Betty Kolodzy

Foto: Kerstin Rolfes

Betty Kolodzy, geboren 1963 in Wolfenbüttel, wuchs in München auf. Später zog es sie über Stationen in Marseille, London, Granada für mehrere Jahre nach Berlin. Die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin und Kommunikationswirtin arbeitete viele Jahre im interkulturellen Bereich. Heute lebt sie, nach einem Abstecher nach Istanbul, als freie Autorin in Bremen und lehrt Kreatives Schreiben.

2012/2013 lehrte sie Kreatives Schreiben an der Universität Bremen, 2013/14 an der School of Architecture der Hochschule Bremen und 2014/2015 Literarisches Schreiben an der Hochschule Osnabrück, Fachbereich Landschaftsarchitektur.

2011 wurde ihr Erzähldebüt „Istanbul Walking“ (2010) in der Reihe „Tanz extra“ im Theater Bremen inszeniert. Im gleichen Jahr wurde ihr Roman „Ali, der  Tinnitus und ich“ veröffentlicht. Mit ihrer Erzählung „Molodjez!“ nahm sie am Projekt „Stadtrand+“ der Literarischen Woche Bremen 2012 teil.

2012 erschienen „Istanbul Walking“ und „Ali, der Tinnitus und ich“ als erweiterte und überarbeitete Neuauflagen (michason & may, Frankfurt). Außerdem ihr Kurzgeschichten-Booklet „Schöner Schwimmen“ (Literatur Quickie Verlag, Hamburg) und der Roman „Reinverlegt!“ (michason & may)

2013 folgten ihr Erzähl-Booklet „Der Pilot“ für das InterContinental Berlin (Literatur Quickie Verlag, Hamburg) und der Erzählband „Bremen Walking“ (michason & may). Im Sommer arbeitete sie in Berlin am Erzählband „Berlin Walking“, der im April 2014 bei michason & may erschien. 2015 folgte der Roman „Lux und Leben“, 2016 ihr Worpswede-Roman „Im Sommer kommen die Fliegen“ (michason & may), 2017 ihr Literatur Quickie „Wie mir Herr Karl mein letztes Hemd entwarf.“

Betty Kolodzy ist Preisträgerin des Bremer Autorenstipendiums 2013. Im Jahr 2014 erhielt sie den Wiener Werkstattpreis und das Autorenstipendium des Bremer Literaturkontors in den Künstlerhäusern Worpswede. 2016 Arbeitsstipendium des Landes Sachsen-Anhalt im Kunsthof Dahrenstedt.

http://www.bettykolodzy.de/


Bücher

Wie mir Herr Karl mein letztes Hemd entwarf

Erzählungen, 2017
Literatur Quickie Verlag, ISBN: 978-3945453315
44 Seiten, €2,50

„Ein freiwilliges Ableben im Hotel ist nur nach schriftlicher Einwilligung durch die Hoteldirektion vorgesehen“, sagt Herr Karl mit ernster Miene. Diese und viele weitere skurrile Szenen in dem Erzählband von Betty Kolodzy werden Sie nicht in den Wahnsinn treiben, aber am Lesen und Lachen halten.

Im Sommer kommen die Fliegen

Roman, 2016
michason & may, ISBN: 978-3-86286-051-7
203 Seiten, €14,90

Der verbitterte Archivar Roderich Knorp reist zur Erholung nach Worpswede. Doch statt erhoffter Ruhe ist im Moor der Teufel los. Noch dazu muss er befürchten, dass seine Zimmerwirtin – die redselige Witwe Peters – ihren Gatten auf dem Gewissen hat. Als sie ihm Pilzragout serviert, ergreift Knorp die Flucht. Und verfängt sich immer tiefer in einer phantastischen Welt.
Betty Kolodzy lässt wilde Blüten treiben und liefert so ein herrlich schräges Lesevergnügen, das durch Originalität und Verschmitztheit besticht. Daher verwundert nicht, dass sie mit diesem Roman das Autorenstipendium des Bremer Literaturkontors in den Künstlerhäusern Worpswede gewann.

