The Making of Translation

Draesner_Bauer3_524

Ulrike Draesner, (Foto: Jürgen Bauer), bekannte Autorin der jüngeren deutschen Literatur und Preisträgerin der Bremer Netzresidenz 2013, arbeitet drei Monate online an den Gedichten des belgischen, in Japan lebenden Lyrikers Jan Lauwereyns.

Für ihr Übersetzungsprojekt „The Making of Translation“ hat die Autorin drei Gedichte von Jan Lauwereyns aus dem Niederländischen in die deutsche Sprache übersetzt. Die jeweiligen Fassungen wurden in einem Blog veröffentlicht und im Dialog mit Jan Lauwereyns und den weiteren Übersetzerkollegen Ard Posthuma und Natasja Bootsman bearbeitet.

Jeder, der sich für für den Übersetzer-Blog interessiert, ist zur Teilnahme eingeladen und hat die Möglichkeit, den fachlichen Austausch unter den Autoren mittels Kommentarfunktion zu begleiten.

Das Projekt von Ulrike Draesner hat nicht nur das Ziel, die Arbeit des Übersetzens selbst transparent zu machen, sondern auch den sie begleitenden Paratext: das Gespräch über Texte, die Reflexion über sprachliche Mittel und Poesietraditionen.“

Mit dem Projekt „The Making of Translation“ berührt die Preisträgerin nicht nur die Grundfragen des literarischen Übersetzens sondern fragt auch nach den Bedingungen für das Gelingen des interkulturellen Transfers.

>> Zum Blog: http://2013.netzresidenz.de

Am 31. März 2014 ist Ulrike Draesner um 19:00 Uhr zu Gast in der Zentralbibliothek am Wall. Die Berliner Autorin berichtet im Gespräch mit Silke Behl über die Arbeit an ihrem Übersetzungsprojekt „The Making of Translation“ und stellt ihren gerade erschienenen Roman „Sieben Sprünge vom Rand der Welt“ vor.

>> Zur Veranstaltung: http://www.literaturhaus-bremen.de/events/ulrike-draesner-zu-gast-in-der-stadtbibliothek-bremen/

 

Bremer Netzresidenz 2012 für Stefan Petermann

Ab Donnerstag, 20. September startet der Autor Stefan Petermann auf facebook mit seinem Romanprojekt „Das Gegenteil von Henry Sy“ die Bremer Netzresidenz 2012.

Sy_n

Wer ist Henry Sy?
Das Motto von Henry Sy lautet: "Im Zweifelsfall für das Gegenteil". Auch wenn es unvernünftig scheint. Gerade dann. Trotzdem gelingt ihm ein geradezu außergewöhnliches Leben. Da ist Magda, sehr wahrscheinlich seine große Liebe. Da ist Rottmann, der Henrys Unglück will. Da sind die undurchsichtigen Obsidian. Und Huck, eine Bauchrednerpuppe, die eine wahrhaft magische Fähigkeit besitzt…

Im Rahmen seines dreimonatigen, virtuellen Stipendiums erzählt Stefan Petermann die Biographie einer erfundenen Figur anhand von Einträgen in der Zeitleiste von Facebook. Diese Geschichte ist nicht chronologisch erzählt, sondern rückwärts, seitwärts, manchmal auch vorwärts, durcheinander, übereinander. Verschiedene Ebenen sollen sich bilden und ineinander verschränken und so jeden Leser das Leben Henry Sys anders wahrnehmen lassen.

Ein Eintrag funktioniert dabei wie das Kapitel eines Romans. Das können kleine Beobachtungen sein, wichtige biographische Einschnitte, Tragödien, Komödien, Anekdoten. Aus den vielen, über die Zeit verteilten Einzelstücken fügt sich so ein komplexes, literarisches Bild von Henry Sy.

Stefan Petermann wurde in einem offiziellen Nachrückverfahren als Preisträger durch eine Literaturexperten-Jury nominiert, nachdem der Lyriker Hendrik Jackson den geplanten „Knastblog“ aus organisatorischen Gründen nicht im geplanten Umfang umsetzen konnte. „Stefan Petermann schreibe einen Echtzeitroman des 21. Jahrhunderts“, so die Jurymitglieder „und experimentiere dabei innerhalb des sozialen Netzwerkes facebook mit den klassischen erzählerischen Mitteln. Der Autor bewege sich mit seinem Projekt im Spannungsfeld von Narration und Interaktion, von realen wie erfundenen Schauplätzen und Ereignissen. Mit dieser neuen Form der digitalen Literaturvermittlung erreiche Stefan Petermann gerade auch jüngere Leserinnen und Leser, die sich erstmal nicht unbedingt für Literatur interessieren.“

>> zum Roman

>> mehr zum Projekt

Petermann_19_2_13

Stefan Petermann wurde im Dezember 1978 in Werdau geboren. Er studierte an der Bauhaus Universität in Weimar. 2009 erschien sein Debütroman „Der Schlaf und das Flüstern“ und 2011 der Erzählband „Ausschau halten nach Tigern“. Er wurde verschiedenfach ausgezeichnet, darunter mit dem Publikumspreis und 3. Platz beim 14. MDR Literaturwettbewerb. Seine Erzählungen „nebenan“ und „"Der Zitronenfalter soll sein Maul halten"“ wurden verfilmt und auf internationalen Festivals aufgeführt. 2010 erhielt er das Autoren-Arbeitsstipendium des Landes Thüringen. Er ist Mitbegründer des Filmkollektivs 1meter60 Film und lebt in Weimar.

