Inge Buck

Foto: Julia Baier

„Denn das Gestaltete kann nicht gelebt werden, wenn das Zerfallene nicht eingesammelt und mitgenommen wird.“ (Siegfried Kracauer in: Gestalt und Zerfall 1925)

Ein Motto meiner literarischen Arbeit.

Lissabon

Diese weiße Wolke
über den Hügeln
Über der Hoffnung
aufzubrechen
um dazubleiben

Oder wiederzukommen
in diese alternde Stadt
die ihre Wunden
nicht verdeckt

Die den Zerfall ihrer Schönheit
mit blauen Azulejos
schmückt

Aus: Inge Buck, Orte . Blicke, Lyrik Prosa. Bremen 2003

Inge Buck wurde 1936 in Tübingen geboren. Studium der Literatur- und Theaterwissenschaft, Psychologie und Publizistik in Tübingen, München und Wien. Dr. phil. Sie arbeitete als Redakteurin beim Deutschlandfunk, Köln und als Kulturwissenschaftlerin an der Hochschule Bremen. Derzeit lebt und arbeitet Inge Buck als Autorin in Bremen. Arbeitsgebiete: Lyrik, Edition, Hörfunk-Features und Hörbilder, Biographie, Literaturkritik, Edition und Dokumentarfilm.

Auszeichnungen und Stipendien:

1991 Bremer Förderpreis für Dokumentarfilm
1995 Robert-Geisendörfer-Preis
2001 Stipendium der Stadt Amsterdam
2017 Literaturstipendium des Prager Literaturhauses

http://www.ingebuck.de/


Bücher

Prager Tagebuch

Prosa und Lyrik, 2018
Sujet Verlag, Bremen, ISBN: 978-3-962020-17-0
78 Seiten, €16,80

Mit einem Vorwort von Gert Sautermeister.

Prag – ein Ort der Erinnerung und der Sehnsucht, selbst für diejenigen, die nie dort gewesen sind. Wo Straßen, Gassen und Brücken an Künstler, Dichter oder Komponisten erinnern. Wo Häuserfassaden entlang der breiten Uferstraße überquellen von üppig wuchernden Pflanzen und Früchten aus Stein, in barocken Kirchen die Heiligenlegenden von den Glasfenstern leuchten.

Wo mir die Geschichte begegnet, die Beziehung der Tschechen zu den Deutschen, der Deutschen zu den Tschechen. Wo Lidice 22 km entfernt liegt von Prag. Wo ich die unscheinbaren Orte erkunde, jenseits touristischer Attraktionen. Und die tschechischen Namen auf Straßen, Plätzen und Bahnhöfen buchstabiere.

Die Pinselzeichnungen von Gunther Gerlach begleiten durch die Wege und Orte, öffnen die eigene Bildwelt des Lesers, verweben und umrahmen mit freien bildnerischen Assoziationen.

Mit Pinselzeichnungen von Gunther Gerlach.

Die Grenzen des Sommers

Gedichte, 2016
Sujet Verlag, Bremen, ISBN: 978-3-944201-90-0
110 Seiten, €14,80

Geschichten, die an Grenzen spielen, Grenzen zwischen den Jahreszeiten und Lebenszeiten, zwischen Land- und Stadtleben, Alltäglichem und Irrealem, Gegenwärtigem und Vergangenem, zwischen Wunsch und Wirklichkeit, zwischen Leben und Tod. Wie unter einem Vergrößerungsglas werden die Schnittstellen ausgeleuchtet, die die Bruchstellen sichtbar machen in Liebesbeziehungen und Lebensentwürfen, in der Häuslichkeit und Unterwegs, Fluchtwege zu Orten, die nicht erreicht werden.

Mit Cartoons von Lothar Bührmann.

Aus dem Gepäck der Kriegskinder

Gedichte & Prosatexte, 2015
Edition Falkenberg, ISBN: 9783954940752
160 Seiten, €14,90

Herausgegeben von Inge Buck.

