Lothar Machtan

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Lothar Machtan wurde 1949 in Gelsenkirchen geboren. Er studierte Geschichte und Politikwissenschaften an der Universität Heidelberg. An der Universität Bremen absolvierte er seinen Doktor und seine Habilitation und war dort im Anschluss als Gastwissenschaftler und Dozent tätig. Seit 1999 arbeitet er nebenberuflich als freier Schriftsteller. Im Januar 2013 wurde er zum Forschungsstipendiaten der Gerda Henkel Stiftung ernannt. Machtan schreibt außerdem u. a. für Spiegel, Die Zeit und Frankfurter Allgemeine Zeitung. Er ist zudem als Ausstellungsmacher (Bismarck-Museum Bad Kissingen) und als Film- und Drehbuchautor tätig.

Ein Interview mit Lothar Machtan zu seinem neuen Buch „Kaisersturz“ gibt es hier: >>https://www.youtube.com.


Bücher

Kaisersturz. Vom Scheitern im Herzen der Macht

Sachbuch 2018
Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG), ISBN: 978-3806237603
352 Seiten, €24,00

Es war eine politische Schicksalsgemeinschaft, die zum Scheitern verurteilt war: Kaiser Wilhelm II., der übermächtige Schwächling, Friedrich Ebert, der vermeintliche Retter, und Kanzler Prinz Max von Baden, der unvorhergesehene Anwärter auf den Kaiserthron. Mit großer szenischer Kraft erzählt Lothar Machtan von den Triebfedern der Hauptakteure im Herzen der Macht: von Leichtsinn und Dummheit, von Angst und Trotz, von Blindheit und Arroganz, von Feigheit und Versagen im Angesicht der schwersten Krise des deutschen Kaiserreichs. Statt mit klugen Problemlösungen aufzuwarten, ließen sie sich immer tiefer in ein Polit-Drama verstricken, über das erst am 9. November 1918 der Vorhang fiel.

Der Endzeitkanzler

Sachbuch 2018
Konrad Theiss Verlag, ISBN: 978-3806236606
686 Seiten, €29,95

Prinz Max von Baden und der Untergang des Kaiserreichs. Vor 100 Jahren, am 9. November 1918 schrieb Max von Baden Geschichte: Mit seiner eigenmächtigen Erklärung, der Kaiser habe abgedankt, wurde Deutschland Republik. Diese weichenstellende Entscheidung war jedoch nicht die eines Visionärs, sondern Resultat seiner Überforderung in der finalen Krise der Monarchie.
Mit großer erzählerischer Kraft führt uns Lothar Machtan durch das Leben dieser zerrissenen Persönlichkeit. Max von Baden hatte engen Kontakt zum Bayreuther Wagner-Kreis und zum Rassenideologen Houston Stewart Chamberlain. Zugleich kam sein engster Vertrauter aus dem jüdischen Großbürgertum. Der Prinz lebte standesbewusst, doch als Homosexueller jenseits der herrschenden Konventionen. Er galt als weltoffen und friedensbereit, aber verachtete die Demokratie.
Lothar Machtans Biographie dieser faszinierenden Figur ist ein Glanzstück der modernen Geschichtsschreibung. Mit großer Sachkenntnis und stilistischer Brillanz erzählt er das Leben Max von Badens und malt ein Panorama der Zeit.

Die Abdankung

Sachbuch 2016
dtv, ISBN: 978-3-423-28085-3
432 Seiten, €26,90

Wie Deutschlands gekrönte Häupter aus der Geschichte fielen.
Mit der Novemberrevolution 1918 endete das Deutsche Kaiserreich. Kaiser, Könige und Fürsten, jahrhundertealte Dynastien wie die Hohenzollern oder die Wittelsbacher dankten sang- und klanglos ab – ein in der Geschichte einzigartiges Phänomen. Überaus anschaulich und quellennah schildert Lothar Machtan, was die Herrscher-Dynastien so unköniglich aus der Geschichte fallen ließ. Er erklärt auch, warum alles so kam und welch irreparablen Schaden dieser Untergang der politischen Kultur in Deutschland zugefügt hat.

Prinz Max von Baden. Der letzte Kanzler des Kaisers.

Biographie, 2013
Suhrkamp, Berlin, ISBN: 978-3-518-42407-0
420 Seiten, €26,95

Auf der Basis reicher, hier erstmals erschlossener Quellen erzählt Lothar Machtan die faszinierende Geschichte einer historischen Figur voller Widersprüche – eines fürstlichen Lebens, dem nichts Menschliches fremd blieb – und eröffnet damit zugleich einen neuen Blick auf eine Epoche im Stadium ihres Zerfalls.

Der Kaisersohn bei Hitler

Sachbuch, 2006
Hoffmann&Campe, Hamburg, ISBN: 978-345-509-484-8
464 Seiten, €24,00

Mit 42 Abbildungen. Lothar Machtan erzählt die Lebensgeschichte des Kaisersohns Prinz August Wilhelm von Preußen und untersucht am Beispiel dieser Biografie, wie sich deutscher Hochadel vor den Karren der Nationalsozialisten spannte. Deutsche Geschichte, vom Kaiserreich bis zum Untergang des Dritten Reiches, elegant und unterhaltsam geschildert anhand einer tragikomischen Vita, die überraschende Blicke hinter die Kulissen der Hitler’schen Machtpolitik gewährt.

Hitlers Geheimnis. Das Doppelleben eines Diktators.

Sachbuch, 2001
A. Fest Verlag, Berlin, ISBN: 978-359-615-927-7
463 Seiten, €22,91

Dieses Buch zeigt, dass Hitler homosexuell war und dass es für das Verstehen seiner Person wie seiner Karriere unerlässlich ist, darüber im Bilde zu sein. Hitler konnte seine Homosexualität nicht leben, sie aber auch nicht völlig verdrängen. So sehen wir einen Schauspieler, der das Stigma seines Trieblebens zugleich zu kaschieren und für sich zu nutzen versuchte; einen Angreifbaren, der sich zeitlebens mit Erpressern herumzuschlagen hatte. Hitlers gleichgeschlechtliche Veranlagung lässt sich belegen – aber nicht darin liegt das Enscheidende: Viel wichtiger ist es, die Tatsache seiner Homosexualität als historische zu begreifen und zu sehen, was dies im Kontext der Zeit bedeutete, welche Folge es hatte und welche Erkenntnischancen es bringt.

Bismarck und der deutsche National-Mythos

Sachbuch, 1995
edtition temmen, Bremen, ISBN: 978-386-108-244-6
207 Seiten, €24,00

In diesem Buch wird ein Fabelwesen aus der Kulturgeschichte des deutschen Nationalismus vorgestellt. Es geht um Bismarck, aber nicht den Politiker des 19. Jahrhunderts. Vielmehr geht es um jenen Bismarck, der zu Beginn dieses Jahrhundertswie eine Ikone in das öffentliche Bewusstsein eingegraben und dort Unheil gestifetet hat: um Bismarck, den Nationalheiligen der Deutschen.

Bismarcks Sozialstaat

Sachbuch, 1994
Campus, Frankfurt a.M./New York, ISBN: 978-359-335-098-1
473 Seiten, €49,00

Beiträge zur Geschichte der Sozialpolitik und zur sozialpolitischen Geschichtsschreibung. In Zusammenarbeit mit der Hamburger Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts, herausgegeben von Lothar Machtan.