Anke Bär

Foto: Tristan Vankann

Zu Gast bei der Literarischen Woche 2018

Anke Bär hat sich 2009 als Illustratorin selbstständig gemacht und arbeit seitdem neben und auch zusammen mit ihren Kolleginnen Uta Ratz (Grafik und Illustration) und Tale Jo König (Buchbinderei und Grafik) im Atelier Ratzbärkönig in Bremen.

Über die Jahre hat sie erkannt, dass sie sich nicht zwischen all ihren Einzelinteressen und Fähigkeiten entscheiden muss. Wie Puzzlesteine haben sie sich ineinander gefügt, haben sich um die Illustration gruppiert und ihr ein Berufsfeld beschert, das ihrem Generalistentum gerecht wird.
Und so arbeitet sie als Illustratorin, aber auch als Autorin und Dipl.-Kulturwissenschaftlerin und gibt im Rahmen von Lehraufträgen, Workshops und Schulkooperationen Kurse für Erwachsene und Kinder. Während ihres Studiums der „Kulturwissenschaften und Ästhetischen Praxis“ an der Universität Hildesheim hat sie sich intensiv mit Theater für und mit Kindern beschäftigt. Über die Szenischen Lesungen zu ihren Büchern kann sie auch dieser Begeisterung in ihrer Arbeit einen Platz einräumen. Sie empfindet es als großes Geschenk, dass sie in ihrem beruflichen Tun verschiedene künstlerische Ausdrucksformen und auch wissenschaftliche Arbeit und Lehrtätigkeit miteinander verbinden und immer wieder neue Herausforderungen aufgreifen kann.

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Bücher

Kirschendiebe oder als der Krieg vorbei war

2018
Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5997-1
240 Seiten, €18,00

„Es ist das größte Glück der Welt, dass wir hier gelandet sind. Auch wenn es das größte Unglück der Welt ist, dass uns hergebracht hat.“

Lotte wohnt in einem Forsthaus, obwohl ihr Papa gar kein Förster ist. Grund dafür ist der Krieg, der ihrem Cousin Knut den Vater genommen hat und Lehrer Fettig ein Auge. Seit die grässliche Frau Greßmann im Forsthaus das Sagen hat, ist vieles verboten – Kirschenpflücken zum Beispiel. Doch Lotte lässt sich nicht unterkriegen. Wer Kirschen haben will, muss sie eben klauen. Und dass nur Jungs Lederhosen tragen dürfen, sieht sie schon gar nicht ein!

Ein Buch, das von einer Kindheit in der Nachkriegszeit erzählt und zu vielen Gesprächen zwischen den Generationen Anlass gibt.

Endres, der Kaufmannssohn

Kinderbuch, 2015
Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5774-8
64 Seiten, €14,95

Der junge Kaufmannssohn Endres sammelt eifrig die Münzen, die sein Vater ihm von seinen Handelsreisen mitbringt. Er liebt es, mit seinem besten Freund Jos durch die Straßen der Stadt zu streifen, den Hafen zu erkunden und beim Löschen der Waren zuzusehen. Und dann ist der große Taggekommen: An Bord der Maria Magdalena fährt Endres ins ferne Riga, um dort bei seinem Onkel in die Lehre zu gehen.

Anke Bär versetzt uns mitten hinein in eine spätmittelalterliche Stadt. Ihre Geschichte von Endres, dem Kaufmannssohn, wird begleitet von fantasievollen, an mittelalterliche Buchmalerei angelehnten Illustrationen und vielen informativen Texten zur Hansezeit.

Wilhelms Reise

Kinderbuch, 2012
Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5409-9
64 Seiten, €14,95

Bremerhaven im Jahr 1872. Um der Armut in seinem kleinen Dorf zu entkommen, macht sich der junge Wilhelm auf dem Segelschiff Columbia auf den Weg nach Amerika. Mit dabei ist sein Skizzenbuch, in dem Wilhelm alle Beobachtungen und Erlebnisse an Bord festhält: die Arbeit der Seeleute, tägliche Unbill wie Ungeziefer und die drangvolle Enge im Zwischendeck, Sturm und Flaute, aber auch die Spiele der Kinder und das nächtliche Meeresleuchten. Und schließlich ist der große Tag gekommen: Die Columbia hat den Hafen von New York erreicht!

Ein historisches Sachbilderbuch, das viele spannende Informationen über das große Zeitalter der Auswanderung und das Leben auf einem Segelschiff vermittelt.