John von Düffel

Zu Gast bei Lese-Art 2016
Zu Gast bei den Literarischen Wochen Bremerhaven
Zu Gast in der Schwankhalle Bremen

Foto: © Jakob Hoff / Piper Verlag

1966 in Göttingen geboren. Aufgewachsen in Londonderry/Irland, Diemelstadt/Hessen, Vermillion/South Dakota und verschiedenen kleineren deutschen Städten. 1985 Abitur in Oldenburg. Nach dem Studium der Philosophie, Germanistik und Volkswirtschaft in Stirling/Schottland und Freiburg im Breisgau 1989 Promotion über Erkenntnistheorie an der Albert-Ludwigs-Universität zu Freiburg (Titel: Intentionalität als Absichtlichkeit, Kohlhammer, Stuttgart 1989). Anschließend Film- und Theaterkritiker für Presse und Rundfunk. 1991 Dramaturg für Schauspiel und Tanztheater am Theater der Altmark in Stendal, 1993 am Staatstheater Oldenburg, 1996 leitender Schauspieldramaturg am Theater Basel. Von August 1998 bis Sommer 2000 Autor und Dramaturg am Schauspiel Bonn. Danach als Autor und Dramaturg am Thalia Theater Hamburg tätig. Derzeit arbeitet John von Düffel als Dramaturg am Deutschen Theater Berlin und ist Professor für Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste.

Der 1998 erschienene Roman „Vom Wasser“ wurde mit dem Ernst Willner-Preis der Verlage beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, dem Mara Cassens-Preis des Literaturhauses Hamburg sowie dem Aspekte-Literaturpreis des ZDF ausgezeichnet. 2005 erhielt er für seinen Roman „Houwelandt“ den Preis „Das neue Buch“, der jährlich vom Verband deutscher Schriftsteller (VS) Niedersachsen /Bremen ausgelobt wird. 2006 erhielt er den Nicolas-Born-Preis des Landes Niedersachsen.

http://www.johnvondueffel.de/


Bücher

Das Klassenbuch

2017
DuMont, ISBN: 978-3-8321-8944-0
350 Seiten, €22,00

Das Kaleidoskop einer Schulklasse

Sie sind erwachsen und sind es nicht: Sie sind in jeder Hinsicht »dazwischen«, zwischen Schule und wirklicher Welt, zwischen Gegenwart und Zukunft, Vereinzelung und der unfreiwilligen Gemeinschaft einer Klasse.
John von Düffel folgt neun ganz unterschiedlichen Schülerinnen und Schülern an entscheidenden Punkten ihrer Entwicklung. Es sind Hochbegabte und Schwänzer, Suizidgefährdete und Magersüchtige, Computernerds, Selbstdarsteller und Unsichtbare, deren Realität mit der digitalen Welt verschwimmt. Was als Kranz isolierter Perspektiven beginnt, verwandelt sich immer stärker zu einem fein verästelten Gesamtgebilde, in dem alles auf überraschende und erschütternde Weise interagiert. Die vielen Möglichkeiten, die anfangs offenzustehen scheinen, verdichten sich dabei allmählich zu einem gemeinsamen Schicksal.
›Klassenbuch‹ ist ein Kaleidoskop detailscharfer Momentaufnahmen einer Lebensphase, die wohl wie keine andere auf der Kippe zwischen Aufbruch und Absturz steht. Von Düffel gelingt es virtuos, jedem seiner Antihelden eine unverwechselbare Stimme zu geben. Am Ende wird man ihnen so nahe gekommen sein, dass man sie nie wieder vergisst.

KL – Gespräch über die Unsterblichkeit

Roman, 2015
Dumont Buchverlag, ISBN: 978-3-8321-9784-1
160 Seiten, €18,00

Wer sieht uns an? Und was wird dadurch aus uns? Einer, der es wissen muss, ist der bekannte Modeschöpfer KL, eine Ikone der Unnahbarkeit, der seit Jahrzehnten nicht zu altern scheint und immer gleich aussieht. Ein namenloser Erzähler fährt nach Paris, um mit KL über Schein und Sein, über den Tod und das Leben als Bild gewordene Instanz zu sprechen. Doch KL ist einer der eigensinnigsten und launischsten Gesprächspartner deutscher Sprache. Das Gespräch ist mit zahlreichen Reglementierungen und Auflagen verbunden. Und entwickelt sich schließlich in eine unerwartete Richtung. ›KL – Gespräch über die Unsterblichkeit‹ ist die Fiktion eines Interviews mit einem Menschen, der in der Wirklichkeit die Fiktion seiner selbst zu sein scheint. Ein originelles literarisches Spiel, das überraschende Erkenntnisse bereithält: über den Bilderwahn unserer Zeit, den täglichen Kampf um Sichtbarkeit und die Angst vor dem Verschwinden.

