Annika Blanke

Zu Gast im Ortsamt Horn-Lehe 2018
Zu Gast im Karton in Bremen 2017
Foto: Pierre Jarawan

Annika Blanke wurde 1984 in Leer/Ostfriesland geboren. Wortakrobatin, Zeilenstellerin und Poetry-Slammerin mit Hang zur Schnell-sprecherei. Schreibt, seit sie denken kann und liest mehr, als sie schreibt, ohne sich schuldig zu fühlen. Oft kommen die Ideen nach Mitternacht, im Schlaf. Wehren kann sie sich dagegen nicht. Aber Papier und Stift unters Kopfkissen legen – gegen das doofe Gefühl am nächsten Morgen, vielleicht die besten Zeilen ihres Lebens verpasst zu haben. Annika Blanke lebt in Oldenburg und ist Mitbegründerin der dortigen Lesebühne Metrophobia. 2017 erschien „Neulich war gestern noch heute“, ein Best Of von Annika Blankes Poetry Slam- und Lesebühnentexten.

http://www.annikablanke.de/


Bücher

Neulich war gestern noch heute

Poetry Slam, 2017
lektora, ISBN: 978-3-95461-092-1
191 Seiten, €12,00

Annika Blankes Werk handelt von kleinen Menschen, die große Päckchen zu tragen haben und oft übersehen werden: Bankangestellte, die Milch klauen, Kinder, die geschlagen werden, und Schulfreunde, die den Tod nicht verwinden können. Es ist persönlich und beschäftigt sich mit dem Grauen im Alltäglichen. „Neulich war gestern noch heute“ soll jedoch nicht schockieren. Es zeigt auf liebevolle Weise tiefgehende Schwächen, die nicht einmal mit den Liebsten geteilt werden können. Gleichzeitig schreibt Blanke auch über komische Momente im Leben und bringt mit kurzen Anekdoten nicht nur Leichtigkeit, sondern auch Abwechslung in ihr Buch. Diese Textsammlung besteht aus Wendungen und Aha-Momenten. Mal tieftraurig und bewegend, dann charmant komisch oder gepfeffert gesellschaftskritisch. Die Leser erwartet ein cleveres Buch, mit tiefen Botschaften. Blanke ruft dazu auf, zwischen den Zeilen zu lesen und Menschen als die Wesen zu erkennen, die sie sind. Die Würde des Menschen mag unverwundbar sein, doch sie selbst sind es nicht.

Born: Toulouse

Roman, 2012
Lektora, Paderborn, ISBN: 978-3-938470-87-9
192 Seiten, €9,90

Thilo Willing, im Broterwerb Postzusteller, stellt fest, dass er sein Leben bisher vollkommen falsch gelebt hat. Sich selbst gegenüber gleichgültig und von seinem Beruf unterfordert, lenkt er seine ganze Aufmerksamkeit auf die Welt um sich herum. Er hinterfragt die Briefe, die er den Menschen Tag für Tag in die Postkästen wirft, konstruiert seine eigenen Biografien der Briefschreiber und Empfänger und entschließt sich, diese Welt zu Papier zu bringen. In einem Anfall von literarischem Aktionismus erschafft er Berend Weber, der die Hauptfigur seines Romans werden soll.
Beim Schreiben in einem Café fällt Thilo eine junge Frau auf, die an einem Text zu arbeiten scheint. Als diese ihr Notizbuch vergisst und er in den Aufzeichnungen eine Art Seelenverwandtschaft zu erkennen scheint, beschließt Thilo, sie ausfindig zu machen. Bei ihrem ersten Treffen scheint sich sein Eindruck zu bestätigen: Lena Ahlberg ist genauso literaturbegeistert wie er. Sie schließen einen Pakt: Einer von beiden gibt ein Thema vor und der andere hat jeweils eine Woche Zeit, um etwas darüber zu schreiben. Thilo erhofft sich, so mehr über die Frau zu erfahren, die ihn so fasziniert. Denn, so seine Überzeugung: Man kann nur vollkommen ehrlich zu jemandem sein, den man nicht kennt … Hätte er doch bloß auf die warnenden Ärmchen seiner schweigsamen Kaktee Esmeralda gehört!

Veranstaltungen

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Annika Blanke: Neulich war gestern noch heute

Am 26. Januar um 19:30 trägt die Slam-Poetin und Schriftstellerin Annika Blanke auf Einladung der Initiative Kulturraum Horn-Lehe Texte aus ihrem 2017 veröffentlichten Buch „Neulich war gestern noch heute“ im Foyer des Ortsamtes Horn-Lehe vor.

Foto: Pierre Jarawan

In ihrem gleichnamigen Programm verbindet die Bühnenpoetin ihre beiden literarischen Leidenschaften: Slam Poetry und Kurzgeschichten. Die Zuschauer erwartet ein Abend zwischen laut und leise, zwischen nachdenklich und komisch, zwischen Lesung und Spoken Word-Poesie.

Die Texte handeln von kleinen Menschen, die große Päckchen zu tragen haben und oft übersehen werden. Sie sind persönlich und beschäftigen sich mit dem Grauen im Alltäglichen. „Neulich war gestern noch heute“ soll jedoch nicht schockieren. Das Buch zeigt auf liebevolle Weise tiefgehende Schwächen, die nicht einmal mit den Liebsten geteilt werden können. Gleichzeitig schreibt Blanke auch über komische Momente im Leben und bringt mit kurzen Anekdoten Leichtigkeit und Abwechslung in die Texte.

Annika Blanke, Wortakrobatin und „Zeilenstellerin“, geboren 1984 im ostfriesischen Leer, steht seit 2007 regelmäßig auf großen und kleinen Bühnen von Norderney bis New York City. Slammt überwiegend ziemlich rasant – und manchmal auch op Platt. Mehrfach stand sie im Halbfinale der deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam. Annika Blanke lebt in Oldenburg und ist Mitbegründerin der dortigen Lesebühne METROPHOBIA sowie der Lesebühne „The HuH!“ in Bremen. Gemeinsam mit Rita Apel und Insa Kohler bildet sie zudem das Kabarett-Slam-Trio „Dames Blonde“. Ihr Debütroman „Born: Toulouse“ erschien 2012,  zuletzt erschien einer ihrer Texte in der Anthologie „Lautstärke ist weiblich“ (September 2017, Sartyr Verlag), herausgegeben von Clara Nielsen und Nora Gomringer.


Der Eintritt kostet 6 Euro, Ortsamt Horn-Lehe (Landhaus Louisenthal, Linie 4 bis Horner Mühle). Informationen auch unter: www.kulturraum-horn-lehe.net

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 26.01.2018
19:30

Ort
Ortsamt Horn-Lehe

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