Lesung und Vortrag: tod.tschick.herrndorf

Zum fünfjährigen Todestag von Wolfgang Herrndorf erinnert der Bremer Kulturjournalist Jens Laloire mit einer Lesung an den Maler und Schriftsteller Wolfgang Herrndorf, der vor allem durch seinen Jugendroman „Tschick“, aber auch durch die Veröffentlichungen von „Sand“, „Bilder deiner großen Liebe“ und „Arbeit und Struktur“ zum Kultautor geworden ist.

Foto: Literaturhaus Bremen

Jens Laloire wird Auszüge aus den Büchern lesen, Videos einspielen, Bilder einblenden und einiges zu Leben und Werk des viel zu früh verstorbenen Schriftstellers erzählen. Dabei wird er auch auf die Bilder und Zeichnungen eingehen, die Herrndorf hinterlassen hat und die mittlerweile auf Ausstellungen zu sehen sind. Und natürlich wird auch Musik zu hören sein, die im Herrndorf-Kosmos eine Rolle spielt.

 

LESUNG & VORTRAG | 23.08.2018 | 19:30 Uhr | Kukoon – Kulturcafé | Buntentorsteinweg 29 | 28201 Bremen

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Lyrikerin Sabine Scho erhält Bremer Netzresidenz 2018

Gestern Abend wurde der Lyrikerin Sabine Scho die Bremer Netzresidenz 2018 des virtuellen Literaturhauses zuerkannt. Die in Berlin lebende Schriftstellerin erhält die Auszeichnung für Ihr digitales Poesieprojekt

Aufzeichnungen aus einem virtuellen Hochsitz – wer beobachtet die Natur beobachtenden Webcams?
(Records from a virtual raised hide – who watches the wildlife webcams?)

Im Rahmen ihres dreimonatigen Netz-Stipendiums wird Sabine Scho ab November einen virtuellen Hochsitz für Tierbeobachtung einrichten, der von ihr mit einem literarischen Blog begleitet wird.
Dazu die Jury: „Sabine Scho öffnet mit ihrem Projekt neue Perspektiven auf vermeintlich Vertrautes. Ihre naturwissenschaftlichen Beobachtungen von einem virtuellen Hochsitz aus nimmt sie zum Anlass für ein literarisches Experiment, welches auf das komplexe Verhältnis von Mensch und Natur zielt. Sie entwickelt dabei ihr eigenes Narrativ und entlarvt unseren klischeehaften Blick auf Flora und Fauna. Im Rahmen der Bremer Netzresidenz steht das Projekt für sich, schließt aber an bestehende Forschungsvorhaben an. Das Literaturhaus Bremen unterstützt ausdrücklich diesen auf Nachhaltigkeit angelegten Ansatz.“

Foto: Matthias Holtmann

Sabine Scho, geb. 1970 in Ochtrup, studierte Germanistik und Philosophie in Münster. Sie lebte und arbeitete lange Zeit in Sao Paulo, derzeit in Berlin. Zuletzt erschien von ihr der Gedichtband Tiere in Architektur bei kookbooks, sowie das Magazin The Origin of Senses im Rahmen einer künstlerischen Intervention im Museum für Naturkunde Berlin 2015 mit Zeichnungen von Andreas Töpfer. Sabine Scho wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. 2018 erhielt sie zusammen mit Christian Lehnert den Deutschen Preis für Nature Writing.

Die Bremer Netzresidenz wird 2018 zum neunten Mal für herausragende literarische Onlineprojekte verliehen und ist mit 2.500 Euro dotiert. Neben dem Preisgeld erhält die Preisträgerin einen vierwöchigen Aufenthalt im kunst:raum sylt quelle auf der Nordseeinsel Sylt.

Wir danken dem Senator für Kultur in Bremen und der Stiftung kunst:raum sylt quelle für die Unterstützung.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören u.a. Norbert Hummelt, Finn-Ole Heinrich, Susanne Berkenheger, Ulrike Draesner, Nora Bossong, Nikolas Hoppe, Jens Laloire und Bas Böttcher.

Die Jury 2018: Dr. Silke Behl (Literaturhaus Bremen), Monika Eden (literatur büro oldenburg), Indra Wussow (kunst:raum sylt quelle)

Lutz Jäkel: „Syrien. Ein Land ohne Krieg“

In einem Zeitraum von 20 Jahren reist der Fotojournalist, Autor und Islamwissenschaftler Lutz Jäkel immer wieder nach Syrien – bis zum Ausbruch der Aufstände im März 2011. Das bunte und vielfältige Leben der Menschen, die prachtvolle Architektur Palmyras, der Suq von Aleppo, Straßenzüge in Damaskus, dichte Wälder – vieles ist seit dem Ausbruch des Krieges zerstört. Fast die Hälfte der syrischen Bevölkerung ist auf der Flucht, Hunderttausende haben ihr Leben verloren, Syrien ist ein Dauerthema in den Medien. Und doch ist wenig über das menschlich und kulturell so reiche Syrien bekannt.

Lutz Jäkel zeigt in seiner Live-Reportage Syriens Schönheit, zeitlos und lebendig, belegt die Einzigartigkeit dieser Region, zeugt von herzlichen Begegnungen, kultureller Fülle, einem meist friedlichen Miteinander der Religionen und Ethnien. Eindrucksvoll dokumentieren seine Fotos den Alltag bis 2011, zeigen, wie man in Syrien lacht und einkauft, arbeitet, betet, diskutiert und feiert. Voller Wärme berichten außerdem in dieser Live-Reportage Syrer, Deutsch-Syrer und Deutsche in Videos von ihrem Syrien. So entsteht ein gleichermaßen persönliches wie breites Bild – und ein Brückenschlag voller Hoffnung und Empathie.


Mulitmedia-Vorführung | 21.08.18 | 19:00 Uhr | Zentralbibliothek | Eintritt frei
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