Bremer Autorenstipendium verliehen

Zur Förderung des literarischen Nachwuchses vergibt der Senator für Kultur jährlich zwei Stipendien zu je 2500,- Euro an Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die ihren Wohnsitz in Bremen/ Bremerhaven oder dem angrenzenden Umland haben. Die Organisation rund um das Stipendium liegt beim Bremer Literaturkontor. 2017 gehen die Stipendien an Hans-Hermann Mahnken und Martina Rapp.

 Begründung der Jury

Hans-Hermann Mahnken, Foto: privat

›Notiz auf dem Frühstückstisch‹, so lautet der Arbeitstitel des Manuskripts von Hans-Hermann Mahnken. Es handelt sich hierbei um ›Gedichte und lyrische Prosa‹. In einfachem leichten Ton gelingt es dem Autor, Alltags- und Naturbilder, Liebes- und Kindheitserinnerungen, aber auch „schwere“ Themen wie den Krieg in eine Sprache zu bringen, die auf jeden moralischen Fingerzeig verzichtet und dadurch sehr berührt. Dabei verfügt der Autor über Formkenntnisse und erinnert in seinem leichten, immer wieder auch ironisch-melancholischen Ton an einen Dichter wie Erich Kästner.

Hans-Hermann Mahnken wurde 1955 in Bremen geboren und lebt auch hier. Er machte zunächst eine Ausbildung zum Krankenpfleger und studierte später Psychologie und Pflegewissenschaft in Bremen und London. Zudem schreibt Hans-Hermann Mahnken Lyrik, Essays und Prosa. Veröffentlicht hat er bislang in Anthologien, Literaturzeitschriften und im Internet. 2015 erschien sein Lyrikband ›Kostbare Nichtigkeiten‹ im Geest-Verlag. Derzeit arbeitet er an einer Sammlung von Gedichten und lyrischer Prosa mit dem Arbeitstitel ›Notiz auf dem Frühstückstisch‹.


Martina Rapp, Foto: privat

In ihrem Roman-Konzept ›Julie‹ nimmt Martina Rapp deutlich Bezug auf brisante aktuelle Themen: Flucht und Fluchthelfer, Migration, Ärzte ohne Grenzen. Die Sprache ist realistisch und klar. Aus der Perspektive eines bosnischen Flüchtlingsmädchens und zweier Ärzte wird ein Handlungsverlauf angedeutet, der durch die verwickelten Beziehungen der Menschen untereinander und ihre verzweifelte Suche nach Verbundenheit in einer grenzenlosen Welt eine solche Spannung erzeugt, dass man gerne wissen möchte, wie es weiter geht.

Martina Rapp, geboren 1962 in Tübingen, studierte in Freiburg Germanistik und Romanistik. Nach einem Jahr in Paris kam sie 1994 nach Bremen, wo sie Logopädie und Pädagogik studierte und derzeit als Logopädin und Dozentin arbeitet.

Martina Rapp veröffentlichte bereits diverse Fachtexte. Zudem schreibt sie seit vielen Jahren kürzere Prosa. ›Julie‹ ist ihr erstes Roman-Projekt.

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