Christophe Fricker

Foto: Marie Isabel Schlinzig

Christophe Fricker schreibt über Mobilität und Freundschaft, Stefan George, Grönemeyer, Schweinsteiger, Ernst Jünger, New York, Laos, Wiesbaden, den Papst, Calvin und Hobbes, Tomas Tranströmer und darüber, was gute Literatur in schlechten Zeiten alles kann. Er beschäftigt sich mit Literatur als Grundlage von kritischen Erkenntnissen, innigen Beziehungen und ermutigenden Gemeinschaften.

Sein jüngstes Buch ist Stefan George: Gedichte für Dich, eine Einführung in das Werk eines anregenden Dichters (Platz 2 auf der NDR/SZ-Sachbuchbestenliste im November 2011). Frickers Gedichtband Das schöne Auge des Betrachters erschien 2008 bei J. Frank in Berlin und wurde mit dem Hermann Hesse Förderpreis 2009 ausgezeichnet. Larkin Terminal — Von fremden Ländern und Menschen mit zwölf Reise-Stories erschien im Oktober 2009 bei Plöttner in Leipzig. Für seine Reise-Essays erhielt Christophe Fricker einen Merkur-Essaypreis 2007.

Christophe Fricker wurde 1978 in Wiesbaden geboren, studierte Politik, Germanistik und Musikwissenschaft in Freiburg, Singapur und Halifax und promovierte über Stefan George am St John’s College, Oxford. Danach arbeitete er als Post-doctoral Lecturing Fellow sowie bis zum Sommer 2010 als Geschäftsführender Direktor des deutschen Sprachprogramms an der Duke University. Im Herbst 2011 war Fricker Craig-Kade Writer-in-Residence am Department of Germanic, Russian, and East European Languages and Literatures in Rutgers. Dem folgte ein Fellowship am Hanse-Wissenschaftskolleg.

Fricker war Förderpreisträger im Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen (1995), Izaak Walton Killam Pre-doctoral Scholar der Dalhousie University (2002-2003), Lamb & Flag Scholar der University of Oxford (2003-2006), Präsident der Oxford University German Society (2004-2006), Redakteur der Zeitschriften Zeichen & Wunder (1996-2001), Castrum Peregrini (2000-2006) und German Quarterly (2006-2009) und Translator-in-residence der Jungen Oper Rhein-Main (2004-2005).

Im Frühjahr 2014 erscheint in der Dresdner Edition Azur der zweisprachige und illustrierte Lyrikband „Meet Your Party“.

http://www.aufenthalte.info/


Bücher

Meet Your Party

Gedichte, November 2014
edition AZUR, ISBN: 978-3-942375-17-7
120 Seiten, €17,90

Ein einsamer Gang am Wasser entlang. Ein gemeinsamer Abend mit dem Freund, einem Glas Wein, dem Blick auf den Rhein. Ein Besuch in einer Dorfkirche in Somerset. Das Staunen über die Unwirtlichkeit und Schönheit von Durham, North Carolina. Das Scheitern und die Auflehnung dagegen in den riesigen Werken Anselm Kiefers. Freundschaft und Freiheit, Orte der Einmütigkeit und der Erinnerung – all dem widmet sich Christophe Fricker in seinem neuen Gedichtband. Er erscheint zweisprachig, denn in vielen Gedichten des reisenden Autors steckt Englisches, auch wenn sie zunächst auf Deutsch geschrieben wurden. Tom Nolans englische Nachschöpfungen bringen zur Sprache, was im Deutschen ungesagt bleibt. Timothy J. Seniors Illustrationen zeigen die Orte der Gedichte aus dem Blickwinkel des Zeichners. Vorsichtig sagt Christophe Fricker seinem Leser: „Ich kann dir hier nur Zeichen geben.“

DER Weg. DIE Sicht. DAS Sehnen

Über die Schönheit von Reise und Abenteuer, 2013
Gemeinnützige Stiftung Kreissparkasse Syke, ISBN: 978-3-9815235-2-2
80 Seiten, €12,00

Mit synoptischer Poesie von Michael Weisser und Dr. Christoph Fricker, sowie Antworten von Michael Weisser auf Fragen von Viktoria Umesbach. Gefördert durch die Gemeinnützige Stiftung Kreissparkasse Syke, dem Landschaftsverband Weser-Hunte mit Mitteln des Landes Niedersachsen, sowie die Waldemar Koch Stiftung Bremen.

Stefan George. Gedichte für Dich

Sachbuch, 2011
Matthes und Seitz, Berlin, ISBN: 978-3-88221-699-8
380 Seiten, €26,90

Im Zentrum von ›Gedichte für Dich‹ stehen die Gedichte Georges, die Fragen, die sie heute stellen, und die Antworten, die man in ihnen finden kann. Wie können diese Gedichte, die rücksichtslos profitorientierten Kapitalismus und die Verantwortungslosigkeit moderner Beziehungen ebenso kritisieren wie Egoismus von Politikern und Naturzerstörung durch Industrie, heute gelesen werden? Darüber hinaus stellt diese brillant geschriebene Untersuchung von Christophe Fricker auch Fragen, die ewig brennende sind: Kann man einem Dichter vertrauen? Kann man sich überhaupt je auf jemandes Wort verlassen? Was kann ein Wort bedeuten, wenn es verschiedene Bedeutungen haben kann?

Larkin Terminal

Von fremden Ländern und Menschen, 2009
Plöttner Verlag, Leipzig, ISBN: 978-3938442630
144 Seiten, €14,90

Larkin Terminal, eine Überlandbus-Station in Malaysia. Hektische Pendler und anonyme Reisende verkörpern die heute geforderte Mobilität. Wer mobil ist, will sich so schnell fortbewegen, daß er keinen Teil seiner Persönlichkeit an einen Ort bindet. Er will immer nur soviel wissen, wie er zum Weiterreisen braucht. Vertrauen würde im Stillstand enden, und Stillstand ist inakzeptabel. Christophe Fricker berichtet in seinem persönlichen Larkin Terminal von seiner immer noch andauernden Reise zwischen Menschen und Kontinenten, zu Dichtern und Gedichten.

Das schöne Auge des Betrachters

Gedichte, 2008
Verlagshaus J. Frank, Berlin, ISBN: 978-3940249241
72 Seiten, €13,90

Freundschaft in Zeiten von Mobilität und Netzwerken ist eine heikle Sache, aber unverändert schön. „Das schöne Auge des Betrachters“ ist ein Band, der fünfunddreißig Gedichte versammelt, einfühlsam illustriert von Timothy J. Senior. Das Buch enthält Zeilen zu Freundschaft und Entwurzelung, Mythen und Alltägliches, schmerzhaft Schönes und aufreibend Ungereimtes.