Ursula Overhage

Foto: dasguteportrait.de

Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie (Staatsexamen) an der Leibniz Universität Hannover. Danach Lehrtätigkeit in Deutschland, Griechenland und Ungarn. Promotion im Fachbereich Mediävistik.

Wissenschaftliche und literarische Veröffentlichungen zu historischen und biographischen Themen. Außerdem diverse Essays und Erzählungen in Sammelbänden und Anthologien.

http://www.ursula-overhage.de/


Bücher

Konflikt und Konsens - Die Gründungen der Dominikanerklöster in der Teutonia

Sachbuch, 2014
Aschendorff Verlag, ISBN: 978-3-402-15058-0
334 Seiten, €45,00

Die rasche Ausbreitung der Dominikaner führte im 13. Jahrhundert im deutschen Sprachraum zum Aufbau der Ordensprovinz Teutonia. Die Dominikaner wurden zu einer führenden geistigen Institution des späten Mittelalters, die insbesondere auch für die Entwicklung des städtischen Bürgertums von großer Bedeutung war. Dabei weist die Teutonia neben einer Vielzahl von gelungenen Konventsgründungen auch einige spektakuläre Misserfolge auf, die sowohl das Selbstverständnis des Ordens als auch die Eintracht der Bürger bedrohten. Die Konflikte bedeuteten für beide Parteien eine große Herausforderung, denn es ging darum, den städtischen Frieden wieder herzustellen und zu bewahren.

Die Schwestern Berend

Geschichte einer Berliner Familie, 2001
Europäische Verlagsanstalt, Hamburg, ISBN: 978-3434504917
366 Seiten, €23,00

Alice und Charlotte Berend stammten aus einer traditionsreichen und wohlhabenden jüdischen Familie. Geboren im Berlin der Gründerzeit, erlebten sie in ihrer Jugend den Aufstieg der Stadt zu einer europäischen Metropole, die ihre Spannung aus der Opposition eines liberalen Bürgertums gegen kaisertreuen Nationalismus und Militarismus bezog. Charlotte, die jüngere und attraktivere, hat künstlerische Interessen, sie wird Malerin, lernt Max Liebermann und Max Slevogt kennen, heiratet Lovis Corinth und stellt als Mitglied der Sezession regelmäßig aus. Alice, die ältere, melancholische, immer im Schatten der Jüngeren stehende, macht Karriere als Schriftstellerin des S. Fischer Verlages. Während Charlotte in den dreißiger Jahren über Italien und Frankreich in die Vereinigten Staaten emigriert und dort ihre Karriere fortsetzt, stirbt Alice 1938 verarmt und vergessen in Florenz.

Transit Moskau

1998
Europäische Verlagsanstalt, Hamburg, ISBN: 978-3434504467
406 Seiten, €19,50

Beide werden 1908 geboren. Margarete Steffin kommt aus einer Familie kommunistischer Arbeiter in Berlin. Die andere, Maria Osten, ist die Tochter eines verarmten Gutsbesitzers. Mit Leidenschaft und Ehrgeiz befreien sich beide Frauen Ende der zwanziger Jahre aus der geistigen und materiellen Enge. Steffin wird Sekretärin, Schauspielerin und Schriftstellerin, sie lernt den jungen Brecht kennen, wird seine Geliebte und unersetzliche Mitarbeiterin und wird ihm den Weg ins rettende Amerika ebnen. Maria Osten, auch sie Kommunistin mit schriftstellerischen Ambitionen, verbindet Leben, Arbeit und Schicksal mit Michael Kolzow, dem Moskauer Journalisten und Aktivisten im Spanischen Bürgerkrieg. In Moskau leitet sie für Brecht und Feuchtwanger die antifaschistische Zeitschrift „Das Wort“. 1941 wird sie Betreuerin der todkranken Steffin, ein Jahr später Opfer des stalinistischen Terrors.

Wotans Rabe

"Elisabeth Langgässer, ihre Tochter Cordelia und die Feuer von Auschwitz", 1997
Verlag Neue Kritik, Frankfurt am Main, ISBN: 978-3801503079
133 Seiten, €0,00

Die Schriftstellerin Elisabeth Langgässer, geboren 1899 in Alzey in Rheinhessen, galt im Dritten Reich durch ihren Vater, einen getauften Juden, als „Halbjüdin“. 1936 wurde sie aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und mit Schreibverbot belegt. Im selben Jahr heiratete sie den Philosophen Wilhelm Hoffmann, von dem sie auch den Namen „Wotans Rabe“ als Anspielung auf ihre „nicht-arische“ Herkunft erhielt. Das Dritte Reich überlebte sie im Schutz einer „privilegierten Mischehe“. 1929 hatte sie aus einer vorehelichen Beziehung mit einem jüdischen Gelehrten eine Tochter geboren. Diese Tochter, Cordelia, wurde 1943 über Theresienstadt nach Auschwitz deportiert, 1945 durch das schwedische Rote Kreuz befreit und nach Stockholm gebracht. 1976, während des Jom-Kippur-Krieges, emigrierte die mit einem Schweden verheiratete Cordelia Edvardson nach Israel. Elisabeth Langgässer konnte nach dem Zweiten Weltkrieg durch ihre Romane und Kurzgeschichten noch einmal an ihre Karriere als Schriftstellerin anknüpfen. Ihr Werk erzielte hohe Auflagen, 1951 wurde sie posthum mit dem Büchner-Preis ausgezeichnet. Sie zählte sich zur Inneren Emigration, einer Gruppe von Schriftstellern, die sich durch ihren Rückzug in die Innerlichkeit mit der Diktatur arrangiert hatten.