Dragan Velikić

Zu Gast bei der globale° – Festival für grenzüberschreitende Literatur 2017
Foto: © Mikovan Milenkovic

Dragan Velikić, 1953 geboren, lebt als freier Schriftsteller in Belgrad. Seine Bücher wurden in sechzehn Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien sein Roman „Bonavia“ (2014). Für „Jeder muss doch irgendwo sein“ erhielt er zum zweiten Mal den NIN Preis, die höchste literarische Auszeichnung Serbiens.


Bücher

Jeder muss doch irgendwo sein

Roman, 2017
Hanser, ISBN: 978-3-446-25470-1
304 Seiten, €24,00

Niemand hat sein Leben akribischer memoriert als seine Mutter. Als sie stirbt, tritt der Sohn ihre Erbschaft als Archivar der Erinnerung an, folgt der Flut der Bilder, die in ihm aufsteigt. Erinnern, das ist bei Dragan Velikić immer an Orte geknüpft, die die Landkarte eines Lebens ergeben. Er ist wieder der Junge, frisch von Belgrad nach Pula gezogen, erkundet die duftenden Innenhöfe, trifft den alten Uhrmacher Maleša, der einst Titos Uhren repariert hat und alle Geschichten kennt – immer begleitet von der rigiden Weltdeutung der Mutter, von der er sich mit jedem Schritt mehr befreit.

Bonavia

Roman, 2014
Hanser, ISBN: 978-3-446-24502-0
336 Seiten, €19,90

Belgrad, um die Jahrtausendwende: Der Krieg in Jugoslawien liegt gerade so lange zurück, dass er noch auf alles seinen Schatten wirft. Alle treibt die gleiche Frage um: Bleibt man, oder ist es besser zu gehen? Marko, verhinderter Literat, besucht seinen Vater Miljan in Wien, der ihn vor Jahren in Serbien zurückgelassen hat. Marija, seine Frau, die Lebenskünstlerin, lässt sich treiben. Ihre Freundin Kristina unterhält sich mit ihrer verstorbenen Jugendliebe. Zufällig kommen die drei zum gleichen Zeitpunkt nach Wien, und diese Reise wird für alle zum schicksalhaften Wendepunkt.