Wassererzählungen

Erzählungen, 2014
Dumont, ISBN: 978-3-8321-9744-5
256 Seiten, €19,99

Ein Schwimmbad, ein See, ein Teich, strömender Regen und das Meer – John von Düffels neue Geschichten spielen im, am, unter oder auf dem Wasser. Sie erzählen von glitzernden Reflexen und schwarzer Tiefe, großer Weite und luftdichter Abgeschlossenheit, eisgrauem Meer im Winter und dem glasklaren Wasser eines Pools. Ein Vater muss lernen, dass seine Tochter ihm entwächst, eine Mutter, dass ihr Kind niemals geboren wird. Ein Lehrer erkennt, dass man anderen Menschen nie das vermitteln kann, was man möchte, sondern nur das Unfreiwillige. Wie ein stummer Fisch im Aquarium dekoriert eine Frau den Pool eines Stararchitekten. Ein junger Mann schwimmt durch die winterkalte Ostsee und stirbt – doch nicht.
In elf Geschichten blickt John von Düffel auf Eltern und Kinder, Menschen und Tiere in einer Welt, in der vieles, was früher galt, fortgespült wurde. Mit seinen Wassererzählungen kehrt der leidenschaftliche Schwimmer John von Düffel zu dem Grundmotiv seines Erfolgsromans ›Vom Wasser‹ und zu seinem Lebensthema zurück.

Geschichten vom Sterben

Wahre Geschichten, 2013
Piper Verlag, ISBN: 978-3-492-05577-2
240 Seiten, €19,99

Die meisten Menschen möchten zu Hause sterben, im eigenen Bett. Nur Wenigen ist das möglich. Petra Anwar hat zahlreichen Patienten und ihren Familien dabei geholfen. Sie kennt die Nöte und Ängste der Versorgung außerhalb des Krankenhausbetriebs. Und doch ist diese gemeinsame Zeit für Sterbende und ihre Angehörigen besonders kostbar: für Maike, die trotz des riesigen Tumors in ihrem Bauch noch ein ganzes Jahr mit ihren heranwachsenden Töchtern gewinnt; für Herrn Helling, der im Rollstuhl ans Meer reist, um ein letztes Mal die Leuchttürme zu sehen; für Herrn Bozkurt, der in seine kleine Stadt in der Türkei zurückkehrt, weil eine Wohnung in der Fremde kein guter Ort zum Sterben ist … Petra Anwar ist da, damit ein Mensch geborgen und frei von Angst dort sterben kann, wo er gelebt hat. Zusammen mit John von Düffel erzählt sie zwölf wahre Geschichten vom Sterben zu Hause.

Goethe ruft an

Roman, 2011
DuMont Verlag, Köln, ISBN: 978-3-8321-9649-3
320 Seiten, €19,99

Es gibt zwei Sorten von Schriftstellern: die strahlenden Zauberer und die erfolglosen Zweifler. Der Erzähler von John von Düffels neuem Roman gehört zweifellos zu den Erfolglosen. Seit Jahren schon sitzt er »an etwas Größerem«. Doch er hat einen Förderer: Goethe. Der heißt natürlich nicht wirklich so – doch wenn irgendjemand heute Goethes Format hat, dann er. Ein Klassiker zu Lebzeiten, ein Literaturgott. Seine Lesungen gleichen Messen. Oder Rockkonzerten. Goethe überredet den Freund, ihn bei einer Veranstaltung in der Lausitz zu vertreten…

Beste Jahre

Roman, 2007
Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN: 978-3423139076
240 Seiten, €8,90

Ein Schauspieler stellt fest, dass das Dramatische aus seinem Leben verschwunden ist. Mit Anfang Vierzig muss er nicht mehr jedem Rock hinterherlaufen. Zusammen mit seiner Frau Lisa genießt er die ruhiger gewordene Zeit. Da taucht im Grundriss der neuen Wohnung das Wort »Kinderzimmer« auf. Die beiden gestehen sich ein, dass sie mit einem Kind noch glücklicher wären. Doch auf Kommando ist da nichts zu machen, ihr »Fruchtbarkeitswett­bewerb« kennt keinen Sieger. Also lassen sie sich helfen – und das Dramatische kehrt in ihr Leben zurück.

Wovon ich schreibe

Persönliche Beobachtungen, 2009
DuMont Verlag, Köln, ISBN: 978-3-8321-8088-1
160 Seiten, €16,95

In persönlichen Beobachtungen macht John von Düffel sich auf die Suche nach den vielfältigen Berührungspunkten von Literatur und Wirklichkeit, er verknüpft Leben und Schreiben. Die Kunst, Ich zu sagen, ist auf beiden Feldern gefragt, ebenso der Umgang mit Familie, die Bewegung, die verschiedenen Formen von Zeit. Und erstaunlich viele Deutungsmuster aus der Literatur lassen sich auf den ganz privaten Alltag übertragen.