Wenn »Kriegskinder« über den Krieg schreiben, schreiben sie über das Kind, das sie waren, aus dem Blickwinkel des Kindes mit dem Wissen von heute. Eingebrannte Bilder kommen nach über 70 Jahren zur Sprache. Eine Gratwanderung zwischen Erzähltem und Nicht-Erzählbarem, zwischen Lebensgeschichte und Zeitgeschichte, zwischen Schweigen und Schreiben in Gedichten und Prosatexten, die in diesem ungewöhnlichen Band versammelt sind. Neben der Herausgeberin Inge Buck, haben auch Mathias Groll, Lisa Helms, Siegfried Marquardt, Christine Mattner, Hartwig Struckmeyer, Karl-Heinz Tauss und Ursula Ziebarth Literarisches zu dem Buch beigesteuert.

Unter dem Schnee

Gedichte, 2015
Sujet Verlag, Bremen, ISBN: 978-3-944201-44-3
106 Seiten, €14,80

Gedichte von Inge Buck. Collagen von Monica Schefold.

Übertragung ins Persische: Madjid Mohit

„Unter dem Schnee die Toten / und das Gras vom Vorjahr“: in dem neuen Gedichtband der Lyrikerin Inge Buck geht es um Zeit: um Jahreszeiten und Lebenszeit und die Aufbewahrung von Vergessenem in einem Gedicht. Und es geht um Sprache: um die Sprache der Natur und die Sprache der Bücher. In dem deutsch-persischen Lyrikband mit der Übetragung von Madjid Mohit wird ein Bogen gespannt zwischen den Kulturen, zwischen Orient und Okzident, entsteht ein Dialog zwischen Sprachräumen und Lebensgeschichten, wird die Übersetzbarkeit lyrischer Bilder, Rhythmen und Metaphern ausgelotet. Und es entsteht ein Dialog zwischen den Medien Text und Bild, den Gedichten von Inge Buck und den Collagen von Monica Schefold.

Oktoberlicht

Gedichte, 2014
Sujet Verlag, Bremen, ISBN: 978-3-944201-30-6
73 Seiten, €14,80

In den Gedichten von Inge Buck werden Geschichten erzählt: vom alten Haus, das verkauft wird, vom Blinden, der den Atem der Nacht hört, von Michel de Montaigne, der sich aus allen Ämtern zurückzieht, um zu schreiben, von Robert Walser in der Anstalt Herisau, der auf einsamen Spaziergängen sich im Schnee verliert.

Der Fluss der Zeit durchzieht die Texte, verdichtet sich im Augenblick zur angehaltenen Zeit, in der Schönheit der Welt sichtbar wird in den Geduldsfäden einer Spinne, in der herbstlichen Verfärbung des Laubs, in der Dauer eines Vogelflugs, im Wellenschlag, im Takt einer alten, mechanischen Schreibmaschine.

Die minimalistischen Schwarz-Weiß-Bilder des Künstlers und Fotografen Phil Porter korrespondieren mit den Gedichten, ohne zu illustrieren, sie leuchten eine Welt des scheinbar Unscheinbaren aus, imaginieren Orte, erschaffen Wahrnehmungsräume für die Vorstellungskraft des Betrachters.

Mit Fotografien von Phil Porter

Kardendistel

Lyrik und Prosa, 2012
Donat Verlag, Bremen, ISBN: 978-3-938275-99-3
72 Seiten, €10,00

Die Kardendistel wächst auf steinigem Boden, auf Wegen und Schutthalden, in einer Landschaft von karger Schönheit, wo die Zeit still zu stehen scheint, die Luft von durchsichtiger Klarheit ist. In den Bildern einer Landschaft fließen Vergangenheit und Gegenwart ineinander, wie in den Landschaftsbildern und Handschriften im Museum. In „Kardendistel“ verbinden sich Wahrgenommenes und Erinnertes, Innenwelt und Außenwelt, Alltag und Geschichte zu einer poetischen Einheit von eindringlicher Schönheit.

DerElefant!