>> mehr zum Preisträger

Die Bremer Netzresidenz wird vom virtuellen Literaturhaus Bremen für herausragende literarische Onlineprojekte verliehen und ist mit 2.000 Euro dotiert. Neben dem Preisgeld erhält der Preisträger einen vierwöchigen Aufenthalt im kunst:raum sylt quelle auf der Nordseeinsel Sylt. Die „Bremer Netzresidenz“ wird durch die Bernd und Eva Hockemeyer Stiftung und die Stiftung kunst:raum sylt quelle realisiert. Mit freundlicher Unterstützung der Fotothek Weimar.

Bremer Netzresidenz wird 2011 nicht vergeben

Die „Bremer Netzresidenz“ des virtuellen Literaturhauses Bremen wird dieses Jahr nicht vergeben. Das entschied eine Literaturexperten-Jury unter Vorsitz von Dr. Silke Behl, die gestern Abend für ihre Beratungen in Bremen zusammen gekommen war. „Der Preis wird vergeben für innovative Ansätze, die das Internet nutzbar machen für die Förderung, Verbreitung und Produktion von Literatur. Die Einbeziehung jüngerer Lesergruppen ist Bestandteil der Projektidee. In diesem Jahr konnte keiner der eingereichten Projektvorschläge die Jurymitglieder überzeugen“, so Dr. Silke Behl. Insgesamt hatten sich 52 Autorinnen und Autoren aus dem deutschsprachigen Raum um den Preis beworben.

Die „Bremer Netzresidenz“ wurde seit 2006 durch die Bernd und Eva Hockemeyer Stiftung und die Stiftung kunst:raum sylt quelle realisiert. Bisherige Preisträger waren: Tim Schomacker (2006), Norbert Hummelt und Benjamin Lauterbach (2007), Finn-Ole Heinrich (2008), Susanne Berkenheger (2009) und Großraumdichten (2010).

Die Jury 2011: Dr. Silke Behl (Literaturhaus Bremen), Thomas Böhm (Literaturkritiker, Berlin), Monika Eden (literaturbüro oldenburg), Großraumdichten (Bremer Netzresidenz 2010), Indra Wussow (kunst:raum sylt quelle), Inge Zenker-Baltes (Literaturkritikerin, Berlin).

Bremer Netzresidenz 2010 für „großraumdichten“

band im schrank (3)

„Großraumdichten“ – das sind die Poetry Slammer Pauline Füg und Tobias Heyel, die seit 2007 gemeinsam mit Komponist Ludwig Berger erfolgreich die deutschsprachigen Slam-Bühnen und Literaturfestivals bereisen. Möchte man das Trio „großraumdichten“ mit einem Wort beschreiben, so wäre das am ehesten „Elektropoesie“. Das heißt: gesprochene Texte aus eigener Feder, die von elektronischer Musik begleitet werden. Dabei stehen Sprache und Musik gleichberechtigt nebeneinander und ergänzen sich gegenseitig.

Pauline Füg, Tobias Heyel und Ludwig Berger werden während ihrer dreimonatigen Netzresidenz im Literaturhaus Bremen mit den Usern gemeinsam an der Entstehung eines „großraumdichten“-tracks arbeiten. Über einen Blog können Beats ausgewählt und eigene Texte komponiert werden. Die Gewinner dürfen dann bei einem Auftritt mit „großraumdichten“ in Bremen ihren Text präsentieren.

Die Jury lobte das Projektvorhaben von großraumdichten, da den drei Performern gekonnt die Verbindung von Spoken Word Literatur und elektronischer Musik gelingt. Mit ihrem geplanten Onlineprojekt machen sie den künstlerischen Entstehungsprozess transparent, laden zur kreativen Teilnahme im Netz ein und heben das virtuell erschaffene Kunstprojekt am Ende auf die ganz reale Bühne.

grossraumdichten

Pauline Füg, geb. 1983,  und Tobias Heyel geb. 1978 qualifizierten sich für die Poetry Slam-Meisterschaften des deutschsprachigen Raumes 2005 bis 2010. Verstärkung bekamen die Spoken Word-Poeten 2007 vom Komponisten und Elektro-Klangbastler Ludwig Berger, geb. 1986. Im Jahr 2009 erschien beim Sprechstation Verlag das Debut-Album „an grauzonen vorbei“.

>> Mehr zu den Preisträgern:
www.grossraumdichten.de oder www.myspace.com/grossraumdichten