Michael Stavarič

Foto: Yves Noir

Zu Gast auf der globale° – Festival für grenzüberschreitende Literatur 2017

Michael Stavarič wurde 1972 in Brno (Tschechoslowakei) geboren. Er lebt als freier Schriftsteller, Übersetzer und Dozent in Wien. Er studierte an der Universität Wien Bohemistik und Publizistik/Kommunikationswissenschaften. Über 10 Jahre lang war er an der Sportuniversität Wien tätig – als Lehrbeauftragter fürs Inline-Skating. Er wurde mit zahlreichen Stipendien und Auszeichnungen geehrt, zuletzt: Adelbert-Chamisso-Preis, Österreichischer Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur. Zu seinen Lehraufträgen gehören: Stefan Zweig Poetikdozentur an der Universität Salzburg, Literaturseminar an der Universität Bamberg.


Bücher

Gotland

Roman, 2017
Luchterhand, ISBN: 978-3-630-87543-9
352 Seiten, €20,00

Eine streng katholische Mutter – Zahnärztin mit eigener Praxis neben einer Stiftskirche in Wien und einem fanatischen Glauben, der die Bibel gefährlich wörtlich nimmt. Was macht das mit dem Sohn? Mit einem jungen Mann, der sich nach einem Vater sehnt und allerlei Begierden entwickelt, je älter er wird? Er wird zu einem Suchenden, vor allem nach dem Tod der Mutter. Zu einem Fahrenden in Sachen Gott, den er in Gotland zu finden hofft, jenem fernen Sehnsuchtsort der Mutter, die immer behauptete, dort hätte sie seinen Vater kennengelernt. Ein unheimlicher, heiliger, jedoch auch wahnsinniger Ort…

Mathilda will zu den Sternen

Bilderbuch, 2015
NordSüd, ISBN: 978-3-314-10264-6
32 Seiten, €14,99

Zu gerne möchte das kleine Schweinchen Mathilda wissen, wie die Sterne schmecken. Aus diesem Grund beschließt sie, gleich selbst zu den Sternen zu fliegen. Mathilda scheut keinen Aufwand, um an ihr Ziel zu gelangen. Mit Hilfe eines Trampolins springt sie hoch, aber leider nicht hoch genug. Und auch der hilfsbereite Adler kann ihr nicht wirklich helfen. Erst als Eber Bruno auftaucht, kommt Mathilda der Erfüllung ihres Wunsches sehr nahe. Wenn auch anders, als sie es sich vorgestellt hatte.

Königreich der Schatten

Roman, 2013
C.H. Beck, ISBN: 978-3-406-65389-6
256 Seiten, €19,95

Zwei Stimmen, eine Berufung: die junge Wienerin Rosi Schmieg verschlägt es auf der Suche nach ihrer Bestimmung nach Leipzig, wo sie das Fleischerhandwerk erlernt, denn an die „Fleischerei Schlingel“ hat sie die schönsten Kindheitserinnerungen. Und auch ihr Großvater war schließlich Metzger gewesen. Er fiel im Zweiten Weltkrieg, getötet von einem Amerikaner. Dessen Enkelsohn will ebenfalls Fleischhauer werden und reist nach Europa, nach Frankreich und Deutschland, auf den Spuren des Großvaters, der einst aus der Tschechoslowakei emigriert war. In Leipzig begegnen sich die beiden jungen Metzger, in Rosis Fleischerei, auf einer modernen Antirutschmatte… und spätestens dann wird klar, was es mit den Großvätern auf sich hat.

Brenntage

Roman, 2011
C.H. Beck, ISBN: 978-3-406-61265-7
232 Seiten, €18,95

„Das Ausbleiben der Zukunft ist nichts für schwache Nerven.“ So viel steht für den namenlosen Ich-Erzähler fest, der nach dem Tod der Mutter bei seinem Onkel in einer von Bergen und Schluchten umgebenen Siedlung lebt. Und die Zukunft macht sich rar, denn wegen der Abgeschiedenheit der Siedlung kapseln sich deren Einwohner zusehends ab. So entsteht ein Mikrokosmos mit ganz eigenen Sitten und Gebräuchen, wie etwa den „Brenntagen“ bzw. diversen „Waldriten“. Die Grenzen zwischen Surrealität und Realität verschwimmen – Menschen verschwinden, durch die Wälder ziehen Soldaten, Hunderudel und mitunter sogar Geister, die auf längst geführte Kriege verweisen, überall Echos, deren eigentlicher Sinn verborgen bleibt. Da ist es nur gut, dass es den Onkel gibt, eine schier unerschöpfliche Quelle eigensinniger und abgründiger Weisheit. Und als die Siedlung durch ein großes Feuer in Schutt und Asche gelegt wird, übernimmt dieser das Kommando und veranlasst einen Umzug der Bewohner in eine der nahe gelegenen Minen …

Böse Spiele

Roman, 2009
C.H. Beck, ISBN: 978-3-406-58240-0
155 Seiten, €16,90

Ein Mann, der Erzähler, liebt eine Frau, die mit Robert zusammenlebt und mit diesem ein Kind hat, was nichts daran ändert, dass beide sich nacheinander verzehren. Aber es gibt noch eine andere Frau, die den Erzähler vergöttert. Die erste Frau fordert, ihren Mann Robert zu töten, die andere droht mit einem Clankrieg, wenn er ihre Liebe verrät. Alle spielen gemeinsam das Spiel von Liebe und Begehren, Lüge und Verrat.