Hannelore Cyrus

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Die Sozialwissenschaftlerin und Historikerin (Dr. rer. pol. und Dr. phil.) ist 1935 geboren. Studium im zweiten Bildungsweg. Lehrtätigkeit seit 1979, als Lehrbeauftragte und als Wissenschaftliche Assistentin an der Universität Bremen im Studiengang Sozialwissenschaften mit den Arbeitsschwerpunkten historische Frauenforschung, Kriminologie und empirische Sozialforschung. Freie Mitarbeiterin im Wissenschaftsfunk von Radio Bremen, Mitgründerin des Kultur-, Kommunikations- und Bildungszentrum „belladonna“ und Vorstandsvorsitzende seit Bestehen des Vereins, sowie Autorin zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen: u.a. „Laienhelfer im Strafvollzug“ (Weinheim 1982), „Historische Akkuratesse und soziologische Phantasie“ (Königstein/Ts. 1997), „Frei geboren“, 1000 Jahre Bremer Frauengeschichte (Bremen 1997), „‚Fürstin‘ Mathilde Plate“ (Bremen 2000), „Gesches ‚Schwestern'“ (Bremen 2001).


Bücher

Die Liebe höret nimmer auf

2010
Books on Demand, ISBN: 9783839155615
208 Seiten, €24,90

Künstlerpaare, die Liebe und die Liebe zur Kunst

Ich suchte die andere Hälfte meiner selbst, verriet Marianne Werefkin. Paula Becker wünschte sich, ein Wesen, das versteht . Sie gab dem Liebesbegriff einen eigenen Sinn, in dem sie ihre Liebe zu Otto Modersohn mit ihrer Liebe zur Kunst verband, denn ist Kunst nicht Liebe? Beide Frauen träumten von einer besonderen Beziehung zwischen zwei Menschen, die sich durch ihre Liebe und ihrer Liebe zur Kunst doppelt nah und auf das Innigste verbunden fühlen und Lust und Leidenschaft mit dem Willen verbinden, in der Kunst Großes zu schaffen, und sich als Menschen emporzuentwickeln. Wunschtraum oder Wirklichkeit?Ausführliche Antworten geben, nach einführenden Worten aus dem Briefwechsel der Brautleute Hermine Rohte und Fritz Overbeck, die berühmten Paare Paula Becker und Otto Modersohn, Gabriele Münter und Wassily Kandinsky, Marianne Werefkin und Alexej Jawlensky sowie Frida Kahlo und Diego Rivera. Aus Briefen und Tagebüchern werden aus der Perspektive der Malerinnen, die Kollegen als Ehefrauen, in freier Liebe oder in Ehe ohne Trauschein verbunden waren, Lebensentwürfe und Lebenswege rekonstruiert, die im Spannungsverhältnis von Karriere und Konvention, von Selbstfindung, Selbstentfremdung und Selbstaufgabe stehen. Es sind Lebensgeschichten voller Spannung und Dramatik, erschüttert von Höhen und Tiefen, von Träumen und Alpträumen, von Zweifeln und Verzweiflung.

Die Fackel weitertragen!

2006
Books on Demand, ISBN: 978-3-8334-6195-8
548 Seiten, €29,90

1900 gründete Ottilie Hoffmann den „Deutschen Bund abstinenter Frauen“, der sich 1924 den Namen „Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur“ gab. Der Schreiblust Anna Klara Fischers, die den Bund von 1921 bis 1967 führte und ihrem Engagement auf nationaler und internationaler Bühne ist es zu danken, das nicht nur die mehr als 100jährige bremische Geschichte zu erzählen ist, sondern auch Bundesgeschichten, wie die des Königin-Luise-Hauses und Lebensläufe von Frauen, die, wie u. a. Gustel von Blücher, Gisella Teleky und Emily von Hausen, mit Herz und Verstand für ihre Ideale kämpften.

Zwischen Tradition und Moderne

2005
Verlag Hauschild, Bremen, ISBN: 978-3897572621
176 Seiten, €19,50

Porträts von Bremer Künstlerinnen sind hier versammelt: Einige sind als lebensgeschichtliche Studien angelegt, deren Grundlage autobiographische Schriften oder die zuweilen sehr emotional gefärbten Texte jener bilden, die die Künstlerinnen gut gekannt haben. In anderen Beiträgen, die man biographisch orientierte Skizzen nennen könnte, basierend auf nüchternen aber auch subjektiv gestalteten Rezensionen und knappen Hinweisen in Zeitungen und Zeitschriften, waren kaum mehr als lebensgeschichtliche Linien sichtbar zu machen oder nur knappe Momentaufnahmen künstlerischen Tuns herauszuarbeiten. Dabei wird deutlich, wie schwer es die Frauen hatten, sich in einer Kunstszene durchzusetzen, in der Männer als Künstler dominieren und als Kritiker herrschen.

Gesches "Schwestern"

Kriminalgeschichten aus Bremen, 2001
Verlag Hauschild, Bremen, ISBN: 978-3897571112
240 Seiten, €21,50

Versammelt 22 Beiträge. Unter anderem über Gesche Rudolphi, Beta Wurthmann, Anna Catharina Abbes, Mindermann, Kolomak. Ferner Beiträge über politische Verfolgung von Frauen während der Nazizeit.

"Fürstin" Mathilde Plate

Biografie, 2000
Verlag Hauschild, Bremen, ISBN: 978-3897570344
108 Seiten, €0,00

Die Biografie ist vergriffen und nur noch gebraucht zu erwerben!

Einem Behördenvertreter, der sie beflissen mit Frau Oberstudiendirektorin angeredet hatte, beschied Mathilde Plate hoheitsvoll: „In Bremen kennen wir keine Titel, wir wissen, wer wir sind.“ Ja, Mathilde Plate wußte wer sie war, und alle anderen wußten das auch – damals! Die Bremer Sozialwissenschaftlerin und Historikerin Hannelore Cyrus hat eine lebendige Biografie über das farbige Lebensbild einer Frau geschrieben, die unbeirrt und selbstbewußt ihren Weg durch Autokratie, Diktatur, Demokratie ging und durch zwei verlorene Weltkriege geprägt worden war. Sie verleiht einer Persönlichkeit Kontur, die als konservative Politikerin gescholten, als Pädagogin, die einer Fürstin gleich „ihr“ Schulreich regiert hatte, bewundert, als sozial engagierte Frau gewürdigt und als Abstinente und Kämpferin gegen den Alkoholismus belächelt wurde.