Adam Zagajewski

Zu Gast bei poetry on the road 2017

 

Adam Zagajewski, 1945 in Lemberg geboren, studierte Psychologie und Philosophie in Krakau, wo er auch heute lebt. Seit 2007 lehrt er regelmäßig an der University of Chicago. Er ist Autor zahlreicher Lyrik- und Essaybände sowie mehrerer Romane und wurde für sein Werk vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Eichendorff-Literaturpreis (2014), dem Heinrich-Mann-Preis der Berliner Akademie der Künste (2015), dem Leopold Lucas-Preis (2016) und dem Jean Améry-Preis für Essayistik (2016). Seit 2015 ist Adam Zagajewski Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.


Bücher

Asymmetrie

Gedichte, 2017
Hanser, ISBN: 978-3-446-25656-9
96 Seiten, €16,00

„Jeden Tag entscheiden wir, ob wir die weiße Flagge der Kapitulation aus dem Fenster hängen oder den von kühnen Farben strotzenden Gobelin eines Gedichts“, sagt Adam Zagajewski. Asymmetrie ist das Leitmotiv seiner neuen Gedichte, ob in der Beziehung zwischen früher und heute, Frieden und Krieg, Polen und Deutschen, Lebenden und Toten. Einige seiner schönsten Gedichte erzählen von der Asymmetrie zwischen dem Sohn und seiner lange verstorbenen Mutter. „Das Wunderbare ist schüchtern geworden, es ist schwer zu finden, schwer zu erinnern, festzuhalten.“ Adam Zagajewski findet das Wunderbare im Alltäglichen und macht daraus große Poesie.

Die kleine Ewigkeit der Kunst

Tagebuch ohne Datum, 2014
Hanser, ISBN: 978-3-446-24612-6
320 Seiten, €21,90

Adam Zagajewski eröffnet uns einen Blick in die Welt seiner Gedanken und Erinnerungen. Dieses Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Unentbehrlichkeit der Kunst in der modernen Welt. Es ist ein Tagebuch ohne Datum, es verbindet das Persönliche mit dem Allgemeinen. Zagajewski erzählt darin von seiner Geburtsstadt Lemberg, von der Aussiedlung der Familie, von Städten, in denen er gelebt hat: Paris, Houston, Berlin, Krakau. Dabei führen die privaten Erfahrungen immer auch zu einer neuen Sicht auf die Welt. Und wenn es um Literatur geht – Rilke, Kafka, Simone Weil, Cioran, Milosz – schreibt der mehrfach ausgezeichnete Autor aus Polen nicht nur über die Werke, sondern auch über die Grenze zwischen Leben und Kunst. Diese klugen, wohlkomponierten Aufzeichnungen sind Zagajewskis schönstes Prosabuch.

Unsichtbare Hand

Gedichte, 2012
Hanser, ISBN: 978-3-446-23990-6
128 Seiten, €14,90

Nach Jahren des selbstgewählten Pariser Exils ist Adam Zagajewski nach Polen zurückgekehrt, in seine alte Heimat Krakau, die „Stadt süßer Kuchen,/ bitterer Schokolade und schöner Beerdigungen“. Dennoch ist ihm „die Unruhe, die den Wanderer antreibt“, geblieben. In seinen Gedichten ist Zagajewski immer unterwegs: Ob er den Flug der Mauersegler beobachtet oder seinen alten Vater, der das Gedächtnis verloren hat, ob er von der Natur oder Geistigem spricht, von Enthusiasmus oder Melancholie. „Die Dichter bauen ein Haus für uns – doch sie selbst/können darin nicht wohnen“, schreibt er am Ende dieser persönlichen Auswahl seiner besten Gedichte aus den letzten zehn Jahren.

Verteidigung der Leidenschaft

Essays, 2008
Hanser, ISBN: 978-3-446-20873-5
208 Seiten, €17,90

Adam Zagajewski versucht, die Stellung der Poesie in der modernen Welt neu zu justieren: zwischen Vernunft und Erleuchtung, Alltag und Transzendenz, äußerem und innerem Leben. Seine Texte reichen von persönlichen Erinnerungen über die großen theoretischen Fragen der Dichtkunst bis zu Schriftstellerporträts von unter anderem Emil Cioran, Zbigniew Herbert und Czeslaw Milosz. „Präzise, inspiriert, feinfühlig, selbstkritisch und voll von klugen Gedanken.“ (Susan Sontag) Zagajewski ist einer der bedeutendsten Autoren der polnischen Gegenwartsliteratur. Seine Werke gehören in Polen zum literarischen Kanon.

Die Wiesen von Burgund

Gedichte, 2003
Hanser, ISBN: 978-3-446-20366-2
168 Seiten, €15,90

Im Mittelpunkt von Adam Zagajewskis poetischen Erkundungen steht Europa: europäische Musik und Philosophie, Europas Architektur und seine Landschaften, aber immer auch des Dichters eigene Geschichte. Er, den seine Ironie davor bewahrt, ein reiner Elegiker zu werden, verkörpert so tief wie kaum ein anderer das europäische Bewusstsein mit allen Ambivalenzen.

Ich schwebe über Krakau

Erinnerungsbilder, 2000
Hanser, ISBN: 978-3-446-19923-1
288 Seiten, €19,90

In Lemberg geboren und in Gleiwitz aufgewachsen, verbringt Adam Zagajewski seine Jugend im Krakau der sechziger Jahre. Er erzählt vom Stöbern nach verbotenen Büchern im Antiquariat, vom verwahrlosten ehemaligen Judenviertel Kazimierz und von einem jungen Geistlichen namens Karol Woityla, der bei seiner Tante ein und aus ging. Wie beiläufig verdichten sich die Erinnerungen zum persönlichen Bildungsroman eines der wichtigsten polnischen Dichter der Gegenwart.