sich besonders angestrengt und den längsten Abschnitt des heutigen Tages beigesteuert. Ideen und Sätze aus vorherigen Workshops wurden umgesetzt und in das neue Material eingebaut, was bei manchen aber auch zu Unruhe führt. „Ihr habt aber schon meine Idee geklaut, oder?“ sagt Kilian, der sich als zentralen Denker um die Idee mit dem Leichenwagen sieht, die von der Gruppe mit einem Satz aufgegriffen wurde. „Nun ja, “ sagt eines der Mädchen, „du hast zwei Sätze beigesteuert und wir haben das in eine Geschichte gepackt, das ist schon ein Unterschied.“


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Die Situation geht einen Moment lang hin und her, andere Schüler mischen sich ein, während sich die meisten nur grinsend oder Kopfschüttelnd zurückhalten. Jutta Reichelt beendet den Disput mit der Aussage, dass dies sowieso ein gemeinsames Projekt sei, an dem alle zusammen arbeiten. Somit können sich alle sicher sein, dass ihre Ideen innerhalb der Geschichte ihren Raum finden und genutzt werden, um zum großen Projekt Schulhausroman beizusteuern. Im Anschluss an die bereits produzierten Texte eröffnet die Schreibtrainerin die Diskussion darum, wie es mit den Figuren und der Handlung weitergehen soll. Vor allem ein paar bisher nicht so beachtete Charaktere sollen in den nächsten Schreibphasen mehr Aufmerksamkeit bekommen. Auch die Handlung muss nun langsam zusammengeführt, einzelne Szenen zu einem gemeinsamen Strang verbunden werden. Bis zum nächsten Workshop verteilt die Autorin mehrere Schreibhausaufgaben zu verschiedenen Themen und Figurenkonstellationen. Soviel darf schon verraten werden: Der Handlungsort des Romans ist ebenfalls eine Schule, in deren Keller ganz unheimliche Dinge vor sich gehen….


8a – Oberschule im Park Bremen – Leitung: Betty Kolodzy

Montag, 10.00 Uhr in der Klasse 8a. Die Stimmung ist erst ein wenig müde, durcheinander und unsicher beim Anblick der Gäste, die zum Beobachten und Fotografieren gekommen sind. Maja Reinhardt, die Deutschlehrerin, lässt einen Klang ertönen, der vorne am Lehrerpult steht. Spätestens jetzt wird es still und aufmerksam. Die Klasse begrüßt vereint ihre Lehrerin und Betty Kolodzy, die leitende Autorin, sowie mit einem kichernden Nebensatz die unbekannten Gäste. Auf der linken Seite, direkt neben dem Eingang, prangt schon das flächendeckende und beeindruckende Storyboard, das die Schüler bereits gemeinsam mit der Autorin für ihre Geschichte entwickelt haben. Die vier wichtigsten Protagonisten, Angelina, Ayse, John und Adrian sind hier mit ihren Charaktermerkmalen festgehalten worden. Betty Kolodzy eröffnet die Stunde und lobt zunächst die vielen Ideen der Beteiligten.dsc_0261


Die Schülerinnen und Schüler haben sich in Gruppen aufgeteilt und die einzelnen Charaktere untereinander verteilt. Um alle auf den gleichen Stand zu bringen, soll jeder einen kleinen Abschnitt des neu geschriebenen Materials vor der Klasse vortragen. Die Gruppedsc_0264n kommen gemeinsam nach vorne und jeder von ihnen liest ein paar Sätze. Die Schüler haben sich einer besonderen Herausforderung gestellt, nämlich die der wechselnden „Ich-Perspektive“. Jeder Charakter erzählt die Geschichte in seinem Abschnitt aus seiner eigenen Sicht. Das zu koordinieren und perfekt abzustimmen ist schon für erfahrenere Autoren nicht unbedingt leicht, doch die Schüler sind damit bisher gut zurechtgekommen und Betty Kolodzy hilft bei den kniffligeren Textstellen.


dsc_0262Die Handlung spielt ebenfalls in einer Schule, einem Gymnasium – Angelina zieht neu in die Stadt und lernt in der Klasse Ayse kennen, die ihre Freundin wird. John stößt mit ihr aus Versehen zusammen und verguckt sich in sie, während Ayse so tut als fände sie Adrian gar nicht interessant, wobei er ihr eigentlich sehr gut gefällt. Im Laufe der Geschichte muss sich Angelina mit ihrer neuen Umgebung auseinandersetzen, vermisst ihre alten Freunde und gidsc_0266bt ihren Eltern die Schuld an ihrem Unglück. Ayse ist hingegen in sich zerrissen, sie steht zwischen Familie und der Gesellschaft, muss sich mit ihrem Glauben, ihrer Identität und Diskriminierung auseinandersetzen und sucht Vertrauen und Halt. Es ist ein intensiver Wechsel zwischen Familie, Freundschaft, Vertrauen gepaart mit Gegensätzen, kulturellen Differenzen und Diskriminierung. Ein spannendes und aktuelles Thema, das die Schülerinnen und Schüler intensiv bearbeiten.


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Eine andere Schülergruppe beschäftigt sich mit den Fakten für den Roman, denn der soll so real wie möglich in Bremen situiert sein. Die Grundgeschichte scheint schon im Verlauf der Stunde sehr deutlich, nur bei Einzelheiten hakt es noch. Die Frage, ob es im Winter oder im Sommer spielt, löst eine überraschend große Debatte aus – letztdsc_0281lich entscheiden sich die Schüler doch mehrheitlich für eine Dezemberwoche vor Weihnachten – und auch kleine Handlungen der Protagonisten werden genau unter die Lupe genommen. Schminkt sich Ayse nur? Wird sie von Angelina geschminkt? Wer sieht es, und gibt es direkt Stress? Wird Ayse ihr Kopftuch für Angelina abnehmen? Wie reagiert Adrian als er die beiden sieht? –  Dies alles sind Fragen und Thematiken die aufs Genaueste geklärt werden müssen.


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Letztlich endet die Stunde mit einer erfolgreichen Lösung und einer Aussicht auf das nächste Treffen. Bis dahin sollen die Schüler ihre Ideen von dem heutigen Tag ausformuliert zu Papier bringen und, natürlich, auch wieder neue Ideen sammeln, sodass die Geschichte auch ein rundes Ende bekommt.


Alle Fotos mit freundlicher Unterstützung von: Jacqueline Burmeister