netzdichte 2013

Multimediale Schreibwerkstatt mit Stefan Petermann

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Thema: Figurenentwicklung

Wie erzählt man eigentlich vom Leben einer erdachten Person? Wie setzt sich eine vielschichtige und wahrhaftige Figur zusammen? Und was hat das alles mit Literatur zu tun?
Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs der Wilhelm Olbers Schule sprechen mit dem Autor Stefan Petermann über Figurenentwicklung, über die passende Sprache für diese Personen und entwerfen gemeinsam kurze Episoden, welche beispielhaft für ein Leben stehen können.

>> Mehr zum Preisträger:
http://www.stefanpetermann.de/

Stefan Petermann wurde im Dezember 1978 in Werdau geboren. Er studierte an der Bauhaus Universität in Weimar. 2009 erschien sein Debütroman Der Schlaf und das Flüstern und 2011 der Erzählband Ausschau halten nach Tigern. Er wurde verschiedenfach ausgezeichnet, darunter mit dem Publikumspreis und 3. Platz beim 14. MDR Literaturwettbewerb. 2010 erhielt er das Autoren-Arbeitsstipendium des Landes Thüringen und 2012 die „Bremer Netzresidenz“ des Literaturhauses Bremen.

Mehr Fotos:
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Stefan Petermann zu Gast in der Zentralbibliothek Bremen am 19. Februar 2013

netzdichte 2011

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netzdichte 2011: „Was fehlt – Was bleibt…?“
Multimediale Schreibwerkstatt für geladene Schülerinnen und Schüler

In zwei Literaturwerkstätten konnten SchülerInnen der Gesamtschulen Ost und West die Poetry Slammer Pauline Füg und Tobias Heyel („großraumdichten“) persönlich kennenlernen. Sie erfuhren, was Slam Poetry ausmacht und bekamen eine exklusive Kostprobe: Die großraumdichten trugen gemeinsam Ihren Text „Adam und Eva“ vor. Mit vielen Tipps von den Profis ging es dann ans Schreiben. Mutige konnten – wie bei einem echten Slam – ihre Texte auf der kleinen Bühne vortragen. Das Fazit der Schüler: Es hat richtig Spaß gemacht – hätte aber ruhig noch länger gehen können!

Auszug aus den Schülertexten der Gesamtschule West:

Das Mathe – Genie
Ich würd‘ gern gut in Mathe sein,
dann wär‘ ich so wie Heide.
Könnt‘ Mitschüler von Herrn Kilian retten,
so heldenhaft wie Superman.
Im Zeugnis hätt‘ ich dann ne‘ eins,
könnt‘ rechnen große Dinge:
zehn mal fünfhundert oder dreißig mal zehn,
das wär‘ dann kein Problem.
(Jessica & Mareike)

Die Schlampe
Sie steht auf den Treppen,
alle Blicke auf sie gerichtet,
quälend dreht sie sich nach
allen Seiten um,
ihre Augen scheinen verwirrt,
um sie herum summen die Handys
und sie steht im Mittelpunkt
und sie weiß nicht ‚warum‘.
Sie lachend schallend
und sie weiß nicht ‚warum‘.
Der Schulhof scheint aus Flammen zu bestehen
ihre persönliche Hölle
und alle wissen es,
nur sie dreht sich nach allen Seiten um,
um das Flüstern zu fangen,
das Gekicher zu verstehen
und sie, sie steht im Mittelpunkt.
Sie fühlt sich entblößt, entstellt, verraten,
nackt der Ohnmacht nahe
und dennoch auf dem Boden stehend.
Sie läuft schnell mit hohlen Schritten
die Treppen die Hölle runter,
in den Augen schwimmend
und sie, sie steht im Mittelpunkt,
sie zeigen mit den Fingern auf sie:
gehässige Mitschüler, Kameraden, Verbündete.
Die Handys wissend in den Fingern haltend
wie das Werkzeug für ihren Untergang
an der Schule.
Und sie, sie steht im Mittelpunkt
Und ertrinkt ……umgebracht.
(Whitney)

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großraumdichten: „an grauzonen vorbei“
Spoken Word Performance (öffentlich)

„großraumdichten“ – das sind die Poetry Slammer Pauline Füg und Tobias Heyel, die seit 2007 gemeinsam mit Komponist Ludwig Berger erfolgreich die deutschsprachigen Slam-Bühnen und Literaturfestivals bereisen. Das Trio präsentiert Spoken Word  Performances mit Live-Electronics, das heißt: gelebte Texte aus eigener Feder, die von elektronischer Musik begleitet werden. Poetische Perlen, die Alltägliches und allzu Menschliches ins lyrische Gewand kleiden. Ihr Vortrag vermittelt dem Zuschauer ein wohlig-schmunzliges bis wohlig-ernstes Gefühl. Die angesprochenen Themen sowie der Klang ihrer Sprache und Stimmen hallen noch lange nach.

Das Trio präsentiert unter anderem seinen neuen Track, der im Rahmen der Bremer Netzresidenz über einen Zeitraum von drei Monaten im Internet entsteht. Die Blogleser dürfen und sollen mitbestimmen: welche Beats, welcher Text, wie, und warum überhaupt? Parallel dazu gibt es einen Schreibwettbewerb. Der Gewinner steht gemeinsam mit großraumdichten auf der Bühne.

netzdichte 2010

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Finn-Ole Heinrich: „Gestern war auch schon ein Tag“

Multimediale Lesung für geladene Schulklassen
22. Januar 2010

Vor rund 90 Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule West las der Autor Finn-Ole Heinrich im Wallsaal der Zentralbibliothek aus seinen Texten, begleitet von Film, Musik und Klanginstallationen.

Susan fehlt ein Bein. Tom ist die Treppe runtergefallen. Und Henning lügt so lange, bis er die Wahrheit sagt. Klar, ehrlich und mit großer Sensibilität erzählt der vielfach ausgezeichnete Autor Finn-Ole Heinrich (Jahrgang 1982) von Menschen, die ins Schwanken gekommen sind, die das Leben mit aller Härte umgeworfen hat. Und die nun wieder aufstehen müssen.

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netzdichte 2010: Jungssachen
Multimediale Schreibwerkstatt für geladene Schülerinnen und Schüler
25. Januar 2010

Zwei 9. Klassen der Gesamtschule West hatten in der netzdichte Schreibwerkstatt Gelegenheit, den Autor Finn-Ole Heinrich persönlich kennen zu lernen. Gemeinsam arbeiteten sie zum Thema „Superhelden“: Sie entwickelten ihre persönlichen Heldenfiguren, gaben ihnen einen Charakter, eine Geschichte und – natürlich – einen Gegenspieler: Den Schurken.