Lux und Leben

Roman, 2015
michason & may, ISBN: 978-3-86286-043-2
188 Seiten, €14,90

Antiheldin Emelie liebt Glühbirnen. So sehr, dass sie mit ihrer Sammlung in einer betreuten WG gelandet ist. Der das Ende droht, denn Deutschlands populärster Banker Berger muss seine Villa, in der die WG lebt, nun leider sanieren lassen. Bergers Vertreter von Aalen sieht es pragmatisch, er will Emelie und ihre wankelmütigen Mitbewohner bloß schnell los werden. »Tu Gutes und sprich darüber« hat schließlich ein Verfallsdatum. Und keiner hat die Risikokomponente einkalkuliert: Bergers smarte Worte in seinem Bestseller »Geld ist nicht Leben« lassen in Emelie ungeahnte Gefühle aufkeimen …

Wieder einmal gelingt es Betty Kolodzy (»Reinverlegt!«), eine tiefsinnige und bewegende Handlung um die Absurditäten des Alltags zu kreieren. Auch deshalb gewann sie mit einem Auszug aus »Lux und Leben« das vom Senator für Kultur vergebene Bremer Autorenstipendium. Die Jury lobte in ihrer Begründung insbesondere »die überraschenden Charaktere und die komplexe Erzählweise«.

Berlin Walking

Erzählungen, 2014
Michason & May, ISBN: 978-3-86286-039-5
200 Seiten, €14,90

Seine Musik begleitet mich die Treppen hinunter zum Bahnsteig, verleiht dem Fahrkartenkauf etwas Festliches, dass die U9 gerade abfährt, stört mich nicht. Ich flaniere über die Plattform in meinen Schuhen, die den Gang verlangsamen …
Tellerwerfer in Hinterhöfen, Soziologen im Pornocafé, Prenzlberger Damen auf Barrikaden – und hinter dem täglichen Wahnsinn flaniert das Leben. Von Neukölln bis Wedding, von Charlottenburg bis Friedrichshain und weiter, Betty Kolodzy und ihre literarischen Mitwalker fangen Atmosphäre und Reiz der Kieze ein, erzählen von Berlinern und Begegnungen.

Bremen Walking

Erzählungen, 2013
Michason & May, Frankfurt, ISBN: 978-3-86286-028-9
180 Seiten, €12,80

»Wir verabschieden uns. Und gehen in verschiedene Richtungen. Unten begegnen wir uns doch noch einmal. Ich schaue, wann meine Straßenbahn kommt. Und sie? Ich frage mich, wohin sie gehen wird.« Vom Roland bis in die Schrebergärten, an der Weser tobt das Leben: Stadtmusiker und Friseurinnen auf Achse, Künstler und Händler, Menschen, die einen ins nächste Café ziehen, um von sich zu erzählen. In Kolodzys Erzählungen wird er fühlbar, der Beat der Stadt.

Reinverlegt!

Roman, 2012
michason & may, Frankfurt, ISBN: 978-3-86286-014-2
240 Seiten, €14,80

Sie ist impulsiv, hat eine unerklärbare Angst vor Chinesen, dafür keinen Sinn für Finanzgeschäfte. Monatelang wurde die Möchtegernautorin mit akuter Schreibblockade vom Literatur-agenten Mauz hingehalten, der ihr Manuskript vermitteln wollte. Passiert ist jedoch nichts. Deshalb plant sie, den Mauz zur Strafe zu entführen und in ihrer Wohnung einzusperren. Mit dem Bau seines Gefängnisses beauftragt sie einen Architekten, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Doch sie scheitert beim Versuch, seine Zuneigung mit leidenschaftlicher Kochkunst zu gewinnen. Als dann ausgerechnet der Architekt vom Mauz vermarktet wird, reißt ihr der Geduldsfaden: Sie schwört Rache!

Istanbul Walking

Erzählungen, 2012
michason & may, Frankfurt, ISBN: 978-3-86286-025-8
184 Seiten, €12,80

„Alle lebten hinter Gardinen und Vorhängen aus einheitlich weißem Polyester. Auch Yurdanurs Wohnung war vor Blicken geschützt. Bis ich einzog, die Gardinen und Vorhänge zur Seite schob, die Fenster putzte – und sah, was sich dahinter verbarg.“

Sie ging nach Istanbul, um einen Roman zu schreiben. Daraus wurde nichts, denn die energiegeladene Metropole am Bosporus lieferte der Autorin täglich neue Geschichten. Weil ihre Türkischkenntnisse versteckte Türen öffneten. Heraus kam ein Erzählband wie ein Spaziergang ins Herz der Zweikontinentenstadt hin zu den Menschen, die es mit Leben füllen. Wer das wahre Istanbul mit seinen Geheimnissen und auch Widersprüchen erleben will, kann es mit Betty Kolodzy erlesen.

