Jochen Grünwaldt

Dass der Kopf die Welt beherrsche,
wär zu wünschen und zu loben.
Längst vor Gründen wär die närrsche
Gaukelei in nichts zerstoben.

Aber wurzelhaft natürlich
herrscht der Magen nebst Genossen,
und so treibt, was unwillkürlich,
täglich tausend neue Sprossen.

Wilhelm Busch

Hans Joachim („Jochen“) Grünwaldt wurde 1938 geboren, aufgewachsen in Wismar und Greifswald. 1958 bis 1964 Studium in Kiel und München, seit 1964 in Bremen. Bis zur Pensionierung 2003 war Jochen Grünwaldt Lehrer für Deutsch, Geschichte und Philosophie, davon 11 Jahre als Schulleiter tätig. In den 70er Jahren Mitglied des „Bremer Kollektivs“. Veröffentlichung zahlreicher unterrichtstheoretischer Arbeiten.
In den 80er Jahren Mitglied des „Werkkreises Literatur der Arbeitswelt“. In dieser Zeit u.a. Sprechchöre verfasst und aufgeführt.
Seit der Pensionierung freiwillige Tätigkeiten (vor allem als Mitbegründer einer Gruppe, die für Grundschüler zusätzliches Lesetraining durch Freiwillige organisiert). Veröffentlichung von Gedichten und Kurzprosa. 2012 erschien die Textsammlung „Wotan, Freija und Co. -Germanische Geschichten neu erzählt“, die über den Autor direkt zu beziehen ist.
Jochen Grünwaldt ist langjähriges Mitglied des VS; seit Januar 2011 im Vorstand des Bremer Literaturkontors und Verfasser der Broschüre „30 Jahre Bremer Literaturkontor“.

Kontakt: 0421 – 70 70 40
hjgruenwaldt@web.de

Einzelveröffentlichungen pädagogischer Texte:

Sind Klassiker etwa nicht antiquiert? in: Diskussion Deutsch, Heft 1 (1970)
Nachgedruckt in: J.Vogt, Literaturdidaktik, Düsseldorf 1972

Didaktik des Deutschunterrichts in der Wandlung, in: H.Ide (Hg.) Bestandsaufnahme Deutschunterricht, Stuttgart 1970; nachgedruckt in: G.Wilkending (Hg.), Literaturunterricht, München 1972

Die Entwicklung von Sprachsensibilität als Ziel eines emanzipatorischen Deutschunterrichts in der Sekundarstufe I; in Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.), Sprache und Politik, Bonn 1971, nachgedruckt in: Diskussion Deutsch, Heft 7 (1972)

Wozu Linguistik in der Schule? In: Diskussion Deutsch, Heft 8 (1972)

Analysen von Fernsehserien im Deutschunterricht; in: H.Ide (Hg.), projekt deutschunterricht 5, Stuttgart, 1973

Ovelse i brug af sproget som ovelse i socialt samkvem (Übung des Sprachgebrauchs als sozialer Interaktion) in: Omkring skriftlig fremstilling, Kopenhagen 1974

Das Lesebuch muß heute eine Leselehre für kritisches Lesen sein; in: Diskussion Deutsch, Heft 16 (1974), nachgedruckt in: H.Geiger (Hg.), Lesebuchdiskussion 1970 – 1975, München 1977

Kommunikative Übungen (Sprachgebrauch); in: Bremer Kollektiv (Hg.), Grundriß einer Didaktik und Methodik des Deutschunterrichts in der Sekundarstufe I und II, Stuttgart 1974

Der Schein trügt (Stellungnahme zum KMK-Normenbuch; in: b:e 9 (1975) (zusammen mit H.Hoffacker), überarbeitet nachgedruckt in: H.Kraus/ J.Vogt (Hg.), Normierter Deutschunterricht? München 1977

Hochsprache oder Umgangssprache? Eine Unterrichtseinheit über die Sprachnormproblematik und ihre gesellschaftlichen Hintergründe, in: Praxis Deutsch 12 (1975)

Kommunikationsübungen im Deutschunterricht. Versuch einer Konkretisierung und Systematisierung neuerer didaktischer Ansätze; in: Diegritz, Fuchshuber u.a., Perspektiven der Deutschdidaktik, Kronberg 1975

Interessengemäßes Informieren über die Verweigerung einer Klassenarbeit; in: projekt deutschunterricht 10, Stuttgart 1976

Literaturunterricht in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation; in: A.C.Baumgärtner/M.Dahrendorf (Hg.), Zurück zum Literaturunterricht? Braunschweig 1977

Kritisches Lesen von Reisebeschreibungen. Ein Unterrichtsmodell; in: Grünwaldt/Hoffacker, Politischer Deutschunterricht? Beiträge zu einer Didaktischen Kontroverse, Stuttgart 1978

sprachpolitik – interessenbestimmte wortneubildung und wortsinnumwandlung;
in Praxis Deutsch 38 (1979)

Subjektives Gerede statt soziologischer Analyse und Training des polischen Handelns? Zu Garbrecht/Hübner, Anmerkungen zu einem `Besinnungsaufsatz` zum Thema `Deutschunterricht` in: Diskussion Deutsch 52 (1980)

(zusammen mit R.Wenzel) Anmerkungen zu Peter Möllers „Verriß der Didaktik des Bremer Kollektivs; in: Diskussion Deutsch 58 (1981)

Die Besprechung als Modell solidarischer Kommunikation; in: Diskussion Deutsch 82 (1985)

Zur Didaktik und Methodik mündlicher Kommunikationsübungen; in: Der Deutschunterricht, Heft 1 (1998)

Heinz Ide: Reform des Deutschunterrichts; in: Freundeskreis Schulmuseum Bremen e.V. (Hg.), Schulgeschichten Nr. 24, Bremen 2017.

