Klaus Modick

Modick, Klaus

Zu Gast beim Literarischen Herbst in Bremerhaven 2015
Zu Gast in der Buchhandlung Storm in Bremen 2015
Zu Gast beim Literarischen Herbst in Bremerhaven 2012

Klaus Modick, 1951 in Oldenburg geboren, hat Germanistik, Kunstgeschichte, Philosophie und Geschichte studiert. 1984 veröffentlichte Modick seinen ersten Novellenband und ist seitdem als freier Schriftsteller und Kolumnist. Bis heute verfasste er zahlreiche Romane, Essays, Novellen und Gedichte. Modick übernimmt zudem Lehraufträge – u.a. unterrichtet er in den USA kreatives Schreiben – und arbeitet als Übersetzer. Für sein umfangreiches Werk wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter Villa Massimo, Nicolas-Born-Preis und Bettina-von Arnim-Preis. Klaus Modick lebt in Oldenburg.

Preise und Auszeichnungen:
2005 Nicolas Born-Preis des Landes Niedersachsen
1994 Bettina von Arnim Preis


Bücher

Konzert ohne Dichter

Roman, 2015
Kiepenheuer & Witsch, ISBN: 978-3-462-04741-7
240 Seiten, €17,99

Die Chronique scandaleuse Worpswedes: Rilke und Vogeler, ihr Werk und die Frauen – und ein epochales Gemälde.

In seinem neuen Roman erzählt Klaus Modick die Entstehungsgeschichte des berühmtesten Worpsweder Gemäldes, von einer schwierigen Künstlerfreundschaft – und von der Liebe. Heinrich Vogeler ist auf der Höhe seines Erfolgs. Im Juni 1905 wird ihm die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen – für sein Gesamtwerk, besonders aber für das nach fünfjähriger Arbeit fertiggestellte Bild »Das Konzert oder Sommerabend auf dem Barkenhoff«. Während es in der Öffentlichkeit als Meisterwerk gefeiert wird, ist es für Vogeler das Resultat eines dreifachen Scheiterns: In seiner Ehe kriselt es, sein künstlerisches Selbstbewusstsein wankt, und eine fragile Freundschaft zerbricht. Rainer Maria Rilke, der literarische Stern am Himmel der Worpsweder Künstlerkolonie, und sein Seelenverwandter« Vogeler haben sich entfremdet – und das Bild bringt das zum Ausdruck: Rilkes Platz zwischen den Frauen, die er liebt, bleibt demonstrativ leer. Was die beiden zueinanderführte und später trennte, welchen Anteil die Frauen daran hatten, die Kunst, das Geld und die Politik, davon erzählt Klaus Modick auf kunstvolle Weise: Auf der Reise zur Preisverleihung erinnert Vogeler sich an die Gründung der Künstlerkolonie, die Magie der ersten Begegnung mit Rilke in Florenz, die Euphorie des gemeinsamen Aufbruchs – und an Paula Modersohn-Becker und Clara Rilke-Westhoff, die Frauen, denen Rilke in einer skandalösen Dreiecksbeziehung verbunden war.

Sunset

Roman, 2011
Eichborn Verlag, ISBN: 978-3-8218-6117-3
192 Seiten, €18,99

Feuchtwanger, Brecht und das kalifornische Exil – der Roman einer ungewöhnlichen Freundschaft.

Weltberühmt und wohlhabend, aber argwöhnisch beschattet von den Chargen der McCarthy-Ära, lebt Lion Feuchtwanger 1956 noch immer im kalifornischen Exil – der letzte der großen deutschen Emigranten. Als ihn an einem Augustmorgen die Nachricht vom plötzlichen Tod Bertolt Brechts erreicht, ist er tief erschüttert. Er hatte Brechts Genie entdeckt, hatte ihn gefördert, war ihm eng verbunden gewesen.

In stummer Zwiesprache mit dem toten Freund ruft Feuchtwanger die Stationen dieser Freundschaft wach, ihren Beginn im München der Räterepublik, die literarischen Triumphe der Zwanzigerjahre, die Flucht und das Leben im Exil. Aus seinen Erinnerungen kristallisieren sich zugleich die Antriebsfedern des eigenen literarischen Schaffens heraus: die Trauer um die als Säugling verstorbene Tochter, seine Schuldgefühle und sein Ehrgeiz, die Traumata seiner Kindheit – und schließlich die Liebe und die Vergänglichkeit. Am Ende des Tages, als die Sonne im Stillen Ozean versinkt, ist der alte Feuchtwanger sich seiner Stärken und Schwächen hell bewusst und hat eine Bilanz des eigenen Lebens gezogen.

Vierundzwanzig Türen

Roman, 2010
Eichborn Verlag, ISBN: 978-3-8387-2322-8
247 Seiten, €17,95

Eine ebenso behutsam wie anrührend erzählte Weihnachtsgeschichte, in der es um Liebe, Hoffnung und um ein Verbrechen geh – liebevoll illustriert von Jub Mönster.

Im Haus des Erzählers geht es in der Vorweihnachtszeit turbulent zu. Die beiden Töchter kommen in das Alter, in dem Weihnachtswünsche teuer werden und Familienrituale an Kraft verlieren. Doch der Adventskalender, den die Mutter von einem alten Mann geschenkt bekam, fesselt die Aufmerksamkeit der ganzen Familie. Er erzählt auf vierundzwanzig Bildern eine faszinierende Geschichte aus der Nachkriegszeit: Drei Männer stehlen ein Worpsweder Gemälde, um damit den Kauf von Lebensmitteln und Heizmaterial zu finanzieren. Ein Schneesturm zwingt sie zur Einkehr in ein einsames Gehöft, wo eine junge Frau in den Wehen liegt.

Die Schatten der Ideen

Roman, 2008
Eichborn Verlag, ISBN: 978-3-8218-5827-2
456 Seiten, €19,95

Zwei Menschen, zwei Jahrhunderte, zwei deutsche Schicksale in Amerika. Ein eminent spannender, hellsichtiger und zeitloser Roman über Faszination und Widersprüche eines Landes, das sich seiner selbst nie sicher ist.

1935: Der deutsche Historiker Julius Steinberg flüchtet wegen seiner jüdischen Herkunft aus Nazideutschland in die USA. Nach einer dramatischen Odyssee durchs Elend des Exils findet er sein privates und berufliches Glück als Professor am Vermonter Centerville College. Doch als er unverschuldet in die Mühlen von McCarthys Hexenjagd auf Kommunisten gerät, wird Steinbergs amerikanischer Traum zum Albtraum. Ein halbes Jahrhundert später, im Jahr des Irak-Kriegs, kommt der Schriftsteller Moritz Carlsen als Writer in Residence ans Centerville College, um dort ein halbes Jahr lang zu unterrichten. Die Arbeitsbedingungen sind gut, das Salär angemessen, und der allgegenwärtige Patriotismus, mit dem die Amerikaner ihre Truppen im Irak unterstützen, scheint in Centerville nur eine lästige Pflichtübung zu sein. Doch dann stößt Carlsen durch Zufall auf Briefe und nachgelassene Aufzeichnungen Julius Steinbergs – geschrieben im Gefängnis. Anfangs nur neugierig, recherchiert Carlsen den abenteuerlichen Lebensweg des vor 50 Jahren emigrierten Historikers und kommt einem dunklen Geheimnis auf die Spur. In der von Misstrauen und Hysterie geprägten Gegenwart macht er die bittere Erfahrung, dass die Geschichte sich wiederholt. Denn Carlsen bringt einen Mann und verstörende Ereignisse ans Licht, an die sich in Centerville niemand erinnern will …