Dorothee Schmitz-Köster

Foto: Privat

1950 in Bergisch Gladbach geboren, in einer katholischen Großfamilie aufgewachsen. 13 Jahre Schule, Abitur 1969. Studium der Germanistik, Philosophie und Sozialwissenschaften in Bonn, 1976 Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien, anschließend Redakteurin bei einer Fachzeitschrift. 1983 Promotion und Umzug nach Bremen, Referendariat und 2. Staatsexamen. Seit 1985 freiberufliche Autorin für diverse Buchverlage und den Hörfunk. 1987 debütierte sie mit dem Sachbuch „Frauen ohne Kinder. Motive, Konflikte, Argumente“. In den nächsten Jahren erschienen weitere Bücher, 1989 „Trobadora und Kassandra und … Weibliches Schreiben in der DDR“, 1990 „Liebe auf Distanz. Getrennt zusammen leben“ und 1993 „FrauenSolo. Eine selbstbewusste Lebensform“. 1997 erschien „Deutsche Mutter, bist du bereit“, 2005 folgte „Der Krieg meines Vaters“. Die Werke sind inzwischen leider vergriffen. „Deutsche Mutter, bist du bereit“ erschien jedoch 2010 in einer überarbeiteten Neuauflage.
Verschiedene Lehraufträge und drei Jahre lang Dozentin für Journalistik. 2007 Erster Bremer Feature Preis des Bremer Hörkinos.

Features von Dorothee Schmitz-Köster (Auswahl):

Der Weinberg des neuen Herrn
Wie ein Siebenbürger Sachse auf altem
Königsboden investiert – 2013

„Die Poesie? Ich pfeif auf sie!“
Eine Revue für Walter Mehring – 2011

Die Geister von Pankow
Ein literarischer Spaziergang durch meine neue Nachbarschaft – 2010

Der Bergbauer und die Städterin
Eine Liebesgeschichte aus den Schweizer Alpen – 2008

Mensch du Affe
Ein Verwandtenbesuch – 2007

Kind L 364
Szenen einer Lebensborn-Biografie – 2006

http://www.schmitz-koester.de/


Bücher

Lebenslang Lebensborn

Sachbuch, 2012
Piper Verlag, ISBN: 9783492055338
384 Seiten, €24,99

Groß – blond – blauäugig, so sollten sie aussehen, die Kinder, die in den Lebensborn-Heimen auf die Welt kamen, die der SS-Organisation übergeben wurden oder die in ihre Hände gerieten, nachdem sie verschleppt und zwangsgermanisiert worden waren. Der Plan: Ob deutscher oder ausländischer Herkunft, sie sollten die »arische Rasse« vergrößern und eine neue Elite bilden. Die meisten der 18.000 Betroffenen sprechen bis heute nicht über ihre Lebensborn-Zeit – um sich und ihre Mütter zu schützen, aus Scham oder weil ihre Herkunft so konsequent verschwiegen wurde, dass sie ahnungslos sind. Doch einige gehen inzwischen an die Öffentlichkeit. Die Journalistin Dorothee Schmitz-Köster zeichnet in 20 Porträts ihre Schicksale nach. Und der Fotograf Tristan Vankann zeigt in bewegenden Aufnahmen die Gesichter von Lebensborn-Kindern heute.

Deutsche Mutter, bist du bereit...

Sachbuch, Überarbeitete Neuauflage 2010
Aufbau Tb, ISBN: 9783746670850
412 Seiten, €9,95

mit 40 Abbildungen und 31 Faksimiles

In ihrem völlig überarbeiteten, neu herausgekommenen Buch „Deutsche Mutter, bist du bereit. Der Lebensborn und seine Kinder“ hat Dorothee Schmitz-Köster neues Archivmaterial erschlossen, neue Fotos veröffentlicht, neue Lebensborn-Biografien verarbeitet. Vor allem das Schlusskapitel „Lebensborn – lebenslang“ zeigt, wie weit die SS-Organisation bis heute in das Leben von Frauen und Männern hineinwirkt, die in einem Lebensbornheim geboren wurden.

Kind L 364

Eine Lebensborn-Familiengeschichte, 2007
Rowohlt, Berlin, ISBN: 978-3-87134-564-7
272 Seiten, €19,90

Unehelich und unerwünscht, so kommt Heilwig 1938 auf die Welt – als „Kind L 364“ in einem Lebensborn-Heim. Heinrich Himmler nimmt sich ihrer an. Vier Jahre später heiratet Heilwigs Mutter den SS-General und Himmler-Vertrauten Oswald Pohl. Der adoptiert das Mädchen, und Heilwig wächst in höchsten NS-Kreisen auf. Dann folgt das Kriegsende – und der jähe Absturz. Die Familie flieht vor der Roten Armee, der Adoptivvater wird in Nürnberg zum Tode verurteilt und 1951 hingerichtet.