Bilder-Gedichte-Dokumente, 2010
Sujet Verlag, Bremen, ISBN: 978-3-933995-49-0
80 Seiten, €18,00

„Die meisten Menschen in Bremen kennen DEN Elefanten. Hinter dem Bahnhof, neben der Stadthalle, gegenüber vom Hermann-Böse-Gymnasium steht er in einem kleinen Park, ist Treffpunkt der Schüler, der Obdachlosen, der Punks, der Verliebten oder der zur Osterwiese wie zum Freimarkt Verabredeten. Bei Wind und Wetter steht er da, steht erstarrt zu einem Zeichen, aber wofür? Dieses Buch gibt eine erste Auskunft über die Geschichte des 77-jährigen Dickhäuters, der als Zeichen mit wechselnder Bedeutung steht. 1932 bei seiner Einweihung war der Elefant Reichskolonial-Ehrenmal. Am 13. Oktober 1987 wurde er in ein ‚Anti-Kolonial-Denk-Mal‘ umgewidmet und im Jahr 2009 zum Zeichen und Ort für Vielfalt, Toleranz und Kreativität. Über diesen Bedeutungswandel berichtet dieses Buch. Es basiert auf dem ungewöhnlichen Konzept, Brücken zu schlagen zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Gefühl und Information, zwischen Bild und Wort.“ (Dr. Rainer Bessling) Mit Fotos von Michael Weisser.

Märzlicht

Gedichte, 2010
Sujet Verlag, Bremen, ISBN: 978-3933995483
72 Seiten, €12,80

mit Collagen von Monica Schefold

Jahreszeiten und Nachtbilder, Traumlandschaften und Reisebilder, Gebirge und Ebenen, Landschaften der Erinnerung und Bilder im Museum. Und immer ist es der Wind, der über die Landschaft fegt, ist es das Licht, das einer Landschaft Farbe gibt im Wechsel der Jahreszeiten, ist es die Lautlosigkeit, in der man wieder zu hören beginnt. In der Korrespondenz zwischen den Collagen und Gedichten öffnen sich neue Dimensionen der Wahrnehmung.

strand:GUT

2009
Sujet Verlag, Bremen, ISBN: 978-3-933995-35-3
48 Seiten, €20,00

„strand:GUT“ ist ein multimediales Projekt, das dem Thema „Transformation“ gewidmet ist: Michael Weisser hat über Jahre hinweg die anonymen Objekte im Sand der Strände fotografiert und bildnerisch digital abstrahiert und Inge Buck hat sich von diesen Bildern zu prägnanten Gedichten inspirieren lassen. Ort des Geschehens ist der schmale Grat zwischen Meer und Land.

Städtebilder - Bremen, Danzig, Riga

Anthologie (deutsch-polnisch-lettisch), 2008
Edition Lumiére, ISBN: 978-3-934686-62-5
225 Seiten, €19,80

Bremen – Danzig – Riga: Seit über zwei Jahrzehnten besteht zwischen den drei Hansestädten ein lebendiger Kulturaustausch. Schriftstellerinnen und Schriftsteller treffen sich zu Lesungen und Workshops, beteiligen sich an Veranstaltungen im Rahmen der Städtepartnerschaften, gestalten den literarischen Dialog zwischen einst gegensätzlichen Welten. Aus diesen persönlichen Begegnungen und öffentlichen Literaturveranstaltungen entstanden die Idee und das Konzept zu der nun vorliegenden dreisprachigen Anthologie in deutscher, polnischer und lettischer Sprache, ein interkultureller Dialog zwischen den Hansestädten.

Herausgegeben von Inge Buck, Birgid Hanke, Wolfgang Schlott

An diesem Tag

Gedichte, 2006
Sujet-Verlag Bremen, ISBN: 978-3933995223
64 Seiten, €16,80

An diesem Tag geschehen ungewöhnliche Dinge – an diesem Tag „umarmte ich das Meer“, an diesem Tag wirft Kafkas Schatten seinen Schatten auf eine Prager Gasse, an diesem Tag sitzt ein Mann mitten im Krieg auf der kriegsabgewandten Seite des Erdballs und angelt. Eine Poetin, die in wenigen Zeilen ihren eigenen Kosmos gestaltet.

Natur, Verfall, Krieg, Tod, Liebe – das sind die Themen, mit denen sich Lyrik immer wieder auseinandersetzt, aber wie Inge Buck hier die Sprache verkürzt zu Bildern, wie sie Geschichten komprimiert in Wörter, das ist oft überraschend, manchmal komisch, manchmal anrührend, manchmal lakonisch, nie sentimental. Es sind Geschichten hinter der Geschichte.

Die Zeichnungen zu diesen Gedichten hat die ebenfalls in Bremen lebende armenische Künstlerin Marietta Armena am Computer fabuliert. Es entstehen neue Geschichten aus den Geschichten hinter den Geschichten.

