Josefine und ich, Erzählung, 2007

Vom 06.03.2014 in

Joachim, ein durchaus vernünftiger junger Mann von dreißig Jahren, gerät in die Fänge von Josefine, einer ziemlich herrschsüchtigen alten Dame mit glamouröser Vergangenheit und empörenden Ansichten. Sie schimpft auf alles, was anderen heilig ist, ob soziale Gerechtigkeit (»Ha! Die Gerechtigkeit!«), Kreativität (»eine unausstehliche Manie!«) oder Kulturförderung (»wieder so eine verschrobene Vorstellung aus dem neunzehnten Jahrhundert«). Atheismus, herrschaftsfreier Diskurs, Fußball, Romane von Kafka – alles »Mummenschanz«. Joachim ist mehr als fasziniert: Dieses liebenswürdige Monster schafft es, sein Leben und Denken in Frage zu stellen. Doch was steckt hinter Josefines schillernden Erzählungen? Phantasiert sie? Wovon lebt sie, und welche Rolle spielt ihre greise Dienerin Fryda?