Im Stein, Roman 2013

Vom 02.08.2013 in

Ein vielstimmiger Gesang der Nacht: Prostituierte, Engel und Geschäftsmänner kämpfen um Geld und Macht und ihre Träume. Eine junge Frau steht am Fenster, schaut in den Abendhimmel, im Januar laufen die Geschäfte nicht, die Gedanken tanzen ihn ihrem Kopf. »Der Pferdemann«, der alte Jockey, sucht seine Tochter. »Der Bielefelder« rollt mit neuen Geschäftskonzepten den Markt auf, investiert in Clubs und Eroscenter. »AK 47« liegt angeschossen auf dem Asphalt. Schonungslos und zärtlich schreibt Clemens Meyer in seinem großen Roman von den Menschen, den Nachtgestalten, von ihrem Aufstieg und Fall, vom Schmutz der Straße und dem Fluss des Geldes. Mit großer Kraft und Emotion erzählt er die Geschichte einer Stadt, die zum Epochen-Roman unserer Zeit wird.

Clemens Meyer: „Es sollte mit einer Frau beginnen und mit einer Frau enden. Denn die Frauen sind die eigentlichen Hauptpersonen. Es gibt ein paar schreckliche, also für mich schwer zu schreibende Kapitel über schlimme Dinge. Wie das des Mannes, der seine Tochter sucht. Von der wir später etwas erfahren, was eigentlich unbeschreibbar ist. Da musste ich mir eine schrecklich banale Schranke einfallen lassen, eben den »Kolumbusfalter«, das lustige Taschenbuch. Es fällt mir schwer über diese ganzen Handlungsstränge zu sprechen. Denn es geht ja nicht nur um die Gesetze eines Marktes sondern auch um schlimme Auswüchse. Abgründe. Tragödien. Dann wieder ein Alltag einer ganz anderen selbstbewussten Dame.
Das muss alles aufeinander abgestimmt werden. Kurze Kapitel, lange Kapitel, Surrealismus, dann Interview, Widersprüche. Tragödie und Komödie. Das ewige alte Lied. "Und alles, was ich dazu sage, ist eigentlich falsch. "Man muss sich sein eigenes Bild von all dem machen, wenn man das Buch liest.“