Hier begegnen sich zwei Künstlerinnen, die sich – zweidimensional sozusagen – glücklich ergänzen, und die doch in dieser Zusammenarbeit jede ihre ganz eigene Form bewahren.

Ich habe eine Landkarte im Kopf und andere Hörbilder

Beiträge zur Kulturgeschichte im Radio, 2005
Edition Lumiére, ISBN: 978-3-934686-31-1
242 Seiten, €24,80

Engel – gibt’s die? Warum gehen Menschen auf den Friedhof? Wer nimmt das Leiden der Tiere wahr? Warum werfen sich Selbstmörder vor den Zug? Wie bewältigen blinde Menschen ihren Alltag? Was essen Mönche und Nonnen? Welche Geschichten erzählen Steine auf dem jüdischen Friedhof? Hörbilder aus Originaltönen, mit dem Blick in Lebenswelten, die sich mitten in der Gesellschaft befinden und doch am Rande. Sie sind durchzogen von beunruhigenden, verstörenden Unterströmungen, die gemeinhin ausgeblendet werden. In den Hörbildern von Inge Buck werden sie wahrnehmbar. Alle hier versammelten Stücke wurden von Radio Bremen zwischen 1998 und 2004 produziert und ausgestrahlt. Mit der vorliegenden Publikation werden sie in Buchform aufbewahrt, auch wenn die Tonbänder gelöscht sind.

Mit schwarz-weiß Abbildungen von Ingo Trauer.

Boleslaw Fac (1929-2000) - Dichter und Vermittler deutsch-polnischer Literatur

Anthologie (deutsch-polnisch), 2002
Edition Temmen, ISBN: 978-3-86108-341-2
127 Seiten, €5,00

Der polnische Schriftsteller und Grass-Übersetzer Boleslaw Fac, der im Winter 2000 in Danzig gestorben ist, hat den in den achtziger Jahren abgerissenen Dialog zwischen polnischer und deutscher Literatur neu auf den Weg gebracht. Zum Gedenken an ihn ist diese Publikation erschienen, in der insbesondere Bremer Schriftstellerinnen und Schriftsteller versammelt sind, die durch persönliche oder literarische Begegnungen mit ihm angeregt wurden. Aber auch Boleslaw Fac kommt im vorliegenden Band mit Lyrik und Prosa zu Wort. Erstmals werden hier Auszüge aus seinem Briefwechsel mit Günter Grass aus den Jahren 1975 bis 1989 veröffentlicht. Darüber hinaus enthält die Anthologie persönliche, literarische, und wissenschaftliche Beiträge polnischer Autoren zu Boleslaw Fac, die hier erstmals in deutscher Übersetzung (Übersetzer: Wolfgang Schlott) vorliegen. In ihnen zeichnen sich die schwierigen Lebensumstände eines polnischen Intelektuellen unter den repressiven Bedingungen der kommunistischen Staatsmacht ab sowie die Konturen eines Kenners und Gestalters der von Tragik und Missverständnis gezeichneten polnisch-deutschen Literaturgeschichte. Der Band aus Lyrik, Prosa, Erinnerungen und Essays wird ergänzt durch schwarz-weiß-Fotos aus privaten Archiven.

Herausgegeben von Inge Buck, Konstanze Radziwill, Wolfgang Schlott

Krähenherz

Gedichte, 1999
WMIT Druck- u. Verlags-GmbH, ISBN: 3-9295-42-15-3
53 Seiten, €6,95

„Moorgräben / die um mein Leben / gezogen sind“, heißt es in Inge Bucks Bremen-Zyklus. Nicht um Begrenztheit oder Verbundensein mit einem Ort oder einer Landschaft geht es. Worte wie „Reise“, „Besuch“ oder „Zurückgekehrt“ deuten an, wie sehr alles in Bewegung bleibt. Der Blick auf die bekannte Umgebung, auf die Stadt ist kein schwelgerischer. Wie eine Landkarte funktioniert „Krähenherz“, wie eine imaginierte Landkarte.

