Julia Wolf

Foto: Franziska Rieder

Zu Gast bei der Literarischen Woche 2018

Julia Wolf, 1980 in Groß-Gerau geboren, lebt in Berlin und Leipzig. Für ihren Debütroman »Alles ist jetzt« (FVA 2015) erhielt sie den Kunstpreis Literatur der Brandenburg Lotto GmbH. Beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2016 las sie einen Auszug aus ihrem Roman »Walter Nowak bleibt liegen« (FVA 2017), für den sie mit dem renommierten 3sat-Preis und dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet wurde. »Walter Nowak bleibt liegen« wurde 2017 für den Deutschen Buchpreis nominiert.

http://www.juliawolf.berlin/


Bücher

Walter Nowak bleibt liegen

Roman, 2017
Frankfurter Verlagsanstalt, ISBN: 9783627002336
160 Seiten, €21,00

Jeden Tag schwimmt Walter Nowak seine Bahnen im Freibad. Eines Morgens bringt eine Begegnung ihn aus der Fassung, mit fatalen Folgen: Der Länge nach ausgestreckt findet er sich wenig später auf dem Boden seines Badezimmers wieder, bewegungsunfähig und auf sich allein gestellt. »Von nun an geht es abwärts, immer abwärts«, schießt es ihm durch den Kopf. Zunehmend verliert er die Kontrolle, Gedankenfetzen, Bilder aus der Vergangenheit stürzen auf ihn ein: das Weihnachtsfest mit seiner ersten Frau Gisela, ihr Schweinebraten, ihre Tränen; der Blick seines Sohnes Felix, als er von der Trennung erfährt; Erinnerungen an seine eigene Kindheit als unehelicher Sohn eines GIs; und, vor kurzem, eine Diagnose seiner Ärztin. Während nach und nach alles vor seinen Augen verschwimmt, ziehen seine Gedanken immer engere Kreise, nähern sich einem verborgenen Zentrum, dem Anfang, dem Ende …

Alles ist jetzt

Roman, 2015
Frankfurter Verlagsanstalt, ISBN: 9783627002114
160 Seiten, €19,90

Eine Ewigkeit scheint vergangen seit Ingrids Flucht aus der bürgerlichen Enge eines Vororts, raus aus dem Elternhaus mit provinzdeutscher Gartenhecke und kleinkalifonischem Flachdach. Jetzt arbeitet Ingrid in der großen Stadt, mixt Getränke in einer Live-Sex-Bar. Ihre Wohnung teilt sie sich mit einer Katze und ihrem Bruder Gordan. Ein Besuch bei der Mutter wühlt alles wieder auf, was Ingrid so sorgfältig unter einer Jahre alten Müdigkeit verborgen hielt: Erinnerungen an eine fatale Grillparty beim Vater und seiner neuen Familie, an die Mutter mit wässrigen Augen und Gläsern mit Hochprozentigem, an einen verlassenen Pool, der wie eine Wunde im elterlichen Garten klafft. Und an einen Sommer zu dritt, an dem alles seinen Anfang nahm.