Siegfried Marquardt

Foto: privat.

Siegfried Marquardt wurde 1940 in Stuttgart geboren, wuchs auf in Königsfeld im Schwarzwald. Absolvierte eine Gärtnerlehre in Trossingen und Stuttgart. Arbeitete in der Fabrik, auf dem Bau, in Speditionen, als Tellerwäscher in einer Hotelküche. Und als Internatserzieher in einer Privatschule.

Studierte evangelische Theologie und Psychologie in Tübingen und Wuppertal, Sozialwissenschaften und Klinische Seelsorge (KSA) in Münster, Dortmund und Bethel. War Gemeindepastor in Neuwied/Rhein und begründete dort das erste selbstverwaltete Jugendzentrum Deutschlands. War lange Jahre als Krankenhausseelsorger in Bremen und als Vorstandsmitglied in der „Konferenz für Krankenhausseelsorge in der EKD“ sowie in der ständigen „Seelsorgekonferenz der EKD“ und in der „Ethikkommission des Landes Bremen“ tätig. Als Krankenhausseelsorger war er Mitarbeiter (regelmäßige einwöchige Seminare) in der Kinderkrankenschwester-Ausbildung und Mitinitiator der ersten „Mütterzimmer“ in einer Kinderklinik in Deutschland.
Seit seinem 16. Lebensjahr schreibt Siegfried Marquardt Lyrik. Verwitwet. Ein Sohn. Lebt in Bremen.

Siegfried Marquardt gehört zu den Autoren, denen das Schreiben zur zweiten Haut geworden ist und dessen poetische Einfälle sich offenbar aus einer nie versiegenden Quelle speisen. „Ich nehme mich ernst, aber nicht wichtig“, sagt er von sich selbst. Gerd Weber: „Seine Gedichte strahlen trotz der ernsten Themen Gelassenheit aus und sind zum Teil mit schelmischem Sprachwitz gestaltet.“ Und der Literaturwissenschaftler Gert Sautermeister: „Seine Lyrik verdient eine Leserschaft, die sprachliche Sensibilität ebenso schätzt wie Wahrnehmungskunst und Reflexionskraft.“
Der Literaturwissenschaftler Karl Otto Conrady beriet den Lyriker bei der Zusammenstellung seines ersten Gedichtbandes „Überraschter Himmel grau“. Das 1992 erschienene Buch ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Alle seit 2007 veröffentlichten Bücher Marquardts sind im Donat Verlag in Bremen erschienen.


Bücher

Und der Schatten sang

Gedichte, 2014
Donat Verlag, Bremen, ISBN: 978-3943425468
112 Seiten, €10,00

Siegfried Marquardts Gedichte treffen unmittelbar. Da ist nicht die Distanz des Beobachters, sondern das zur Sprache gebrachte Erleben der Welt. Die Erfahrung verbindet sich mit der Empfindung, die zum Erstaunen, zu Fragen und zur Erkenntnis des Unabänderlichen und damit zur Ironie und zur Melancholie führt. Die Gedichte berühren die, die sie lesen oder hören, weil sie sich in ihnen selbst wiederfinden.

Fragen hätte ich schon noch

Sprüche, 2013
Donat Verlag Bremen, ISBN: 978-3-943425-24-6
96 Seiten, €12,00

Vom Tod her denken ist die Frage nach dem Sinn all dessen, was da ist und was wir tun, und dabei an kein Ende zu kommen. Da steht pointiert eine Erkenntnis neben der anderen: „Wahrheit gibt es nur in der Mehrzahl“. Siegfried Marquardt schreitet in seinen Sprüchen den Horizont des Lebens aus bis ans Ende – betroffen, nüchtern, spöttisch, zynisch angesichts der Ratlosigkeit, die bleibt: „Fragen hätte ich schon noch.“

Was grade ist

Sprüche, 2012
Donat Verlag Bremen, ISBN: 978-3-943425-04-8
96 Seiten, €12,80

Siegfried Marquardts „Sprüche“ sind Gedanken, die zu Ende gedacht, eindringlich, aber nicht aufdringlich sind – manchmal traurig, absurd oder erlösend.

dazwischen irgendwo

Gedichte, 2012
Donat Verlag Bremen, ISBN: 978-3-943425-03-1
108 Seiten, €12,80

Die Gedichte gleichen poetischen Wanderungen durch eine Welt, die auch die unsere ist – in unverstellten Beobachtungen, Erfahrungen und Erkenntnissen, bei denen es nicht darauf ankommt, ob sie gefällig wirken oder nicht, eben „dazwischen irgendwo“.

Ich bereite mich aufs Vergessen vor: ich schreibe

Sprüche, 2010
Donat Verlag Bremen, ISBN: 978-3-938275-69-6
96 Seiten, €12,00

Aus der Fülle des Gelebten und Durchdachten fallen die „Sprüche“ wie reife Früchte dem Dichter Siegfried Marquardt einfach so und unerwartet in den Tag. Auf den Punkt gebracht, treffen sie mit Witz des Wesens Kern und lassen den Leser selbst das Unzulängliche und Unabänderliche mit nachdenklicher Lust ertragen und genießen.

Manegenstaub

Gedichte, 2010
Donat Verlag Bremen, ISBN: 978-3-938275-68-9
108 Seiten, €12,00

Für Siegfried Marquardt sind seine Gedichte „in den Manegenstaub geschrieben“, also vergängliche Notizen zum Zirkus des vergänglichen Lebens, zum Theatrum mundi. In der Manege, in der alles spielt, in der Marquardt die Rollen wechselt, weint und lacht, beobachtet er genau: sich, die anderen Spieler, Himmel und Erde. Einmal geschrieben, bleibt das Wort – auch wenn der Manegenstaub aufwirbelt – über den Augenblick hinaus.

Fallende Fahrt

Gedichte, 2007
Donat Verlag Bremen, ISBN: 978-3-938275-31-3
112 Seiten, €12,80

Der Band „Fallende Fahrt“ – so Matthias Ehlers im „Literatur-Magazin von WDR5“ – versammelt Gedichte, die kleine Anmerkungen zum Leben sind, zugleich von spröder Schönheit und mit dem deutlichen Motiv geschrieben wurden, verstanden zu werden. Titel wie „Überleben“, „Mondnacht“ oder „Habenhauser Landstraße“ zeugen von der Erdverbundenheit des Autors. Unverstellte, authentische Lyrik, empathisch und emotional, ohne unangenehm moralisierend zu sein.