Eine andere Abteilung versammelt Gedichte, die um das Aufscheinen des Vergangenen in der Gegenwart kreisen. Es ist eine bestimmte, eine deutsche Vergangenheit. „Jetzt wachsen Bäume / entlang der Lagerstraße“, heißt es da. Die Natur erobert den Ort zurück, der heißt „Stammlager I“. Bucks Gedichte nähern sich einer Leerstelle, etwas Verschwundenem. Ein anderer Blick, andere Wege des Erinnerns.

Veranstaltungen


Inge Buck & Elshan Ghasimi: „Was bleibt“

Foto: Julia Baier

Berührt und inspiriert von dem zweisprachigen Gedichtband „Unter dem Schnee“ der Lyrikerin Inge Buck (s. Foto), übertragen ins Persische von Madjid Mohit, hat die iranische Musikerin und Komponistin Elshan Ghasimi eigene Kompositionen geschaffen. Die poetische Bilderwelt, die Rhythmen und Metaphern hat sie auf dem persischen Saiteninstrument Tar in eine kongeniale musikalische Sprache übertragen.

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Elshan Ghasimi

Ein poetischer Dialog zwischen Lyrik und Musik, zwischen Orient und Okzident, zwischen den Gedichten von Inge Buck und den musikalischen Interpretationen von Elshan Ghasimi: „Die Töne kommen zu mir, wenn ich die Gedichte lese.“ Ein Bogen zwischen den Kulturen wird gespannt. Im Dialog und in der Stille zwischen persischer Musik und deutschsprachigem Text entstehen vor dem inneren Auge der Hörer aus Zeilen und Tönen Welten: über Stadtlandschaften und Natur,  Jahreszeiten und Lebenszeit, über Vergessen und Erinnern, über Krieg, Exil und Flüchtlingsheim, über die Sprache der Bücher und die Aufbewahrung von Verlorenem in einem Gedicht.

Elshan Ghasimi und Inge Buck, zwei Künstlerinnen aus unterschiedlichen Kulturen, Sprachen und Generationen begegnen sich in ihrem Zusammenspiel: Die Texte öffnen sich zur Musik, die Musik zu den Texten.


In Kooperation mit dem Sujet Verlag Bremen, der Buch- und Kunsthandlung Franz Leuwer und dem Bremer Literaturkontor.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 30.08.2018
19:00

Ort
Buchhandlung Leuwer

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Iranische Abende: Zweisprachige Lyrikmatinée

Bei der fünften Lesung der IRANISCHEN ABENDE stehen drei wundervolle Lyrikbände auf dem Programm.

Pegah Ahmadi präsentiert ihr neuestes Buch „Wucht”, in welchem sie ihre intensiven Gefühle gegenüber dem Unbekannten thematisert. Sie zählt zu den Bekanntesten der iranischen Lyrikszene. Aus „Jene Tage” wird der Übersetzer und Herausgeber Kurt Scharf lesen, Gedichte der früh verstorbenen Autorin Forugh Farrochsad. Mit ihrer Sprache bricht sie alle Tabus und wendet sich bewusst gegen die iranische Zensur.

Neben der Moderation der Veranstaltung wird Schirin Nowrusian außerdem auch einige ihrer – bislang unveröffentlichten – Gedichte vortragen, eine besondere Freude also für alle Anwesenden. Die deutsch-persischen Gedichte „Unter dem Schnee” unserer Autorin Inge Buck handeln von Sprache, Zeit und dem Austausch der Kulturen und wurden von Madjid Mohit ins Persische übertragen.


Pegah Ahmadi, 1974 in Iran geboren, studierte persische Sprach- und Literaturwissenschaft in Teheran. Sie ist Mitglied des iranischen Schriftstellerverbands, zählt zu den bekanntesten Gesichtern der iranischen Lyrikszene und hat bisher zehn Bücher veröffentlicht.

Inge Buck, 1936 geboren, studierte Literatur- und Theaterwissenschaft in Tübingen, München und Wien. Sie war Redakteurin beim Deutschlandfunk in Köln und Kulturwissenschaftlerin an der Hochschule Bremen. Sie lebt und arbeitet als Autorin in Bremen.

Kurt Scharf, 1940 geboren, war stellvertretener Leiter des Goethe-Instituts in Porto Alegre, Isatnbul und Lissabon. Neben seiner Tätigkeit als Herausgeber und Übersetzer von Literatur aus dem Persischen, Portugiesischen und Spanischen ist er freier Mitarbeiter von literaturwissenschaftlichen Publikationen.

