Bremer Netzresidenz 2008 für Finn-Ole Heinrich

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Unterwegssein und Heimat. Wie geht das eigentlich zusammen?
Der 25 jährige Jungautor Finn-Ole Heinrich wird während seiner dreimonatigen Netzresidenz auf Reisen gehen, um aus Begegnungen mit Menschen Geschichten zu machen: poetische Landschaften. Heinrich möchte diese Begegnungen in Form von Texten, Fotos und kurzen Filmen dokumentieren und Heimat von jedem Ort der Welt aus zugänglich machen.

Mit der „Bremer Netzresidenz“ werden Schriftstellerinnen und Schriftsteller für herausragende literarische Online-Projekte ausgezeichnet. Die Netzprojekte sollen literarische Prozesse für ein Publikum transparent machen und für eine Teilnahme öffnen.

Die Bremer Netzresidenz ist mit 2.000 Euro dotiert. Neben dem Preisgeld erhält der Preisträger einen vierwöchigen Aufenthalt im kunst:raum sylt quelle auf der Nordseeinsel Sylt. Die „Bremer Netzresidenz“ wird durch die Bernd und Eva Hockemeyer Stiftung und die Stiftung kunst:raum sylt quelle realisiert.

Die Projektidee

Coffee to go, eine Plattensammlung in der Hosentasche und mit zweihundert Menschen per Funk verbunden. Ich sitze in meinem Büro zwischen Hamburg und Berlin oder München oder Kiel, Nichtraucherabteil, eine Mutter mit Kind neben mir. Alle Gedanken der letzten drei Jahre, alle Briefe, alle Arbeiten, alle kleinen Nachrichten auf einem Memorystick so groß wie zwei Kaugummis. „Ich hab die Heimat huckepack, denke ich.“

Ich bin viel unterwegs, oft zu Besuch, bei Freunden, Fremden oder in der weit verstreuten Familie. Ich fühle mich an den unterschiedlichsten Orten zu Hause – mit dem Inhalt meiner Hosentaschen und dank der Menschen, die mir zeigen, wo ich hin gehöre. Aber so ganz klar ist mir das noch nicht, wie das eigentlich funktioniert: „Heimat“, wenn das Leben an immer mehr Orten stattfindet.

Und so werde ich drei Monate lang von meinen Begegnungen berichten. Werde Momente einfangen, Stimmungen, Ideen, Gespräche und Geschichten. Ich will meine Tage, meine Leute, meine Ideen zeigen, mit kurzen Filmen, Texten, Interviews oder Fotos. Um fest zu halten, noch einmal betrachten zu können, mich zu erinnern, um das Leben zu untersuchen. Um herauszufinden, was das ist, „Heimat“ und wo man sie möglicherweise finden kann. Meine kann man deshalb von September bis Dezember im Internet finden. Dort baue ich meiner Heimat ein Zuhause. Ein Ort, an dem sie immer sein kann. Und an dem ich immer sein kann.

>> das fertige Projekt

finn probiert

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