Schöner Schwimmen

Kurzgeschichten, 2012
Literatur Quickie Verlag, Hamburg, ISBN: 978-3-9442212-59-5
32 Seiten, €2,50

Schöner Wohnen! Schöner Leben! Schöner Schwimmen! Und dann noch Schöner Schleudern! Schöner Schreiben will Betty Kolodzy aber nicht. Das kann sie in hoher sprachlicher Auflösung. In ihren angeschrägten Stories und schonschön absurden Szenen entführt sie uns in ihr „Falling down“ – ein paar ganz normale Tage ihrer Protagonistinnen. Erst anschnallen und dann durchlesen!

Ali, der Tinnitus und ich

Roman, 2011
michason & may, Frankfurt, ISBN: 978-3-86286-026-5
200 Seiten, €12,80

Neue Wege in der Integrationspolitik: Die Bundesregierung zahlt jedem, der einen Migranten bei sich aufnimmt, eine Prämie in Höhe von 500 Euro monatlich. Lebenskünstlerin Krasskoswki, Ende dreißig, wittert die Chance auf ein geregeltes Einkommen und holt sich »ihren« Ausländer ins Haus. Die Ereignisse überschlagen sich. Als dann auch noch ein himmlischer Tinnitus aufkreuzt, gerät alles außer Kontrolle.

Veranstaltungen


LitQuickie bei den Bücherfrauen: Lou A. Probsthayn und Betty Kolodzy

Lou A. Probsthayn stellt seinen Verlag „Literatur Quickie“ vor. Es liest liest Betty Kolodzy.


Foto: Kerstin Rolfes

Betty Kolodzy, geboren 1963 in Wolfenbüttel, wuchs in München auf. Später zog es sie über Stationen in Marseille, London, Granada für mehrere Jahre nach Berlin. Die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin und Kommunikationswirtin arbeitete viele Jahre im interkulturellen Bereich. Heute lebt sie, nach einem Abstecher nach Istanbul, in Bremen, hat aber noch einen Koffer in Berlin. Sie ist Preisträgerin des Bremer Autorenstipendiums 2013. Im Jahr 2014 erhielt sie den Wiener Werkstattpreis und das Autorenstipendium des Bremer Literaturkontors in den Künstlerhäusern Worpswede, 2016 das Arbeitsstipendium des Landes Sachsen-Anhalt im Kunsthof Dahrenstedt.


Moderation: Ulrike Kleinert
Eine Veranstaltung der Bremer Bücherfrauen in Kooperation mit dem Bremer Literaturkontor

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 06.09.2018
20:00

Ort
Buchhandlung Buntentor

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Schreibwerkstatt „Heimat:Sprache“

Bremen-Stories

Foto: Kerstin Rolfes

Das Ankommen in Bremen verbindet sie alle, obwohl sie dieses Ankommen von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart völlig unterschiedlich erlebten. In persönlichen Geschichten über Begegnungen mit Bremerinnen und Bremern, den Alltag in der neuen Heimat, Momentaufnahmen und Erinnerungen nehmen sie uns mit in ihre Bremen-Zeit des Ankommens.

„Sie“, das sind die Autor*innen dieser außergewöhnlichen Geschichten: Sie sind Geflüchtete der Nachkriegszeit, aus der ehemaligen DDR geflohene Menschen und Flüchtlinge, die erst seit kurzem in Bremen leben. Die Texte entstanden im Rahmen eines Schreibworkshops mit Betty Kolodzy.

Die Autor*innen stellen Auszüge ihrer Bremen-Stories nun persönlich der Öffentlichkeit vor.


Ein Kooperationsprojekt von Amnesty International Bremen, Betty Kolodzy und der Stadtbibliothek Bremen.
Eintritt frei
Ort: Wall-Saal – Zugang außen über Am Wall

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 25.10.2018
18:00

Ort
Stadtbibliothek Bremen - Zentralbibliothek

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