Schirin Nowrousian, 1975 geboren, studierte Theater- und Literaturwissenschaften in Paris, wo sie ihren Doktortitel erhielt. Nach zehn Jahren in Paris, Dublin und Brüssel lebt sie heute im näheren Umkreis von Bremen. Sie arbeitet u.a. als Übersetzerin, Dramaturgin und Lektorin sowie Regieassistentin und (Theater)-Dolmetscherin.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 16.09.2018
11:00

Ort
Villa Ichon

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Multimediale Lesung: Sehnsucht Europa

Die Villa Sponte lädt zu einer multimedialen, interaktiven Lesung zum Thema
„Sehnsucht Europa“ ein. Das multimediale und interdisziplinäre besteht darin, dass drei begeisterte Generationen ihre verschiedenen Künste zusammenbringen.

Der rote Faden des Programms besteht aus drei miteinander verbundenen Fluchtgeschichten aus dem Buch „Muslime in Alltag und Beruf“ von Béatrice Hecht-El Minshawi, die von Leser/innen vorgetragen werden. In diese Berichte werden mehrere lyrische Texte von anderen Künstler/innen integriert und rezitiert. Parallel zum Lesen werden diverse Textstellen mit Gitarrenmusik hinterlegt. Die Musik wird die Länderzugehörigkeit der Flüchtlinge und den jeweiligen Fluchtweg (über Wasser, über Land) aufnehmen, bis sie nach Europa (Deutschland) kamen. Darüber hinaus wird eine Tänzerin in Lesepausen das, was sie gehört hat, tänzerisch und in Stille umsetzen und beim Abschlusstext wieder einsteigen und die Präsentation ‚zu Ende tanzen’. Außerdem werden Malerinnen ihre Gefühle und Gedanken, inspiriert durch Texte, Musik und Körperausdruck, zu Papier bringen. Das gesamte Programm wird von einer Videokünstlerin dokumentiert.

Beteiligte Personen und Künste
Fluchtgeschichten von Béatrice Hecht-El Minshawi und lyrische Texte von Rudolph Bauer, Inge Buck und Martina Burandt.

Leser/innen: Frank Dopp, Christiane Hahn-Büthe, Majd Saleh, Gerhard Mannaße
Musik: Aladdin Haddad (klassische Gitarre)
Tänzerin: Franca Burandt
Maler/innen: Ida Büssing, Ilona Tessmer
Video: Carolina Burandt
Idee, Konzept, Organisation, Regie: Dr. Béatrice Hecht-El Minshawi


Eine Idee
Mit anderen für Andere
Idee – Vision – Intuition – Inspiration
Energie im Raum
Austausch – Kreativität – Gemeinsames – Freude
Nicht nur
Konzept entwickeln – Mitwirkende integrieren – Ablauf anpassen

Eine Idee
Mit Texten und Musik gestalten
Mit Tanz und Malerei und Film und uns allen
Kompetent und professionell
Ergibt ein Miteinander
Sie wird blühen
Die Idee in der Villa Sponte
Voller Kraft und Begeisterung
Wird sie sich Gästen präsentieren

Eine Idee
Für uns in Europa
Verschiedene Bilder und Wünsche
Wunde Heimaten
Verwundete Heimatlose
Flucht – große Nöte
Miteinander sein
Hier und jetzt

Eine Idee
Sicherheit des Friedens
Europa darf nicht scheitern.

– Béatrice Hecht-El Minshawi

 

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 19.09.2018
19:00

Ort
Villa Sponte

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In die Ferne schweifen… Reisen beglückt! Oder?

Musikalische Matinée mit poetischen und prosaischen Texten

Man reist nicht, um anzukommen,
sondern um zu reisen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