Revolutionäre mit Penionsberechtigung – Die Aktionsgemeinschaft demokratischer Lehrer (ADL); in: Schulmuseum Bremen (Hg.), Trau‘ keinem über 30, Bremen 2018.


Bücher

SCHAUspiele

Gedichte, 2016
Donat Verlag Bremen, ISBN: 978-3-943425-61-1
80 Seiten, €12,00

Mit einem Nachwort von Gert Sautermeister

Jochen Grünwaldt versucht mit dem Buch die früher populäre Verserzählung wiederzubeleben. Er beschreibt in seinen Texten beispielsweise sehr farbig Nummern einer Zirkusvorstellung. Mit anderen versetzt er einen in eines der nächtlichen Maskenspiele, wie sie einst von den Bremer Blaumeiern dargeboten wurden. In einigen werden sogar aufs Genaueste ästhetisch reizvolle Tänze dargestellt. All dies schildert der Autor in abwechslungsreichen rhythmischen Versen, so dass das Lesen oder Hören der Texte zu einem ästhetischen Genuss wird.

30 Jahre Bremer Literaturkontor

2013
, ISBN: 978-3-00-042303-1
116 Seiten, €5,00

Das einfallsreich gestaltete Buch ist eine bunte Mischung aus Berichten, Anekdoten und Dokumenten unterschiedlichster Art, illustriert durch historische und aktuelle Fotos und Faksimiles von Flugblättern, Handzetteln, Zeitungsausschnitten und Buchumschlägen. Es informiert auf 116 Seiten über 30 Jahre Bremer Literaturkontor, das heißt, welche Buchpremieren es unterstützte, was für Werkstätten es veranstaltete, wie es den literarischen Nachwuchs förderte usw. Außerdem unterhält es mit kleinen Geschichten und einigen bissigen Äußerungen über Literaten.

Der politisch-kritische Deutschunterricht des Bremer Kollektivs

2009
Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main, ISBN: 978-3-631-57633-5
390 Seiten, €49,80

Hrsg.: Bodo Lecke
Das Buch ist ein Sammelband mit Veröffentlichungen des „Bremer Kollektivs“, in dem ich mit Aufsätzen über Literaturdidaktik, ein neues Lesbuch-Konzept, unterrichtliche Analyse von Fernsehserien, Kommunikationsübungen sowie einem Steckbrief übers „Bremer Kollektiv“ vertreten bin.

Die klugen Weserstädter

2009
Donat Verlag, Bremen, ISBN: 978-3-938275-71-9
96 Seiten, €12,00

Ist das Lob für die Bürger von Weserstadt wirklich ernst gemeint und weshalb schreibt der Präsident der Bremischen Bürgerschaft dazu ein Geleitwort? Was hat es mit der etwas seltsamen Sprache auf sich? Warum sagen die Kapitel-Überschriften nicht, um was es tatsächlich geht? Wie ist es zu verstehen, dass die einzelnen Abschnitte auf sehr skurrile Weise geordnet sind? Haben wir es gar mit einer Schildbürgerei zu tun?

Ich doch nicht

Gedichte, 2005
Donat-Verlag, Bremen, ISBN: 978-3934836990
57 Seiten, €8,50

„Jochen Grünwaldts Gedichte entsprechen nicht den üblichen Vorstellungen. Der Autor schlüpft in die Haut anderer und bringt zur Sprache, was sonst ungesagt bleibt: zynische, irrwitzige, verbotene oder ganz einfach komische Gedanken und Wünsche. Dabei bedient er sich unterschiedlicher Sprachformen (wie Umgangssprache oder Bildungsjargon), erschließt neue Reimmöglichkeiten und erzeugt damit neuartige Sprachklänge. Eine ungewohnte, aber originelle Spezialität des Autors sind Reime, die sich auf die Stammsilbe des Wortes beziehen. All das macht die Gedichte nicht nur aus inhaltlichen Gründen lesenswert. Ihre Lektüre ist auch ein sprachliches Vergnügen.“

Stinknase, Elefant und das Katzencafé

Geschichten für Stadtbummelanten, 1991
Donat-Verlag, Bremen, ISBN: 978-3924444525
120 Seiten, €7,80

„Das Buch erzählt von einem seltsamen Fremden, dessen Nase den Bürgern zu schaffen macht, weil sie so penetrant riecht. Es berichtet von einem Elefanten, der seinen künstlerischen Neigungen nachgehen will und darüber zum Tyrannen einer ganzen Stadt wird. Ein Kolonialdenkmal, ein Café und eine Straße mit Schweinen dienen als Vorwand, skurrilen Begebnissen nachzugehen, die nicht ohne aktuellen Bezug sind. Die Hintergründe von Entscheidungen des Senats werden beleuchtet und darüber informiert, warum das Weser-Stadion zeitweise in „Alfons-Arena“ umbenannt wurde, aus welchem Grund das Katzencafé im Schnoor heute nicht mehr von Katzen bewirtschaftet wird und wie ein Elefant dazu kommt, im Philharmonischen Orchester mitzuspielen.
Die „Geschichten für Stadtbummelanten“ erzählen von Bremer Denkmälern und Örtlichkeiten, zu denen man, wenn man Zeit hat, einmal wieder einen Bummel machen kann – und sei es auch nur in der Phantasie. Zugleich wird dem Rest der Republik eine ideale Gelegenheit geboten, etwas von der feinen Bremer Art zu schnuppern. Ein Buch, an dem Kinder ebenso Gefallen finden wie Erwachsene.“