Hotel Angst

Erzählung, 2006
Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN: 978-3423135719
112 Seiten, €7,50

Eine Fahrt Richtung Vergangenheit, nach Bordighera an der der italienischen Riviera, dahin, wo der Erzähler in Gedanken schon so oft gewesen ist, ins »Hotel Angst« – benannt nach seinem Besitzer Adolf Angst, ein Luxushotel der Jahrhundertwende, eine Titanic unter den mondänen Prachthotels dieser Welt.
Hotel Angst erzählt die Geschichte eines magischen Ortes, bewohnt von seiner Vergangenheit und von der Erinnerung an den Vater, der davon träumt, das Hotel Angst wieder zu eröffnen.

Houwelandt

Roman, 2004
DuMont Verlag, Köln, ISBN: 978-3832178826
315 Seiten, €19,90

»Ich kenne den Mann nicht«, sagt Christian de Houwelandt, als er gebeten wird, die Rede zum achtzigsten Geburtstag seines Großvaters, des Familienoberhaupts zu verfassen.
Familiengeschichte als Generationengeschichte: John von Düffel erzählt in seinem neuen Roman mit dramatischer Raffinesse von den de Houwelandts – von vier bewegenden Gestalten aus drei Generationen.

Zeit des Verschwindens

Roman, 2000
Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN: 978-3423129398
192 Seiten, €8,90

Er wäre gerne »ein Experte in Sachen Abschied«. Abwesenheit bestimmt sein Leben als Geschäftsmann und zerstört das Familienleben. Am Geburtstag seines Sohnes Philipp macht er sich auf zu einer langen Autofahrt nach Hause, um sein Kind zurückzugewinnen. Voller Vatergefühle wünscht er sich »Wiedergutmachung für 365 versäumte Tage … jeder einzelne unverzeihlich«.

Vom Wasser

Roman, 1998
Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN: 978-3423127998
288 Seiten, €9,90

Die dramatische Geschichte einer Papierfabrikantendynastie – erzählt uns von einem, der wie magisch angezogen immer wieder zum Wasser zurückkehrt. Vor unseren Augen läßt dieser Mann die Porträts seiner Ahnengalerie auferstehen. Er erinnert sich an die sommerlichen Szenen seiner Kindheit und stellt sich vor, wie es gewesen sein könnte: Damals, als im letzten Jahrhundert der Ururgroßvater auf seinem Landgut zwischen den Flüssen Orpe und Diemel entdeckte, wie sich Wasser in Papier und Papier in Geld verwandeln läßt; damals, als der Sohn des barocken Firmengründers die Fabrik mit seinem nüchternen Zahlenverstand durch den ersten Krieg rechnete und rettete; damals, als die traditionsreiche Geschichte der erstgeborenen Fabrikherren mit dem nächsten Krieg und einem den Musen zugewandten Direktor zu Ende zu gehen drohte. Damals, als eine Frau die vorläufige Rettung brachte.

Veranstaltungen


John von Düffel im Gespräch mit Simone Sterr

Foto: Jakob Hoff / Piper

John von Düffel ist 1966 in Göttingen geboren, aufgewachsen aber in Londonderry/Irland, Diemelstadt/Hessen, Vermillion/South Dakota und verschiedenen kleineren deutschen Städten. Nach dem Studium der Philosophie, Germanistik und Volkswirtschaft in Stirling/Schottland und Freiburg im Breisgau promovierte er 1989  über Erkenntnistheorie an der Albert-Ludwigs-Universität zu Freiburg (Titel: Intentionalität als Absichtlichkeit, Kohlhammer, Stuttgart 1989). Anschließend arbeitete er als Film- und Theaterkritiker für Presse und Rundfunk. 1991 war er Dramaturg für Schauspiel und Tanztheater am Theater der Altmark in Stendal, 1993 am Staatstheater Oldenburg, 1996 leitender Schauspieldramaturg am Theater Basel. Von August 1998 bis Sommer 2000 war er als Autor und Dramaturg am Schauspiel Bonn tätig, danach als Autor und Dramaturg am Thalia Theater Hamburg. Derzeit arbeitet John von Düffel als Dramaturg am Deutschen Theater Berlin und ist Professor für Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste.

>> mehr zum Autor

Der 1998 erschienene Roman „Vom Wasser“ wurde mit dem Ernst Willner-Preis der Verlage beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, dem Mara Cassens-Preis des Literaturhauses Hamburg sowie dem Aspekte-Literaturpreis des ZDF ausgezeichnet. 2005 erhielt er für seinen Roman „Houwelandt“ den Preis „Das neue Buch“, der jährlich vom Verband deutscher Schriftsteller (VS) Niedersachsen/Bremen ausgelobt wird. 2006 erhielt er den Nicolas-Born-Preis des Landes Niedersachsen.


Eintritt: 5 €

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 10.10.2018
19:30

Ort
Theater Bremen

Kategorie(n)