Reisen heißt to rise und handelt vom Aufstehen, sich erheben. R e i s e n … wir hören die Zeit, die es braucht, langsam zu sprechen, um es zu verstehen. Reisen bedeutet immer wieder Aufbruch, benötigt Tatkraft, braucht Achtsamkeit und kann schließlich zu Veränderungen führen. Reisen heißt sich aufmachen, aufbrechen, zurückschauen, Grenzen überwinden, sich Neuem öffnen. Innehalten auf Reisen, wenn wir in die Ferne schweifen, ist wichtig. Reisen will gelernt sein.
Viele werden durch die Sehnsucht getrieben, entweder auf ihrer inneren Landkarte zu reisen oder wirklich neue Wege zu suchen, zu erkunden, zu bereisen. Reisen und Schreiben haben ähnliche Wurzeln. Auch im Schreiben liegt die Sehnsucht etwas Neues zu entdecken: Neue Lebensfragen und Antworten zu finden, andere Motive, Perspektiven zu erkennen und vielleicht einen neuen Lebensstil. Leben ist Reisen und Reisen ist Leben. Reiseleben und Lebensreise, Vergangenes mit Gegenwärtigem zu verknüpfen. So ist Reisen gleichsam ein Blick in die Vergangenheit, ein uns selbst näher kommen und verstehen können früherer Lebensphasen, um die Zukunft zu erspüren.
Jedes Land, ja jede Region, jeder Ort und jede Landschaft präsentieren eine spezifische Schönheit, die auf uns einwirkt, und hält überraschende Möglichkeiten vor, wenn wir sie entdecken. Das können Bilder und Gerüche sein, die uns entweder neu vorkommen oder die wir von woanders her schon kennen, oder Geräusche und auch das Klima. Baustile überraschen bisweilen oder die Stoffe, aus denen die traditionellen Kleider der Leute gefertigt werden.
Grenzen überschreiten bedeutet, einer Fremdheit zu begegnen und mit Unterschieden umgehen zu müssen. Es wird sie immer geben, die Grenzen, die Überschreitungen, die Fremden und das Fremde, die Unterschiede, die sich manchmal unverhofft zeigen.

Bremer/innen des VS*-Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller Béatrice Hecht-El Minshawi, Rudolph Bauer, Inge Buck, Martina Burandt lesen eigene Texte über das Reisen: über
• Sehnsucht, Aufbruch und Grenzüberschreitung
• Städtebilder und Landschaften
• Lebensreise und Ankunft

Vivienne und Band spielen dazu Bossa, Soul, Jazz, Worldmusic.


*Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 09.12.2018
11:30

Ort
Villa Sponte

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Texte und Töne zum 70. Internationalen Tag der Menschenrechte

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ (UNO)

Menschenrechte sind „angeborene“ Rechte einer jeden Person und bilden die rechtlichen und moralischen Grundpfeiler der Menschheit. Dies bedeutet, dass ein Land sie nicht seinen Bürgern verleihen, sondern sie anerkennen muss.

Ungleichberechtigung von Frau und Mann, religiöse Verfolgung oder Sklavenarbeit sind wichtige Themen in der Arbeit von Menschenrechtsorganisationen.  Zu einer Verletzung der UN-Menschenrechte kommt es beispielsweise durch Diskriminierung, Intoleranz, Rassismus oder Freiheitsberaubung. Außerdem sollte sich jeder informieren, wie in anderen Teilen der Welt mit den Menschenrechten umgegangen wird.

Wer sich mit Fluchtgründen auseinandersetzt und sich mit Migration in Deutschland, Europa oder in anderen Ländern beschäftigt, kommt nicht an dem Thema „gerechtere Gesellschaftsordnung“ vorbei. Dazu beizutragen, ist das Ziel vieler Initiativen, die sich auf demokratischem Wege zur Achtung der Menschenrechte und Solidarität und zur Zivilgesellschaft hier und in anderen Ländern einsetzen. Es gäbe viel weniger Flüchtlinge, wenn es gelänge, die Kluft zwischen Rechtlosen und Privilegierten, zwischen Armen und Reichen abzubauen und so Kriege zu verhindern.

Der rote Faden besteht aus drei miteinander verbundenen Fluchtgeschichten aus dem Buch „Muslime in Beruf und Alltag“, die von Leser/innen vorgetragen werden. In diesen Berichten werden mehrere lyrische Texte von bremischen Künstler/innen integriert und rezitiert.


Texte: Fluchtgeschichten von Béatrice Hecht-El Minshawi und lyrische Texte von Rudolph Bauer, Inge Buck, Martina Burandt
Leser/innen: Frank Dopp, Christiane Hahn-Büthe, Majd Saleh, Gerhard Mannaße
Töne: Madjid Mohit (Gitarre)

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 10.12.2018
18:00

Ort
Ausspann

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